Suche nach Asylunterkünften Asylunterkunft Zofingen gilt als Erfolgsgeschichte: Warum?

Die kantonale Asylunterkunft in Zofingen ist Geschichte. Das Spital Zofingen hat den Altbau zurück, bald entsteht hier ein Neubau. Eine der grössten kantonalen Asylunterkünfte ist damit zu. Stadt, Bevölkerung und Spital ziehen eine positive Bilanz. Wieso lief es gut?

Zusatzinhalt überspringen

Reportage aus Asylunterkunft

Die Reportage aus dem Frühling 2015 zeigt, wie sich die Familien im ehemaligen Spital Zofingen eingelebt haben. 122 Personen lebten damals auf engem Raum in der Asylunterkunft, hauptsächlich Familien aus Syrien. Radio SRF war ein Tag lang vor Ort.

2014 wurde die grosse kantonale Unterkunft eröffnet. Zu Beginn war niemand so richtig begeistert. Weder die Verwantwortlichen des Spitals Zofingen, denen das Gebäude gehört, noch die Verantwortlichen der Stadt.

Heute, im Januar 2017, klingt es anders in Zofingen. Die Bilanz nach über zwei Jahren Flüchtlingsbetreuung in der Stadt ist durchaus positiv. Stadt, Kanton und Spital sprechen von einer Win-Win-Situation, das zeigt ein Augenschein vor Ort.

Eine Umfrage in der Stadt Zofingen am Dienstag zeigt, dass die Asylunterkunft das Leben der Stadtbewohner kaum tangiert hat. «Die Flüchtlingen haben gegrüsst und waren ordentlich», sagt ein Anwohner gegenüber SRF.

Die Frage: Warum hats funktioniert?

Die Unterkunft kam zum Beispiel dem Spital ganz gelegen. Das ehemalige Pflegezentrum konnte man zwei Jahre lang dem Kanton vermieten. «Es war für uns aber auch das Gebäude ein Nutzen», sagt Christian Reize, CEO des Spitals Zofingen, im Interview.

Der Kanton konnte auf einen Schlag 150 Personen unterbringen. Und auch die Stadt Zofingen konnte profitieren. Zofingen hat das Kontigent an Asylsuchenden nicht erfüllt. Mit der kantonalen Unterkunft hat sich das geändert, Zofingen hat die Vorgaben erfüllt.

Ein Rezept: Die Anwohner involvieren

Zusatzinhalt überspringen

Kanton sucht Plätze

Die Asylunterkünfte in Zofingen, Baden, Gränichen und Wohlen schliessen per Anfang 2017. Und nicht nur sie, auch Unterkünfte in Laufenburg, Hausen und Unterkulm fallen auf das erste Quartal 2017 weg. Total fehlen dem Kanton bis zu 500 Betten.

Kanton, Stadtrat und Spital haben das Projekt mit Fingerspitzengefühl angegangen. Eine Begleitgruppe wurde gegründet. «Die Gruppe war hier, damit man den Betrieb verfolgen konnte, das war wichtig», sagt Stadtrat Dominik Gresch. Auch Anwohner waren in der Gruppe vertreten.

Aber: Das Vorhaben des Kantons brachte auch Aufwand mit sich. 30 Flüchtlingskinder mussten zur Schule, das war nicht ganz einfach für die Stadt. Man habe viel regeln müssen, die Abfallentsorgung, zum Beispiel, erinnert sich Christian Reize vom Spital.

Nun ist die Asylunterkunft Zofingen Geschichte. Eine Reha baut hier neu. Der Kanton sucht weiterhin Plätze. Ein Teil der Flüchtlinge, die in Zofingen wohnten, ziehen nun nach Oberentfelden, in den ehemaligen Gasthof Rössli. Ab März können sie dort wohnen.