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Recyclinghöfe verlangen Geld für Karton
Aus Tagesschau vom 05.01.2020.
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«Karton kostenpflichtig» Immer mehr Recyclinghöfe verlangen Geld für Altkarton

Die Abgabe von Karton in Sammelstellen ist nicht mehr überall kostenlos. Die Papierfabriken bangen nun um den Werkstoff.

Der Preis für Altkarton ist im Keller, weil ein Überangebot herrscht. Erste Schweizer Recyclinghöfe verlangen bereits Geld für die Annahme von Karton. In Altstätten im St. Galler Rheintal beispielsweise steht seit dem 1. November das Schild «Karton kostenpflichtig». 50 Rappen müssen für 10 Kilogramm Karton gezahlt werden. Das könnte bald auch andernorts der Fall sein.

Denn der Markt sei zusammengebrochen, sagt Jakob Thür, Geschäftsleiter der Thür Transporte AG: «Die Lager bei den Kartonverwertern sind voll, wir sitzen auf dem Karton. Wir müssen das Material lagern und irgendwann geht die Rechnung nicht mehr auf.»

China und mehr Online-Handel

Die Gründe für den Überschuss: China hat den Import von Altkarton drastisch reduziert. Und auch der steigende Online-Handel verursacht immer mehr Verpackungskarton.

Die Bevölkerung im Rheintal muss bei zahlreichen Sammelstellen für die Kartonentsorgung zahlen. Wie sieht es in anderen Regionen aus? Alain Probst, Vorstandsmitglied Verband Stahl-, Metall- u. Papier-Recycling Schweiz, sieht eine Trendumkehr zurzeit nicht in Sicht. Es sei gut möglich, dass auch andere Gemeinden Zuzahlungen verlangen werden.

Fabriken sind auf Altkarton angewiesen

Rund 1.3 Millionen Tonnen Papier und Karton werden in der Schweiz jährlich gesammelt, also rund 150 Kilogramm pro Kopf. Dringend angewiesen auf diesen Werkstoff sind die Kartonfabriken. So stellt die Papierfabrik Niedergösgen (SO) jährlich aus 250’000 Tonnen Altkarton 230’000 Tonnen Wellkarton her.

Betriebsleiter Michael Wilms füchtet sich denn auch vor dem neuen Trend. «Auf keinen Fall darf es dazu kommen, dass Altpapier und Altkarton anderweitig entsorgt, möglicherweise sogar verbrannt werden. Wir setzen nach wie vor auf diesen Rohstoff und werden in den nächsten Jahren unsere Produktionskapazitäten sogar ausbauen», erklärt er.

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46 Kommentare

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  • Kommentar von M. Kaiser  (Klarsicht)
    Da ich den Karton ja durch meinen Kauf bezahlt habe, ist es Sache der Verkäufer gegen eine Marke den Karton wieder zu sich zu nehmen oder man packt vor Ort gleich aus. Bei Internetkauf hat der Besteller die Entsorgung zu bezahlen in dem er einen Betrag von 2 Fr zurückbehält. Mit diesen Möglichkeiten ist die Sache weitestgehend an die Verursacher abgewälzt.
  • Kommentar von A. Keller  (eyko)
    Recyclinghöfe verlangen Geld für Altkarton. Sollte das Schule machen, würde ich gerne wissen wo wiege ich mein Karton? Habe Zuhause nur eine kleine Haushaltswaage, da passt kein grosser Karton drauf zum wägen. Dazu kommt die Kostenfrage je nach Abgabe des Gewichts. Braucht es Gebührenmarken zur Abgeltung? Könnte noch kompliziert werden um es allen recht zu machen.
    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Dort wo Recyclinghöfe Gebühren pro Gewicht für die Annahme von Karton verlangen wird der Recyclinghof fast sicher eine Waage haben.
  • Kommentar von Tobias Vetter  (ToVe)
    Wärs nicht eh sinnvoller, den Abfall dort zu recyceln wo er auch anfällt? Ich schliesse aus den Artikel, dass dieser (zum Teil) nach China exportiert wird. Sorry, aber Abfall (!) um die halbe Welt zu karren ist einfach nur Unsinn. Man kennt das ja leider auch vom Elektroschrott, Plastik etc.
    1. Antwort von Christian Halter  (Asterix der Gallier)
      Ja, aber woher kommt der meiste Karton? Eben, aus China und anderen Ländern als Verpackung für unsere Bananen, Drucker, Smartphones, TVs, Tomaten, Zalando-Kleider, usw. also aus dem Ausland und dann zurück dahin. Also zweimal um die halbe Welt (oder einmal rundherum)...
    2. Antwort von Vera Kehrli  (Vera Kehrli)
      Das spielt in dem Fall keine Rolle, weil eh viele leere Schiffe nach China fahren.
    3. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Das ist Recycling. Das macht bein dem Exportvolumen bestimmt Sinn.