Zum Inhalt springen

Header

Audio
Der Hauptangeklagte Kickboxer im Fall "Dojo" muss doch nicht ins Gefängnis.
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 21.02.2020.
abspielen. Laufzeit 01:34 Minuten.
Inhalt

Überfall auf Kampfsportschule Baselbieter Kantonsgericht mildert Strafen im Fall «Dojo» ab

Der Hauptangeklagte muss nicht ins Gefängnis. Das Gericht ging damit teilweise auf seine Berufung ein.

Der Hauptangeklagte Kickboxer muss doch nicht ins Gefängnis. Das ist das wichtigste Urteil im Berufungsverfahren, welches das Baselbieter Kantonsgericht am Freitag gefällt hat. In Erstinstanz hatte das Strafgericht den Hauptangeklagten noch zu einem Jahr Gefängnis bedingt verurteilt. Das Strafmass für den Hauptangeklagten wurde nun auf eine bedingte Freiheitsstrafe von zwei Jahren heruntergesetzt.

Der Fall, der unter der Bezeichnung «Dojo» verhandelt wurde, sorgte landesweit für Schlagzeilen. Auf der Anklagebank sassen neben dem Hauptangeklagten über ein Dutzend weitere Beschuldigte, die 2014 an einem brutalen Überfall auf eine Kampfsportschule in Reinach beteiligt waren. Dort kam es dann zu einem Zweikampf zwischen zwei miteinander verfeindeten Kampfsportlern.

Gegen die Urteile des Strafgerichts von September 2018 haben mehrere der Verurteilten sowie die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. Diese wurden vom Kantonsgericht am Freitag nun teilweise gutgeheissen, was sich in vielen Fällen strafmildernd auswirkte.

Hart aber nicht unbedingt unfair

Das Gericht bezeichnete diesen Zweikampf zwar als brutal, aber nicht als «offensichtlich nur unfair». Schliesslich habe der Angreifer den Kampf letztlich verloren. Dennoch habe sich der Hauptangeklagte unter anderem mit dem Aufbau einer massiven Einschüchterungs- und Drohkulisse – er war in Begleitung von mehreren maskierten und mit Holzstöcken bewaffneten Mitkämpfern erschienen – einen «unlauteren» Vorteil verschafft.

So blieb es beim Tatbestand der versuchten schweren Körperverletzung, was das Gericht durch ein ausführliches Gutachten eines deutschen Kampfsportverbands bestätigt sah. Der Angeklagte habe verbotene Techniken und Griffe angewandt und damit schwere Verletzungen in Kauf genommen.

Zudem wurden mit einer Ausnahme alle anderen vom Strafgericht ausgesprochenen bedingten Freiheits- und Geldstrafen abgemildert. Die Berufungen der Staatsanwaltschaft wurden ebenfalls mit einer Ausnahme abgewiesen.

Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr, polm/sda

Schliessen

Jederzeit top informiert!

Wir informieren laufend über die aktuelle Entwicklung und liefern Analysen zum Coronavirus. Erhalten Sie alle wichtigen News direkt per Browser-Push. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen