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Die neuen Regeln der Regiobank Solothurn bringen die Nachbargemeinde in Bedrängnis
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 06.02.2020.
abspielen. Laufzeit 02:37 Minuten.
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Negativzinsen für Gemeinden Zuchwil muss für Regiobank-Konto 10'000 Franken draufzahlen

Warum bezahlt die Gemeinde? Zuchwil ist eine grosse Gemeinde mit 9000 Einwohnern, gleich neben der Stadt Solothurn. Zuchwil hat ein Konto bei der Regiobank Solothurn. Hier sind 1 Million Franken quasi parkiert. Ab dem 15. Februar dieses Jahres muss Zuchwil auf diesen Betrag nun 1 Prozent Negativzinsen bezahlen – also 10'000 Franken im ersten Jahr.

Darum ist es ein Problem: Für Michael Marti, Finanzchef in Zuchwil, sind Negativzinsen ein Problem: «Die Bank hat Minuszinsen von der Nationalbank. Ich kann es zwar nachvollziehen, aber wir müssen uns überlegen, wie wir weiter vorgehen wollen.» Langfristig sei es keine Lösung, jedes Jahr tausende von Franken für Ersparnisse zu bezahlen. Man müsse die Bankstrategie überdenken.

Regiobank
Legende: SRF

Das sagt die Bank: Die Regiobank Solothurn ist eine kleinere Bank. Sie gehört zu einem Fünftel der Stadt Solothurn. Die Bilanzsumme liegt bei 3 Milliarden Franken, das ist etwa 9 Mal weniger als die grössere Aargauische Kantonalbank. Markus Boss ist CEO bei der Regiobank und erklärt: «Wir führen nicht flächendeckend Negativzinsen ein. Es ist zwar kein Einzelfall, aber es trifft weniger als 100 Kunden», so Boss. Kleine Sparer sind also nicht betroffen.

So geht es weiter: Wenn man als Grosskunde alles Geld bei einer Bank anlegt und alle Geschäfte über diese Bank abwickelt, dann muss man bei vielen Banken keinen Negativzins bezahlen - auch bei solchen, die unter anderen Umständen einen Negativzins verrechnen. Zuchwil überlegt sich nun, ob man alles Geld bei einer einzigen Bank konzentrieren soll und so den Negativzins umgehen kann. Allerdings wäre das Geld und damit das Risiko dann nicht mehr auf mehrere Banken verteilt.

Kanton Solothurn profitiert von Negativzinsen

Auch der Kanton Solothurn muss für seine Bankguthaben Negativzinsen zahlen. Im letzten Jahr waren dies gemäss Andreas Bühlmann, Leiter des Solothurner Finanzamts, 275'000 Franken.

Unter dem Strich profitiert der Kanton aber von den Negativzinsen. Leiht der Kanton auf dem Finanzmarkt Geld, kann er nämlich Zinsen verlangen. Dadurch habe der Kanton 2019 425'000 Franken eingenommen, so Bühlmann.

Die Verwaltung der Bankguthaben sei allerdings aufwändiger als früher. Vor allem im Juli, wenn die meisten Steuereinnahmen fliessen, erhalte der Kanton innert kurzer Zeit viel Geld, das er anlegen muss.

Regionaljournal Aargau Solothurn, 06:32 Uhr, buec;heir

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Adi Berger  (Adi B.)
    Tresorfach mieten und das Geld einlagern kostet bestimmt keine 10000 Franken.
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  • Kommentar von Andrea Roßdeutsch  (Lux Ferre)
    Warum soll es Grossanlegern anders gehen? Ich hab zwar nicht soviel dass ich irgendwo in die Negativzinsen falle, aber nur schon dass die Gebühren allfällige Mikrozinsen auffressen ist für Kleinsparer ärgerlich genug. Gut dass jetzt mal "jemand" merkt, dass der aktuelle Kurs der Banken nicht gut ist, für niemanden. Ausser vielleicht die Bank selbst. Aber der Fisch stinkt vom Kopf her, die SNB ist für mich fragwürdiger denn je.
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