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Aargau Solothurn Nussbaumen: «Kleine Bäckereien können viel schneller reagieren»

Jetzt ist sie offiziell eingeweiht, die grösste Bäckerei der Schweiz in Schafisheim. Eine Grossbäckerei samt Tiefkühllager und Logistikzentrum, die 60'000 Tonnen Backwaren pro Jahr produziert und verteilt. Eine kleine Bäckerei produziert viel weniger, zu höheren Preisen. Wie überlebt sie?

Die Bäckerei Frei in Nussbaumen zum Beispiel behauptet sich erfolgreich auf dem Markt. 140 Mitarbeiter beschäftigt sie. Brot, Konditorei- und Confiseriespezialitäten gibt es in 10 Filialen zu kaufen, im Raum Baden-Brugg. Ein eher mittlerer bis grosser Betrieb, die meisten Bäckereien im Aargau haben nur ein oder zwei Verkaufsgeschäfte, sagt Dominik Frei. Er ist Inhaber der Bäckerei in Nussbaumen und Präsident des Aargauer Bäcker-Confiseurmeisterverbandes.

Die Spezialitäten – auf diese setzten die Bäckereien. Ein grosser Unterschied zur Industriebäckerei in Schafisheim, findet Dominik Frei: «Wir können als mittelgrosse Bäckerei viel schneller auf Ereignisse reagieren. Zum Beispiel Produkte zur EM, die machen wir täglich frisch, nur zu Mannschaften, die noch mit dabei sind. Das kann die Industriebeäckerei nicht.»

Spitzbuben mit EM-Flagge

Stolz zeigt Dominik Frei das Fussballbrot oder die EM-Spitzbuben, in Fussballerform, mit verschiedenen Flaggen der europäischen Mannschaften bestückt. Aber nicht nur das Kreative mache die Bäckereien aus, auch die Qualität und die Regionalität der Produkte, ist Frei überzeugt. Das Mehl kommt aus der Region, die Erdbeeren für die Törtchen auch.

Dafür bezahlen die Kunden gerne etwas mehr als beim Grossverteilter, weiss Verbandspräsident Dominik Frei. Das bestätigt auch eine Umfrage unter Kunden am Donnerstagmorgen. Das Herzblut sei wichtig, das Brot lecker, bestätigen gleich zwei Kunden aus der Region.

Hier werden die Produkte noch mit Herzblut gemacht.
Autor: Langjähriger Kundeaus Kirchdorf

Die Bäckerei Konditorei Frei in Nussbaumen hat sieben Tage in der Woche geöffnet. Fachkräfte findet sie genug, der Beruf sei immer noch attraktiv, findet Dominik Frei. Sein Vater hatte die Bäckerei vor knapp 50 Jahren gegründet. Damals hatte er noch einen einzigen Motor, um verschiedene Maschinen anzutreiben.

Heute hat auch die mittelgrosse Bäckerei zahlreiche Maschinen, vor allem für die schweren Arbeiten wie Kneten, Teig auswallen, und so weiter. Ohne ginge es nicht, auch bei kleineren Bäckereien nicht, sagt Dominik Frei.

«Wir Bäcker sprechen nicht von Backwaren»

Die Zutaten seien aber wirklich dieselben, wie man sie zu Hause verwendet. Einfach die Mengen seien grösser. Ansonsten wisse man beim Beck wirklich, was drin sei, erklärt Frei die Vorteile der kleineren Player. «Wir Bäcker sprechen im Unterschied zum Grossverteiler nicht von Backwaren. Wir sprechen von Brot, Gipfeli und Erdbeertörtli.»

Die Grossbäckerei in Schafisheim sieht Frei nicht als Konkurrenz, sondern als Chance. Der Standortkanton Aargau werde gestärkt. Neben der Migros-Bäckerei in Gränichen (Jowa) habe man jetzt mit der Grossbäckerei in Schafisheim «einen richtigen Brotkanton», freut sich Frei. Von Coop erwartet er, dass der Grossverteiler in Schafisheim Fachkräfte ausbilde, die dann auch den kleineren Bäckereien wieder etwas bringen.

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