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Legende: Audio Putzkolonne gegen Littering – mit Jugendlichen an der Aare unterwegs abspielen. Laufzeit 12:35 Minuten.
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 19.08.2019.
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«Aktion suberi Aare» Jugendliche putzen am Sonntag freiwillig das Aareufer

Es ist Sonntagmorgen, 10 Uhr. 15 Jugendliche haben sich am Ufer der Aare zwischen Aarau und Schönenwerd versammelt. Ihr Ziel: Das Ufer von Abfall zu befreien. Ausgerüstet mit Abfallsäcken und Handschuhen, machen sie sich an die Arbeit. Hinter sich ziehen sie einen farbigen Veloanhänger her, in dem sie ihre Sachen und den gesammelten Abfall transportieren.

Jugendliche putzen das Aareufer
Legende: SRF

Es ist das zweite Jahr, dass die Jugendlichen jeweils am Sonntag zwischen April und September das Aareufer putzen. «Insgesamt sind wir 25 Jugendliche. Es kommen nicht immer alle, alleine ist man hier am Sonntag aber nie», sagt Mia Zollinger. Sie gehört zu denen, die schon lange dabei sind bei der «Aktion suberi Aare». Die Jugendlichen sind selber gern an der Aare. Weil sie der Abfall an den Ufern gestört hat, haben sie diese Aktion ins Leben gerufen.

Jugendlicher mit einem Grillrost
Legende: SRF

Die Aareufer zwischen Aarau und Schönenwerd sind sehr beliebt. Viele Menschen baden hier, grillieren oder feiern am Abend eine Party. Auch diesen Sonntag finden die Jugendlichen ziemlich viel Abfall, den Spaziergänger und Ausflügler hinterlassen haben: Bierdosen, Zigarettenstummel, Petflaschen, Windeln, Unterhosen, einen Regenschirm und einen Grillrost. Der Abfall liegt teilweise am Ufer, im Wasser oder versteckt hinter Büschen oder zwischen Steinen.

Jugendlicher sammelt Abfall auf
Legende: SRF

Von Fussgängern und Velofahrern, die sie an der Aare antreffen, erhalten die Jugendlichen viel Zuspruch für ihre Aktion.«Ich finde es so toll, was die Jungen hier machen», schwärmt ein älteres Ehepaar. «Wir haben sie auch schon oft hier am Ufer gesehen und haben ihnen auch schon eine Spende gegeben.»

Wäre dies nicht Aufgabe der Stadt?

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Die Jugendlichen der «Aktion suberi Aare» sammeln den Müll an der Aare zwischen Aarau und Schönenwerd ein. In Aarau gibt es auch noch andere private Gruppen, die beim Putzen helfen, unter anderem in der Altstadt. Man sei dankbar über diese Mithilfe, sagt Regina Wenk, Leiterin des Werkhofs der Stadt Aarau. Diese Aktionen seien teilweise eine gute Ergänzung zur Arbeit des Werkhofs. Littering habe zugenommen, hält Wenk fest. An schönen Tagen komme der Werkhof an die Kapazitätsgrenze.

Diese Spenden helfen den Jugendlichen, wieder neue Gebührensäcke zu kaufen, um den Abfall zu entsorgen. Wenn immer möglich bringen sie die Fundgegenstände aber in die Recycling-Stelle.

Eine junge Frau fischt eine Aludose aus dem Wasser
Legende: SRF

Die Reaktionen der Passanten motiviere sie, weiterzumachen, schwärmen die Jugendlichen. Sie probieren, die Aktion auch noch etwas grösser aufzuziehen: Mittlerweile haben sie eine Homepage und sind auch in den sozialen Medien aktiv. «Ein Traum von mir ist, dass es einmal die ganze Aare entlang durch die Schweiz Ableger von uns gibt, die selbstständig am Sonntag aufräumen. Das Schönste wäre aber, wenn es uns nicht mehr brauchen würde», sagt Mia Zollinger mit einem Lachen.

Aufkleber an der Aare
Legende: SRF

Aktuell ist es aber noch nicht so weit, dies zeigt der Abfall, den die Jugendlichen auf ihrem Veloanhänger auch diesen Sonntag hinter sich herziehen.

Littering entlang der Aare bei Grenchen nimmt wieder zu

Abfall im Wald
Legende:Am Aareufer bei Grenchen 2016SRF

Wie in Aarau stellt man auch in Grenchen fest: An der Aare wird mehr Abfall liegen gelassen. Im Auftrag der Gemeinden säubert die Sozialfirma Pro Work Grenchen mit Personen aus einem Beschäftigungsprogramm immer montags das Ufer zwischen Büren an der Aare und Bettlach. Von Oktober 2017 bis Oktober 2018 hat die Abfallmenge um 8.6 Prozent auf 18'113 Liter zugenommen. Das sind 518 Säcke à 35 Liter. Vom Oktober 2018 bis März 2019 betrug die Steigerung sogar 65 Prozent.

Christoph Kölliker, Betriebsleiter von Pro Work Grenchen, kann sich den enormen Anstieg im letzten Winter noch nicht erklären: «Aber die Tendenz ist schon so, dass es seit 2016 wieder mehr Abfall gibt».

Auch flussabwärts wird im Auftrag der Gemeinden Abfall gesammelt. Die soziale Institution Perspektive Solothurn säubert das Aareufer ab Selzach und das Ufer der Emme. Mit 22'200 Liter Abfall wurde hier 2018 etwas weniger gesammelt als im Jahr zuvor.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von M. Frey  (Freyma)
    Auch ich finde es eine lobenswerte Arbeit dieser Jugendlichen, vielen Dank! Was ich dennoch nicht verstehe ist die Abwesenheit der Polizei, die an schönen Tagen konsequent Bussen für Littering verteilt, denn sie sind ja die Einzigen, welche das dürfen. Zudem wäre der Aufwand innert kürzester Zeit finanziell gedeckt wie bei Radarfallen ja auch. Noch besser sollte man Ranger für den Aareraum anstellen, die in ihrem Revier die Littering Freizeitler ansprechen und nötige Massnahmen ergreifen.
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  • Kommentar von Bruno Hochuli  (Bruno Hochuli)
    Herzlichen Dank für Eure Aktion und Euren Einsatz. Aber ist es nicht Beschämend , dass es überhaupt solche Aktionen braucht? Sollte es nicht selbstverständlich sein, dass jeder seinen Abfall korrekt entsorgt? Ich habe immer geglaubt mit der heutigen Schulbildung seien die Leute schlauer, aber wenn ich durch die Städte und an Bächen entlang wandere, sehe ich, dass viele Menschen eher Dümmer geworden sind. Woran liegt das wohl?
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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Das ist eiine äusserst lobenswerte Aktion der Jungen, welche dies üebrnehmen. Alllerdings verändert dies nichts an der Tatsache, dass es schweizweit viel zu viele BürgerInnen gibt, welche verantwortungs-achtlos mit ihrem eigenen Abfall umgehen, nach dem Motto: was ich nicht mehr brauche, schmeisse ich weg ! Die Frage ist, wann handeln die Zuständigen: Bundesrat, ParlamentarierInnen, Ämter, Behörden endlich, für aktive und effiziente Lösungen, um dieser "Wegwerf-Gesellschaft" Einhalt zu gebieten?
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