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Legende: Audio Der Prattler Gemeindepräsident Stephan Burgunder sieht im Gebiet Salina Raurica grosses Potential abspielen. Laufzeit 14:16 Minuten.
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 17.05.2019.
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Wochengast «Die Chance für Pratteln ist einmalig und grossartig»

Gemeindepräsident Stephan Burgunder (FDP) spricht über das Riesenprojekt Salina Raurica, aber auch über die Probleme mit der Chemiefirma Rohner und das geplante Bundesasylzentrum.

Die Gemeinde Pratteln hat grosse Pläne. Auf dem Gebiet Salina Raurica, in der Nähe des Rheins, soll ein 200'000 Quadratmeter grosses neues Quartier entstehen. Es soll Platz bieten für 2'500 Einwohner und zudem 2'500 neue Arbeitsplätze beherbergen. Gemeindepräsident Stephan Burgunder gerät beim Wochengast-Interview ins Schwärmen: «Wir haben die Möglichkeit, einen neuen Stadtteil zu entwickeln. Diese Chance ist einmalig und grossartig.»

Die Region Basel brauche Gebiete wie Salina Raurica, um sich weiterentwickeln zu können. «Der Bedarf nach mehr Wohnraum ist gross. Wir brauchen auch mehr Arbeitsplätze für die Menschen, die in die Region ziehen. Und die Agglomeration von Basel ist prädestiniert dafür, beides zu schaffen», sagt Stephan Burgunder.

Infrastruktur muss noch gebaut werden

Bis die ersten Bagger auffahren in Salina Raurica dauert es jedoch noch rund fünf Jahre. «Derzeit ist die Infrastruktur noch nicht bereit für die vielen Wohnungen und Arbeitsplätze.» Aber daran werde gearbeitet: Geplant ist die Verlängerung der Tramlinie 14, die Rheinstrasse soll verlegt werden, neue kommunale Strassen gebaut werden. Und es braucht auch eine neue Primarschule.

Eine weitere Herausforderung ist, alle Landeigentümer auf dem Areal hinter das Projekt zu bekommen. 23 verschiedene Grundbesitzer gibt es. «Alle müssen einverstanden sein», sagt Burgunder. Er gibt sich zuversichtlich, dass dies klappt. «Bisher ist die Zusammenarbeit mit allen Grundeigentümern sehr gut.»

Sorgenkind Rohner

Während das Projekt Saline Raurica für den Gemeindepräsident ein Lichtblick ist, gibt es in Pratteln derzeit aber auch Unerfreuliches. Im März ereignete sich bei der Chemiefirma Rohner eine Panne, mutmasslich floss dabei Industrieabwasser ins Grundwasser. Burgunder forderte damals vom Kanton, dass dieser eine temporäre Schliessung der Firma Rohner anordnet, falls die Sicherheit für die Bevölkerung nicht gewährleistet sei.

Ich weiss nicht, ob man Vertrauen in Leute haben kann, die wenig oder gar nicht kommunizieren.
Autor: Stephan BurgunderGemeindepräsident Pratteln

Seither hat der Kanton der Chemiefirma Auflagen gemacht. Wie es um die Sicherheit bei Rohner steht, weiss jedoch auch der Gemeindepräsident nicht. Vertraut der Gemeindepräsident denn der Firmenführung von Rohner? Dazu sagt Burgunder: «Ich weiss nicht, ob man Vertrauen in Leute haben kann, die wenig oder gar nicht kommunizieren. In eine Firma, in der die Ansprechpartner ständig wechseln.» Die Gemeinde Pratteln wünsche sich «deutlich mehr Transparenz».

Nein zum Bundesasylzentrum

Ein drittes Thema, das Pratteln beschäftigt, ist das geplante Bundesasylzentrum. Der Kanton informierte die Gemeinde im letzten Herbst, dass ein solches Zentrum mit Platz für 250 Asylsuchende auf ein Areal in Pratteln kommen soll. Der Gemeinderat reagierte damals ablehnend. Burgunder erklärt: «Wir gaben dem Kanton die Rückmeldung, dass wir den geplanten Standort nicht ideal finden.»

Pratteln und der Kanton sind noch immer im Gespräch übers Bundesasylzentrum. Doch der Gemeindepräsident gibt sich immer noch skeptisch. «Aktuell sehe ich es nicht, bei uns ein Bundesasylzentrum einzurichten.» Das passe nicht zum Imagewandel, den die Gemeinde plane. Komme hinzu, dass es keinen geeigneten Standort gebe.

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