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Legende: Audio stv. Kantonschemiker Urs Achermann: «Es liegt keine akute Gesundheitsgefährdung vor.» abspielen. Laufzeit 02:19 Minuten.
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 09.08.2019.
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Chlorothalonil im Trinkwasser Das Seeland ist vom Pestizid im Trinkwasser besonders betroffen

In der Gemüsekammer der Schweiz wurden kantonsweit am meisten überschrittene Höchstwerte gemessen.

Chlorothalonil: So heisst ein Fungizid, welches Bauern, beispielsweise gegen Mehltau bei Zwiebeln, auf Felder spritzen. Besonders oft zum Einsatz kommt das Pflanzenschutzmittel im Berner Seeland, der Gemüsekammer der Schweiz.

Höchstwerte im Seeland um das Zehnfache überschritten

Der Kanton Bern hat nun nachgewiesen, dass es dort zu viele Rückstände des Mittels im Trinkwasser hat. Dies ist problematisch, da Chlorothalonil gemäss neusten Forschungsergebnissen als möglicherweise krebserregend gilt. Der Bund hat es deshalb neu auf die Liste der relevanten Stoffe gesetzt, was bedeutet, dass gewissen Höchstwerte nicht überschritten werden dürfen.

Neun von zehn beanstandeten Messstationen stehen im Seeland, die Grenzwert werden teilweise um das Zehnfache überschritten. Diese Zahlen hat das kantonale Gewässer- und Bodenschutzlabor auf Nachfrage des Regionaljournals offengelegt.

Konkret werden drei von zehn belasteten Wasserfassungen im Kanton für Trinkwasser genutzt: Zwei stehen im Seeland, eine im Oberaargau. Welche Gemeinden konkret betroffen sind, will das Amt nicht offenlegen, da zuerst die Wasserversorger informiert werden sollen.

Hahnenwasser kann man weiterhin bedenkenlos trinken.
Autor: Urs Achermannstellvertretender Kantonschemiker Bern

Obwohl die Höchstwerte für Chlorothalonil verschiedenenorts überschritten werden, sei dies kein Grund, kein Hahnenwasser mehr zu trinken. «Die Gesundheit ist nicht akut gefährdet», sagt der stellvertretende Kantonschemiker Urs Achermann. Überschrittene Höchstwerte bedeuteten lediglich, dass die Wasserversorger nun handeln müssten.

«Das Wasser kann mit unbelastetem verdünnt werden», so Achermann. Dies müsse innerhalb eines Monats umgesetzt werden. Wo dies nicht möglich sei, müssten neue Leitungen zu unbelasteten Grundwasserfassungen gezogen oder im schlimmsten Fall die Quelle aufgegeben werden. Dafür gewährt der Bund eine Übergangsfrist von zwei Jahren.

Schweizweite Massnahmen

In den letzten Wochen wurden aus verschiedenen Kantonen hohe Chlorothalonil-Werte gemeldet, etwa aus der Ostschweiz oder dem Kanton Aargau. Wie viele Kantone und Gemeinden betroffen sind, ist im Moment noch unklar. Der Bund hat nun ein schweizweites Vorgehen beschlossen und die Kantone angewiesen, überschrittene Höchstwerte senken zu lassen.

Während die Wasserversorger gegen das Pestizid im Trinkwasser aktiv werden müssen, wird es in der Schweiz weiter verkauft und eingesetzt – rund 45 Tonnen davon waren es im Jahr 2017. Der Bund prüft nun, 15 Pflanzenschutzmitteln mit Chlorothalonil die Bewiligung zu entziehen. Ein Entscheid wird im Herbst erwartet.

Doch auch wenn die Wasserversorger das belastete Wasser verdünnen, ist damit das Problem nicht gelöst. «Chlorothalonil ist persisten, das heisst, es wird noch während Jahrzehnten aus den Böden ausgewaschen», sagt Urs Achermann.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Adrian Flükiger  (Ädu)
    Aha, das ist offenbar auch der Grund dafür, dass der Rebensaft dort auch etwas weniger süffig daherkommt...
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  • Kommentar von Franz NANNI  (igwena ndlovu)
    Lebensmittel werden bald knapp, da kann man sich keine Ernteverluste mehr leisten.. also seht zu dass ihr bald einen Ersatz findet... fuer alle Pestizide die Euch stoeren.. ausserdem, 2/3tel Nahrung werden importiert.. da nuetzt Reklamieren nichts...ich verstehe die Sorgen.. nur, die Bevoelkerung wird immer aelter im Schnitt... da stimmt doch etwas nicht mit der Angstmacherei..WER Verdient letztendlich daran.. an einem Wechsel.. ist das alles Business-Konzertiert???
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