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Das Traktandum Hochhäuser lockte 750 Personen an die GV.
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 27.11.2019.
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Rekord in Spreitenbach Hochhäuser bewegen: Gemeindeversammlung überrannt und abgesagt

Das ist passiert: Die Gemeindeversammlung konnte in Spreitenbach am Dienstagabend überraschend nicht durchgeführt werden. Es kamen schlicht zu viele Personen in die Turnhalle. Die Gemeinde schreibt: «Die für den 26. November 2019 anberaumte Einwohnergemeindeversammlung musste vom Gemeinderat am Versammlungsabend aufgrund eines einmalig grossen Aufmarsches an Stimmberechtigten kurzfristig abgesagt und verschoben werden.»

Hochhäuser
Legende: So sieht das neue Projekt in Spreitenbach aus.Die Wohntürme sollen auch Wohnungen im oberen Preissegment anbieten. zvg

Statt 100 neu 750 Teilnehmende: «Ordentlicherweise kommen an eine Einwohnergemeindeversammlung in Spreitenbach zwischen 100 und 180 Stimmberechtigte. In der Planung ging der Gemeinderat aufgrund der Traktandenliste mit ortsprägenden Traktanden von der dreifachen Maximalzahl an Stimmberechtigen, also von 540 Personen aus», schreibt die Gemeinde. Diese Prognose erwies sich am Dienstagabend aber als zu vorsichtig. «Es kamen rund 700 Stimmberechtigte sowie 50 Gäste», sagt Gemeindeammann Valentin Schmid. Das seien so viele, wie noch nie.

Hochhaus
Legende: Das berühmte Spreitenbacher Hochhaus, die «Blutwurst» ,sichtbar von der A1 aus. Es steht in der Nähe des neuen Projekts. Keystone

Das Problem am Rekord: «Eigentlich ist es eine Riesenfreude, dass so viele Leute gekommen sind», so der Gemeindeammann. Eine gesicherte Gemeindeversammlung sei wegen des Aufmarsches leider aber nicht gewährleistet gewesen. «Wenn nicht alle einen Sitzplatz haben und während der Abstimmung vielleicht auch noch Leute herumlaufen, können die Stimmenzähler nicht richtig zählen.»

Hochhäuser, die mobilisieren: Das Traktandum der Gemeindeversammlung – die Teilrevision der Bau- und Nutzungsordnung – interessiert offenbar. Es geht darum, ob neben dem Shoppingcenter vier Hochhäuser mit rund 600 Mietwohnungen gebaut werden sollen. Die Hochhäuser wären mit ihren 100 Metern Höhe die höchsten Gebäude des Kantons Aargau. «Es ist ein kontroverses Thema. Manche haben Angst vor der Verdichtung, vor dem Bevölkerungswachstum, oder davor, dass schlechte Steuerzahler kommen», weiss der Gemeindeammann.

Hochhaus
Legende: Verdichtet bauen, das macht Spreitenbach schon länger. Auch das hier sind Wohnblöcke in Spreitenbach. Keystone

Spreitenbach, die unpolitischste Gemeinde? Die SRF-Rundschau betitelte die Spreitenbacher kürzlich als Politmuffel, als Nicht-Wähler-Land. Nicht mal jeder Dritte wählte bei den letzten Eidgenössischen Wahlen an der Urne. Nationalratswahlen, Ständeratswahlen, das scheint die Bevölkerung im Schnitt nicht allzu fest zu interessieren.

Fakten zu Spreitenbach

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Spreitenbach früher
Legende:So sah Spreitenbach mal früher aus. Jetzt ist vieles überbaut.Keystone
  • Einwohnerinnen und Einwohner: 11'882, davon Schweizer 5'874
    und 6'008 Ausländer.
  • Stimmberechtigt sind in Spreitenbach 4'683 Personen.
  • Lage: Zwischen Baden und Zürich.
  • Steuerfuss: 108 Prozent.
  • Spreitenbach zählt über 60 Vereine.
  • In Spreitenbach wurde 1970 das erste Shoppingcenter der Schweiz eröffnet. Das Shoppingcenter Tivoli Spreitenbach steht immer noch.

Quelle: spreitenbach.ch

Die Gemeindeversammlung allerdings mit dem Traktandum Hochhäuser lockte die Spreitenbacher überdurchschnittlich in die Turnhalle. «Bei Standardtraktanden gibt es keine grosse Beteiligung, emotionale Themen locken die Leute aber schon an.»

So geht es weiter: «Der Gemeinderat wird in den nächsten 10 Tagen über das weitere Vorgehen, den neuen Termin sowie über das neue Versammlungslokal informieren.» Der Gemeindeammann hofft, dass das politische Feuer der Spreitenbacher Bevölkerung noch etwas anhält. «Es wäre schön, wenn beim neuen Termin auch so viele oder noch mehr Leute kommen.»

Video
Politmuffel in Spreitenbach: Besuch im Nichtwähler-Dorf
Aus Rundschau vom 11.09.2019.
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6 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Verdichtetes Weiterbauen, behebt nicht die Tatsache, dass die Mini-Schweiz, massiv überbevölkert ist = Verursachung! Hinzu kommt, dass die Schweizer Landwirtschaft, schon lange nicht mehr fähig ist, die Bevölkerung effektiv zu ernähren! Hinzu kommt das massive Verkehrschaos auf den Strassen. Logischerweise, müssten Bundesrat, Parlament, Regierungsleute schweizweit, politische Parteien, endlich Einsicht zeigen und entsprechende Massnahmen zur Reduktion dieser Missstände ergreifen!
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    1. Antwort von Peter Singer  (P.S.)
      Das wird sich von selbst regeln. Sobald die Babyboomer-Generation ins Seniorenalter kommt, wird die Bevölkerung wieder sinken, weil dann die Sterberate über die Geburtenrate steigt. Die Verkehrsprobleme kann man lösen, indem man den ÖV ausbaut.
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  • Kommentar von Alex Schneider  (Alex Schneider)
    Wohnhochhäuser: Will das die Bevölkerung wirklich?

    Ist die Akzeptanz von Wohnhochhäusern und dem verdichteten Bauen wirklich gestiegen, oder wird hier aus der Wohnungsnot in den Agglomerationen schnell eine Tugend gemacht?
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  • Kommentar von Adi Berger  (Adi B.)
    Einmal mehr: Urnenabstimmung statt Gemeindeversammlung!
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