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Basel Baselland Jetzt fordert Therwil Handschlag an Schule ein

Die Baselbieter Bildungs-Direktion hat die Vereinbarung aufgehoben, die an der Schule Therwil zwei muslimische Schüler vom Handschlag dispensierte. Ein Rechtsgutachten war zum Schluss gekommen, dass das öffentliche Interesse höher zu gewichten sei als die Religionsfreiheit.

Legende: Video Handschlag wird zur Pflicht abspielen. Laufzeit 3:30 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 25.05.2016.

Im Kanton Baselland dürfen Schülerinnen und Schüler nicht mehr den Handschlag aus religiösen Gründen verweigern. Tun sie dies trotzdem, müssen die Erziehungsberechtigten mit Sanktionen rechnen. Das hat die Baselbieter Bildungsdirektion entschieden.

Bildungsdirektorin Monica Gschwind stützt sich bei diesem Entscheid auf ein Gutachten ab, das sie Anfang April in Auftrag gegeben hatte. Das Gutachten kommt zum Schluss, dass in diesem Fall das öffentliche Interesse höher zu gewichten sei als die Religionsfreiheit. Die Bildungsdirektion verweist bei diesen öffentlichen Interessen namentlich auf die Gleichbehandlung von Mann und Frau, die Integration von Ausländern sowie einen geordneten Schulbetrieb.

Die Verpflichtung zum Händedruck stellt gemäss dem Rechtsgutachten zwar einen Eingriff in die Glaubens- und Gewissensfreiheit dar. Weil er jedoch den muslimischen Glauben nicht in seinen zentralen Teilen berühre, sei dieser Eingriff verhältnismässig. Auf die Religionsfreiheit hatten sich zwei muslimische Schüler in Therwil berufen, als sie ihrer Lehrerin den Händedruck verweigerten. Die Schulleitung hatte ihnen darauf hin eine Dispens vom Händedruck erteilt. Der Fall sorgte schweizweit für Aufsehen, als er Anfang April bekannt wurde. Diese temporäre Regelung der Sekundarschule Therwil wird nun aufgehoben.

Busse bei Verweigerung

Die Baselbieter Bildungsdirektorin Monica Gschind erklärte gegenüber dem «Regionaljournal Basel» von Radio SRF, sie sei froh, dass jetzt Klarheit herrsche: «Wir können das jetzt einfordern.» Um die Forderung durchzusetzen stehen den Behörden Sanktionen wie Bussen zur Verfügung. Wenn das Problem nicht gelöst werden könne, könne auch Meldung ans Migrationsamt erstattet werden. In jedem Fall werde jedoch als erstes das Gespräch mit den Schülern und den Eltern gesucht, betont Gschwind.

Auch der Präsident des Dachverbands der Lehrerinnen und Lehrer, Beat Zemp, begrüsst den Entscheid: «Wenn die Regeln glasklar sind, sind wir rechtlich abgesichert, um das besser durchzusetzen.»

Abzuwarten bleibt, ob der Entscheid auch von den betroffenen Schülern und deren Eltern akzeptiert wird. Andernfalls wird sich zeigen müssen, ob das Rechtsgutachten auch einem ordentlichen Gerichtsverfahren stand hält.

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54 Kommentare

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  • Kommentar von Manuela Fitzi (Mano)
    @An die Toleranten: Dann soll mir mal bitte jemand den Zusammenhang zwischen Händedruck und Allah erklären. Und zwar so, dass sich diese Erklärung ausschliesslich auf die muslimische Religion bezieht, also deutlich abgrenzbar vom Glauben an den Herrgott abzugrenzen ist. Rein religiöse Argumente bitte!
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    1. Antwort von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
      Das Problem ist, dass bei allzu vielen Muslimen die archaische Kultur zur Religion gehört. Sie sind nicht fähig, die beiden Dinge auseinander zu halten.
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  • Kommentar von Pia Müller (PiMu)
    Endlich mal eine Stellungnahme gegen die Muslime in CH. Erfreulich. Ob Händedruck oder Kopftuch an unseren Schulen - einfach mal unsere Mentalität annehmen oder gehen !!!
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    1. Antwort von Urs Müller (Confoederatio)
      Wieso ist diese Stellungnahme gegen Muslime? Ich kenne viele Moslems, welche ohne zu Zögern einem die Hand reichen.
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    2. Antwort von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
      @UM: Ganz einfach: Weil es die Art und Häufigkeit der Kommunikation geschafft hat, alle Schattierungen auszublenden und auf zwei Kategorien zu reduzieren. Diese Auffassung (von "Denken" will ich hier nicht sprechen) dominiert auch jede Diskussion in diesen Foren. Anstatt Lösungsansätze zu liefern und zu diskutieren (dazu gehört speziell auch das Anhören und wertfreie Interpretieren der Opposition) wird nur noch auf der Gegenseite herumgehackt.
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  • Kommentar von mario jenny (jenma1)
    ich finde die diskussion leicht verstörend.als ich 14 war kam überhaupt niemand auf die idee dem lehrer die hand zu geben.. damals waren hosentaschen das bessere versteck. lehrer wollten das übrigends auch nicht. lassen wir mal den islamquatsch beiseite... wer kann ein kind *zwingen* einem lehrer der ihn empirisch jahrelang *quält* die hand zu geben. auf diese verbrüderungsgeste kann ich sch..äh pfeifen aber wenn das die einzigsten und grössten probleme an ch schulen sind....nur zu!
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    1. Antwort von Daniel Griesser (Daniel Griesser)
      Sie verwechseln Ihre eigenen schlechten Schulerfahrungen mit der Institution Schule und lassen ausser Bedracht, welche Bedeutung etwas - in dem Fall "kein Händedruck" hat. Da geht es nicht um ein bisschen pubertierende Rebellion.
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