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Legende: Audio Aargau-Redaktor Maurice Velati: Für die parteilose Franziska Roth wird es nicht einfacher abspielen. Laufzeit 02:00 Minuten.
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 23.04.2019.
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«Fall Roth» Eine Schlammschlacht, die der Aargauer Politik schadet

Die Aargauer Gesundheitsdirektorin Franziska Roth ist am Dienstag aus der SVP ausgetreten und per sofort parteilos. Die SVP Aargau hat damit nur noch einen Regierungssitz.

Mit dem Partei-Austritt erreicht der Streit um die Vorsteherin des Gesundheitsdepartements einen neuen Höhepunkt. Und dieser Streit erinnert immer mehr an einen Kindergarten. Zwei machen einen Fehler, sie bemerken den Fehler, schieben sich dann aber gegenseitig die Schuld in die Schuhe.

Der Fehler der SVP

Die Aargauer SVP hatte einen Fehler gemacht vor den letzten Regierungswahlen. Sie hatte eine Frau nominiert, welche zumindest auf dem Papier für ein Amt als Regierungsrätin kaum in Frage kommt. Franziska Roth hat wenig Führungserfahrung als Bezirksgerichtspräsidentin, und als nur kurzzeitiges Mitglied in einem Kommunalparlament fehlt ihr auch der politische Rucksack.

Franziska Roth hatte den Fehler gemacht, sich dieses Amt ohne Weiteres zuzutrauen. Zudem quittierte sie aufkommende Kritik zuerst mit Sturheit und Uneinsichtigkeit.

Imageschaden für die Aargauer Politik

Nun also ist der Streit eskaliert. Roth entschuldigt sich zwar für kommunikative Fehler, die SVP entschuldigt sich sogar für die Nomination dieser Regierungsrätin. Doch die Schuld am Debakel schieben sich Roth und die Parteileitung gegenseitig zu. Diese persönliche Fehde zwischen der Gesundheitsdirektorin und ihrer Partei bringt die Aargauer Politik wohl nicht weiter.

Franziska Roth hofft zwar, dass sie bei sachpolitischen Themen weiterhin auf die Unterstützung ihrer ehemaligen Partei zählen kann, wie sie am Dienstag vor den Medien sagte. Doch die geharnischte schriftliche Reaktion ihrer Partei lässt zumindest Zweifel daran aufkommen.

Wer schlichtet den Streit?

Die Partei meint, ihre Regierungsrätin habe weder Wille noch Talent zu diesem Amt. Roth hingegen betont, dass sie «mindestens bis zum Ende der Legislatur» in diesem Amt bleiben werde. Also bis Ende 2020. Die Politik dürfte in den nächsten anderthalb Jahren damit weiterhin vom Zwist zwischen Roth und der grössten Partei im Kanton geprägt bleiben.

Für wichtige Geschäfte aus dem Gesundheitsdepartement ist das keine gute Grundlage. Und für das Image der Aargauer Politik ist der ganze «Fall Roth» inzwischen sowieso nur noch peinlich. Im Kindergarten gibt es eine Aufsichtsperson, die bei lauten Streitigkeiten eingreifen und schlichten kann. Die Frage ist: Wer schlichtet in diesem Fall?

Maurice Velati

Maurice Velati

Leiter Regionalredaktion Aargau Solothurn, SRF

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Velati arbeitet seit 2003 im Studio Aarau von SRF. Seither berichtet er als Redaktor und Korrespondent aus den Kantonen Aargau und Solothurn. Seit 2015 leitet er die Regionalredaktion.

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21 Kommentare

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  • Kommentar von Hans König  (Hans König)
    Machen die Verantwortlichen (trifft für alle Parteien zu) nichts ist es nicht gut; kritisieren sie die fehlende Leistung von Exekutivmitgliedern ist es nicht gut. Eines ist sicher, es gibt viel zu viele Regierungsräte/innen, welche ihre Verantwortung mangels Können nicht wahrnehmen und trotzdem an ihrem Posten bleiben, da die Parteien sich keine Kritik aufladen möchten. Diese Machenschaft ist leider zum Nachteil und Schaden der Bevölkerung.
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  • Kommentar von werner zuercher  (Werner Zuercher)
    Wird es dem Esel zu Wohl, geht er aufs Glatteis tanzen! Genau so einen Esel spielt seit 2015 die SVP! Eine starke SVP wäre aber bitter nötig! Rund um die Schweiz dreht sich alles im Linksdrall abwärts, trotzdem wollen Fanatiker die Schweiz den EU-Diktatoren unterwerfen! Aber die SVP muss sich auch wandeln. Endlich erneuerbare Energien, Elektromobilität anerkennen, statt mit veralteten Phrasen bekämpfen! Beides, auch Umweltschutz, haben nichts mit Klimahysterie und kranker Klimasekte zu tun!
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  • Kommentar von Norbert Zehner  (ZeN)
    Wäre bei dieser ganze Geschichte erst von anderen Parteien so ins Betrübliche geritten worden, wenn Frau Roth nicht von der SVP käme. Ähnlich gelagerte Fälle gäbe es in einem Nachbarkanton, ja sogar in Bundesbern muss man sich manchmal fragen, ob da nicht auch heillose Überforderung mit im Spiel ist. Da drückt man halt 2 Augen zu oder hält sogar noch Schutzschild davor, bei dieser Frau, wohl weil sie aus SVP kommt, sind halt andere Standards erlaubt.
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    1. Antwort von Toni Koller  (Tonik)
      Die erste und härteste Kritik an Frau Roth kam von der SVP selber. Also gibt's keinen Grund, die SVP wieder mal als Opfer zu inszenieren.
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