Umstrittener Sponsor für Basler Auftritt an der Expo Milano

Am Dienstag stellten Basel, Zürich und Genf ihre Projekte vor. Die drei Städte treten in Milano mit eigenen Ständen und Veranstaltungen auf. Nichtregierungsorganisationen kritisieren den Auftritt von Basel - wegen des Hauptsponsors Syngenta.

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Bildlegende: Modell des Schweizer Pavillons an der Expo Milano Keystone

Die drei Städte wollen an der Weltausstellung, die Anfang Mai eröffnet wird, eine «innovative, nachhaltige, kulturelle und urbane Schweiz präsentieren». Neben den drei Städten sind an der Expo auch auch andere Kantone wie Graubünden oder Wallis präsent, ebenso der Nahrungsmittelkonzern Nestlé und Schweiz Tourismus.

Unter dem Motto «Spirito di Basilea» zeigt Basel «weltbedeutende Entwicklungen, die in Basel ihren Anfang genommen haben und die Welt direkt oder indirekt verändert haben», so der Basler Regierungspräsident Guy Morin, und zwar aus Wissenschaft, Geistesleben und Kunst, Architektur und Design und Wirtschaft.

«  Der Konzern Syngenta wird seine Strategie erzählen und niemand wird widersprechen. »

Florianne Koechelin
Gentech-Kritikerin

Nichtregierungs-Organisationen kritisieren, dass Hauptsponsor Syngenta am Basler Auftritt ein «Meinungsmonopol» habe und seine Welternährungs-Strategie unwidersprochen präsentieren könne. Vertreter der biologischen Landwirtschaft seien erst nach dem eigentlichen Basler Auftritt präsent und dann auch nur mit einzelnen Projekten.

Gentech-Kritikerin Floriane Koechlin: «Das Motto der Expo heisst 'den Planeten ernähren'. Der Konzern Syngenta wird seine Strategie erzählen und niemand wird widersprechen.» Der Basler Regierungspräsident Guy Morin hingegen betont: «Es muss eine kritische Diskussion gegeben, aber nicht indem man einen Partner ausschliesst.»

In Mailand zeigen die drei Städte Basel, Zürich und Genf zudem gemeinsam Entwicklungen in der urbanen Nahrungsmittelproduktion und Ernährungsforschung. Die Weltausstellung in Mailand dauert vom 1. Mai bis zum 31. Oktober 2015 und widmet sich den Themen Ernährung, Nachhaltigkeit und Ressourcenverteilung. Der Schweizer Pavillon mit dem Namen «Confooderatio Helvetica» besteht aus vier Türmen, die mit Salz, Wasser, Apfelringen und Kaffee gefüllt sind. Die Besucher können sich bedienen. Je mehr Produkte sie mitnehmen, desto tiefer senkt sich der Boden der Besucherplattform.

(Regionaljournal Basel, 17:30)