Zum Inhalt springen

Header

Audio
Braucht es für Karton bald eine Gebührenmarke?
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 08.01.2020.
abspielen. Laufzeit 04:29 Minuten.
Inhalt

Fast wertloser Karton Basel hat ein spezielles Altkarton-Problem

Der Preis für Karton ist im Keller. Basel prüft jetzt, dafür Geld zu verlangen. Andere Städte lösen das Problem anders.

Früher gab es noch Geld in die Abfallkasse für alten Karton. Inzwischen ist der Preis für alten Karton jedoch regelrecht eingebrochen. Vor allem die Nachfrage in China sei zurückgegangen, sagen Experten. Und das hat Folgen auch in der Schweiz, konkret in Basel. Der Leiter der Basler Stadtreinigung, Dominik Egli, rechnet vor: Vor ein paar Monaten gab es für eine Tonne Altkarton noch 70 Franken. Unterdessen nur noch zehn. «Das ist fast nichts mehr», sagt Egli. Deshalb werde in der Basler Abfallkasse im laufenden Jahr eine halbe Million Franken fehlen.

Dieses Loch könne man nicht einfach mit Steuergeldern stopfen, denn das Umweltschutzgesetz verlangt, dass die Verursacher von Abfall zahlen müssen, wenn die Entsorgung kostet. Die Idee dahinter: Das soll ein Anreiz sein, um Abfall möglichst zu vermeiden. Konkret prüft der Kanton Basel-Stadt deshalb drei Möglichkeiten, um das entstandene Loch in der Abfallkasse zu stopfen.

  • Die Karton-Entsorgung ist nicht mehr gratis, sondern kostet
  • Der «Bebbi-Sagg» wird teurer. Mit den Mehreinnahmen wird die Entsorgung von Karton quersubventioniert
  • Der Kanton erhebt eine Grundgebühr, um separate Abfallsammlungen, die sich nicht lohnen, zu finanzieren.

Alex Bukowiecki vom Verband kommunale Infrastruktur, der Städte und Gemeinden auch bei Abfallthemen berät und vertritt, rät davon ab, eine Gebührenmarke für Altkarton einzuführen: «Das wäre ein schlechtes Signal, wenn es plötzlich etwas kostet, wenn man etwas für die Umwelt tun möchte.» Zudem drohe dann, dass vermehrt Karton im Abfall statt in der separaten Sammlung lande. In diesem Fall werde es die Schweiz kaum noch schaffen, so wie heute, 82 Prozent von Papier und Karton zu recyclen.

Zalando und Co sollen sich um Kartonflut kümmern

Um die Preisschwankungen beim Recycling aufzufangen hätten im Gegensatz zu Basel viele Städte und Gemeinden eine Grundgebühr eingeführt. Eine separate Pauschale. Diese habe den grossen Vorteil, dass man Reserven bilden könne und damit Preisschwankungen auffangen könne. Erst wenn der Preis für Altkarton monate-, ja sogar jahrelang so tief bleiben würde, müssten diese Städte ihre Gebühren erhöhen.

Beim Verband der Gemeinden und Städte möchte man aber vor allem auch jene in die Pflicht nehmen, die für die Kartonflut mitverantwortlich sind: Onlinehändler wie Amazon, Galaxus, Zalando und Co.

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)

Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

3 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Alex Berney  (berneya)
    Wider diese Lakaien. Ich bin kein Wissenschaftler,doch sicher bin ich, wir haben genug Papier und Karton auf der Welt um nur noch davon zu leben. Solange weiter abgeholzt wird.. Wird es ein Problem damit haben. Ich würde mal in der Schweiz damit anfangen alle Anbieter etc. Zu verpflichten ihre Verpackungen aus Recycling Material her zu stellen. Von Plastik bis Papier und Schlaufe. Ganz einfach. Die wollen was verkaufen und damit reich werden, Dann verpackt es richtig.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Oliver Schmid  (O. Schmid)
    Ziemlich klar wo der Karton landet, wenn man für die Entsorgung zahlen muss: irgenwo illegal entsorgt. Also eine schlechte Idee wenn man dafür zahlen soll, aus Umweltschutzgründ. Das Gegenteil würde erreicht.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Remo Fischer  (remi22)
      Der Abfall kostet ja auch und es funktioniert... Daher wer viel Kartong braucht soll auch dafür zahlen... Alternativ könnte man ja auch den Kartong besteuern wie bei Elektrogeräten...
      Ablehnen den Kommentar ablehnen