Solothurn: SP will Stadtpräsident Kurt Fluri verdrängen

Seit fast 24 Jahren ist FDP-Mann Fluri Solothurner Stadtpräsident. Im nächsten Jahr tritt er nochmals an. Und auch die SP möchte gemäss Parteiversammlung vom Mittwoch antreten. Allerdings lieber nicht, wenn die Grünen ebenfalls antreten. Diesen Fehler haben beide schon einmal gemacht.

Rote Stimmzettel bei einer Abstimmung. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Nach langem hin und her beschloss die SP-Versammlung, dass sie Amtsinhaber Kurt Fluri herausfordern will. (Symbolbild) BÄHRAM ALAGHEBAND/SRF

Man könnte sagen: Die Parteiversammlung der SP Stadt Solothurn vom Mittwochabend hatte zwei Seiten. Die eine war chaotisch: Es gab verschiedene Missverständnisse, gepaart mit langen Diskussionen und gefolgt von vielen Abstimmungen. Soll die SP antreten, wenn die Grünen nicht mit im Boot sind? Und treten vielleicht auch die Grünen an? Was tut die SP dann?

Der Blick zurück und voraus

Auf der anderen Seite zeigte sich die SP vorausschauend: Die Partei will nicht in den Wahlkampf steigen, ohne vorher mit den Grünen das Vorgehen abgesprochen zu haben. Die Fehler von 1993 sollen nicht nochmals passieren.

Damals forderte die SP den FDP-Mann Kurt Fluri heraus, der auch heute noch Stadtpräsident ist. Damals trat Klaus Koschmann an. Allerdings nicht alleine: Auch Marguerite Misteli von den Grünen wollte Stadtpräsidentin von Solothurn werden. Am Schluss gewann keiner von beiden. Dass sich zwei Kandidaten aus dem roten und grünen Lager Stimmen wegnehmen, soll deshalb nicht wieder vorkommen.

Was tun die Grünen?

«Wir werden mit den Grünen das Gespräch suchen und uns absprechen», erklärte Solothurns SP-Parteipräsident Claudio Marrari nach den Diskussionen im Interview mit dem Regionaljournal Aargau Solothurn. Möglich sei vieles, jetzt müsse man Abklärungen treffen. Die Parteileitung der Grünen hätte zwar signalisiert, dass sie eine rote Kandidatur unterstützen würden, hiess es gestern. Doch die Basis hat sich dazu noch nicht äussern können – und sie hat das letzte Wort.

Fest steht nach der SP-Parteiversammlung vom Mittwoch nur eines: Die SP will Stadtpräsident Kurt Fluri angreifen. Wenn er 2017 bei den Wahlen in der Stadt Solothurn antritt – und das wird er – dann ist Fluri 24 Jahre im Amt. Noch eine Amtsdauer soll es nicht geben, wenn es nach der SP Stadt Solothurn geht.

Und weiter zeigte sich an der Versammlung: Franziska Roth dürfte die Favoritin bleiben aus den Reihen der SP. Die Präsidentin der SP Kanton Solothurn erklärte gestern, dass sie kandidieren möchte. Ausser ihr hat bisher kein Mann und keine Frau Anspruch auf den Sitz erhoben. Marrari hält aber fest: Es wird ein Findungsverfahren geben, in dem über mehrere Personen gesprochen wird.