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Aargau Solothurn FC Wohlen: Vereinspräsident aus Untersuchungshaft entlassen

Am Dienstagabend wurde der Präsident des FC Wohlen in Untersuchungshaft genommen. Jetzt ist Andreas Wyder aus der Haft entlassen worden. Der Verein erlebt derzeit turbulente Zeiten. Neben Wyder war auch Spieler Wellington in Haft. Auch er ist wieder auf freiem Fuss.

Legende: Video Scheinvertrag beim FC Wohlen abspielen. Laufzeit 4:07 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 03.10.2013.

Der Vereinspräsident und Delegierter des Verwaltungsrates der FC Wohlen AG, Andreas Wyder, war am Mittwoch von der Staatsanwaltschaft befragt worden, bestätigt Oberstaatsanwalt Daniel von Däniken gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn. Am Nachmittag war Wyder aus der Untersuchungshaft entlassen worden, heisst es auf Anfrage.

Szene aus einem Spiel des FC Wohlen.
Legende: Der FC Wohlen kämpft momentan nicht nur an der sportlichen Front, sondern auch an der juristischen. Keystone

Der Präsident war am Dienstagabend verhaftet worden und hat die Nacht im Gefängnis verbringen müssen. Neun Stunden in Untersuchungshaft sass ab Dienstagmorgen auch der brasilianische Spieler Wellington. Seine Wohnung sei durchsucht worden, heisst es bei der Staatsanwaltschaft.

Die Aargauer Staatsanwaltschaft will Licht ins Dunkel der verworrenen Vorgänge beim FC Wohlen bringen. Offenbar hat der Spieler zwei Verträge unterschrieben, einen mit einem tiefen Lohn von 3000 Franken und einen mit einem höheren Lohn für insgesamt 3800 Franken.

Der Vertrag mit dem höheren Lohn sei an das Migrationsamt des Kantons gegangen, hiess es in Medienberichten. Denn eine Aufenthaltsbewilligung sei an diesen Mindestlohn gebunden. Dem Spieler sei aber effektiv der niedrige Lohn bezahlt worden. Das Migrationsamt hat eine Anzeige gemacht gegen den FC Wohlen wegen «Täuschung der Behörden».

Der FC Wohlen hat am Montag auf diese Berichte mit einem Brief an seine Sponsoren und Gönner reagiert. Darin heisst es, der Spieler habe pro Monat 3800 Franken erhalten. Vom FC Wohlen allerdings nur 3000 Franken, die restlichen 800 Franken kämen von einem Beraterteam.

«Mit dieser Vereinbarung, welche mündlich abgeschlossen wurde, war gewährleistet, dass die für die Erteilung der Arbeitsbewilligung erforderlichen Lohnbedingungen eingehalten wurden», schreibt der FC Wohlen.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Caesar Schmid, 5621 Zufikon
    Jeder vernünftige Mensch reicht bei keiner Behörde solche Verträge ein. Es gilt wie bei jedem andern Geschäft die absolute Richtigkeit und Wahrheit. Dass Verträge gewisse Bestimmungen 'unter dem Tisch' erfüllen ist keine Neuigkeit. Ueberall wo gearbeitet und gehandelt wird, werden solche unseriöse Geschäfte vollzogen. Es ist nur bedauerlich, dass die Straf- und Steuerbehörden in vielen solchen 'dubiosen' Geschäften keine Spuren vorfinden, hoffentlich aber beim FC Wohlen!
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  • Kommentar von A. Brunner, Arlesheim
    Da sieht man wie viel Macht diese Ämter haben. Einfach so wird man in die Untersuchungshaft gesteckt und eine Rufschädigung ausgelöst. Es gäbe weit wichtigere Sachen, die untersucht werden müssten und zwar im eigenen Stall. Für mich reiner Verhältnisblödsinn.
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    1. Antwort von Pius Lischer, Oberrüti
      Der Lohn ist doch frei Marktwirtschaft und geht doch die Staatsanwälte nichts an. Es wird zeit fürs Grundeinkommen.
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