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Weil der Sparhammer droht Badener Kulturleute entdecken die Politik

Viele Kultur-Freunde in Baden sind erschrocken, als die Politik vor rund einem Jahr der Eventhalle «Nordportal» die Fördergelder gestrichen hat. Einige Kulturschaffende haben sich daraufhin zusammengeschlossen. Seit Kurzem treten sie jetzt unter dem Namen «kulturaktiv» als Lobby-Organisation auf.

Bronzefigur vor Glaspavillon
Legende: Nur ein kleiner Teil der Badener Kultur: Bronzestatue vor dem Kurtheater. SRF/Stefan Ulrich

Als erstes will «kulturaktiv» verhindern, dass die Politik bei der nächsten Budget-Beratung wieder so spontan den Sparhammer sausen lässt wie vor einem Jahr. Damals habe die Politik «im Affekt» gehandelt, meint Saxofonlehrer und Konzertorganisator Mario Schenker.

Damit das nicht mehr passiert, hat Schenker Zahlen erhoben, welche zeigen sollen, dass Kultur in Baden ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist. Von 17 Kulturinstitutionen hat Schenker ausgewertet, wie viel Geld sie wofür ausgeben. Insgesamt sind es über 1,3 Millionen Franken, die direkt an das lokale Gewerbe fliessen, für Strom, Miete, Hotels, Handwerker, Grafiker usw.

Wir wollen aufzeigen, dass Kultur nicht einfach ein unnötiges Luxusgut ist, das nur Ausgaben verursacht.
Autor: Mario SchenkerMitglied bei «kulturaktiv»

Man wolle zeigen, dass Kultur eine wirtschaftliche Relevanz habe, sagt Schenker. Er geht unter anderem davon aus, dass die Besucher von Konzerten, Museen und anderen Kulturveranstaltungen in Baden jährlich 12 Millionen Franken ausgeben für Essen und Einkäufe in der Stadt.

Viele Leute in einer Altstadtgasse
Legende: Kampf um Kultur: 2017 setzen sich Anhänger des Badener «Royal» für den Erhalt des Kulturlokals ein. SRF/Stefan Ulrich

Auch nach der bevorstehenden Budget-Debatte will «kulturaktiv» den Kontakt zur Politik pflegen. «Den Kulturschaffenden darf Politik nicht egal sein, denn wir sind abhängig von der Politik», sagt Mario Schenker.

Jahrelang musste Baden nicht sparen, die Kultur hatte es nicht nötig, sich zu wehren. Jetzt, wo auch in Baden das Geld nicht mehr einfach so fliesst, hat die Kulturszene offenbar die Politik neu entdeckt.

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