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Dass die «Alte Mittellandleitung» ersetzt wird, gefällt nicht allen
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 17.04.2020.
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Rupperswil-Kerzers SBB ersetzt fast 100-jährige Stromleitung

Die SBB produziert den Strom für ihre Züge zum grössten Teil selber. Sie hat eigene Kraftwerke und ein eigenes Stromnetz. Eine dieser SBB-Stromleitungen soll jetzt erneuert werden. Das kommt aber nicht überall gut an.

Es handelt sich um die «Alte Mittellandleitung». Sie führt über 90 Kilometer vom aargauischen Rupperswil über die Unterwerke in Olten und Deitingen im Kanton Solothurn bis ins freiburgische Kerzers.

Komplett-Ersatz bis 2028

Gebaut wurde die Stromleitung 1927, als in der Schweiz noch viel weniger Züge unterwegs waren und noch lange nicht alle elektrisch. Den heutigen Anforderungen des modernen Bahnverkehrs genügt die Leitung nicht mehr.

Bis 2028 soll die «Alte Mittellandleitung» in Etappen ersetzt werden. Ab Montag liegen die Pläne für den Abschnitt Oberbuchsiten-Lostorf öffentlich auf. Bis zum 19. Mai können die Betroffenen in neun Solothurner Gemeinden Einsprache machen.

Dass die Erneuerung der Stromleitung nicht bei allen gut ankommt, hat die SBB im Solothurner Wasseramt erfahren. Grundsätzlich führt die neue Stromleitung zwar am gleichen Ort durch wie die alte, an einigen Stellen wird sie aber versetzt.

Widerstand gegen Strommasten

In Gerlafingen SO beispielsweise soll die Stromleitung, die heute mitten durch ein Quartier führt, wieder aufs offene Feld verlegt werden (wo sie ursprünglich mal war, bevor das Dorf gewachsen ist). Die Anwohner am Dorfrand wehren sich aber dagegen, weil die bis zu 25 Meter hohen Strommasten ihre Aussicht stören. Sie haben verlangt, dass die Leitung in den Boden verlegt wird.

Stromleitung zwischen Häusern und neben Strasse
Legende: In Gerlafingen führt die SBB-Stromleitung mitten durchs Quartier. Früher stand sie auf dem Feld, die Häuser wurden später gebaut. Die SBB will sie jetzt an den Dorfrand verlegen. SRF

Eine Verlegung in den Boden sei für die «Alte Mittellandleitung» aber nicht vorgesehen, sagt SBB-Mediensprecher Oli Dischoe: «Die Verlegung unter die Erde ist im Gegensatz zum Haushaltstrom beim Bahnstrom nicht ohne Weiteres möglich. Das kann negative Auswirkungen haben auf das Zusammenspiel zwischen den Lokomotiven und dem Bahnstromnetz. Das kann zu Netzinstabilitäten führen und im dümmsten Fall dazu, dass die Züge nicht mehr fahren könnten».

Bahnstrom – ein besonderer Saft

Als die Kohle im Ersten Weltkrieg immer teurer wurde, beschloss die SBB 1918 die Elektrifizierung des gesamten Netzes. Heute hat sie 13 eigene Kraftwerke und 1800 Kilometer eigene Stromleitungen, um den Strom zu den Fahrleitungen zu bringen.

Bahnstrom sei «ein besonderer Saft», sagt die SBB selber. Zum Beispiel hat er eine dreimal niedrigere Frequenz als Haushaltstrom (16,7 Hertz statt 50 Hertz). Es ist genau ein Drittel, weil so die Turbinen der Wasserkraftwerke für beide Stromarten verwendbar sind. Die Übertragung erfolgt im üblicherweise zweipoligen Netz mit Spannungen von 132 kV und 66 kV.

Im Jahr 2005 kam es zu einem grossen Blackout im Bahnstromnetz der SBB, die Züge standen in der ganzen Schweiz mehrere Stunden still. In anderen Ländern funktioniert der Bahnstrom anders, es gibt viele unterschiedliche Systeme.

Regionaljournal Aargau Solothurn, 17:30 Uhr;

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