30 Jahre Kabarett-Tage Leiter Claude Schoch: «Olten soll mehr Kabarett-Hauptstadt sein»

Die Oltner Kabarett-Tage sind unterdessen Kult, nicht nur in der Kabarett-Szene, nicht nur in Olten selbst, sondern auch darüber hinaus. Was ist das Rezept des Kabarett-Festivals und gibt es noch Baustellen, die Gesamtleiter Claude Schoch nach all den Jahren anpacken will? Ein Gespräch zum Jubiläum.

Fakten zum Oltner Kabarett-Festival:

  • Das erste Festival fand 1986 statt.
  • Organisiert werden die Kabarett-Tage von der Gesellschaft Oltner Kabarett-Tage
  • Das Team besteht aus vielen Helfern (zirka 100) und einem festen Team von rund 40 Personen. Alle arbeiten ehrenamtlich, bis auf die Leitung der Geschäftsstelle.
  • Das Festival setzt auf Schweizer Künstler, oft auch aus Deutschland und Österreich.
  • Es setzt sich aber auch für den Nachwuchs ein. Seit Längerem gibt es den Sprungfeder-Wettbewerb, seit 2012 ein besonderes Kabarett-Casting.
  • Am Festival wird jedes Mal der Schweizer Kabarett-Preis verliehen, das Cornichon.
  • Frühere Preisträger sind Franz Hohler (1990), Lorenz Keiser (2001), Massimo Rocchi (2007), Simon Enzler (2012), usw. Der Preisträger 2017 ist Christoph Sieber, er wird zum Start der Kabarett-Tage geehrt.
  • Die Organisatoren nennen Olten auch gerne Kabarett-Hauptstadt der Schweiz. Das habe man zu einem grossen Teil erreicht, findet der Leiter Claude Schoch.
  • 2016 hatte das Festival rund 7500 Besucher.
  • Zum 30-Jahr-Jubiläum erhält das Festival einen «Walk-of-Fame», den «Quai Cornichon».

Claude Schoch ist langjähriger Gesamtleiter der Kabarett-Tage. Zehn Jahre war er Leiter, erst der zweite Leiter nach dem Gründer Peter Niklaus. Nach fünf Jahren Erfahrung als Bühnenmeister übernahm er damals die Leitung. Nach dem Jubiläum der Oltner Kabarett-Tage tritt er als Leiter zurück. Er bleibt aber im Programmteam und hilft bei der Auswahl der Künstler.

Für die Jubiläumsausgabe steht Schoch noch voll zu Verfügung und freut sich auf das Festival, das am 10. Mai beginnt. Wieder mit dabei sind bekannte, weniger bekannte, nationale und internationale Kabarettisten. Die Breite des Programms mache das Festival aus, findet er. Genau deshalb funktioniere es gut. Es gibt laut Schoch politisches, leichtes, und musikalisches Kabarett. Für jeden etwas.

Lieblinge unter den Kabarettisten?

Wenn man Claude Schoch nach seinen persönlichen Lieblingskabarettisten fragt, sagt er: «Keine einfach Frage. Wenn ich wählen müsste, dann ist es eine Kombination aus Auftrittserlebnis, Satireform und persönlichen Begegnungen». Wenn er aus all den Jahren ein paar davon auswählen müsste, wäre es eine bunte Liste von Künstlern.

Er nennt zum Beispiel das weibliche Duo Knuth und Tucek, die Solo-Kabarettistin Uta Köbernick, das männliche Duo Pigor und Eichhorn, der Appenzeller Kabarettist Simon Enzler oder Georg Schramm aus Deutschland. Unter den Jungen gefällt ihm Christoph Simon, der für SRF 1 auch schon die Morgengeschichte getextet hat.

Olten als Kabarett-Hauptstadt?

Zusatzinhalt überspringen

Nachwuchsförderung

Die Oltner Kabarett-Tage fokussieren seit Jahren auch auf den Schweizer Nachwuchs. Nebst dem Sprungfeder-Wettbewerb, einem Wettbewerb innerhalb des Festivals für junge Kabarettisten, gibt es seit fünf Jahren ein Casting für Nachwuchstalente, das schon vor den Kabarett-Tagen beginnt. Ein paar Ausschnitte gefällig? Voilà.

Die Organisatoren sprechen gerne von Olten als Kabarett-Hauptstadt. Das habe man zum grossen Teil erreicht, findet Schoch im Gespräch mit SRF. Aber es wäre schön, wenn Olten auch ausserhalb der Festivalzeit als Kabarett-Hauptstadt wahrgenommen werde. Das sei eine Baustelle, die er gerne noch helfe, umzusetzen

Die Oltner Kabarett-Tage gelten als grösstes Satire-Festival der Schweiz. Von der Anfangszeit 1986 bis heute hat das Festival viele Künstler geehrt und auch entdeckt. Seit Jahren treten Newcomer am Sprungfeder-Wettbewerb auf. Seit fünf Jahren gibt es auch ein Casting, für ganz neue Künstler.

Die Kriterien fürs Casting sind klar festgelegt. Die Nachwuchskünstler dürfen kein fertiges Programm haben, keine Agentur im Rücken. «Das hat sich bewährt. Wir konnten in den sechs Ausgaben bereits fünf Künstler etablieren, toll», freut sich Claude Schoch. Hier bleibe man dran. Der Nachwuchspool sei, auch dank der Slam-Poetry-Szene, viel besser dran als auch schon, freut er sich.