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Trübe Aussichten für die Leute in Mitholz – sie müssen ihr Leben überdenken. Zwei Betroffene erzählen.
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 26.02.2020.
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Munitionslager Mitholz Das Wallis will nicht abgeschnitten werden

Die Verbindung zwischen Bern und dem Wallis müsse garantiert werden, so die Forderung aus dem Wallis und Kandersteg.

Was bedeutet die Räumung des Munitionsdepots Mitholz für die Verbindung zwischen den Kantonen Bern und Wallis? Auf beiden Seiten ist man besorgt. «Eine Blockierung der Linie ist völlig unzumutbar – für den Kanton Wallis als Tourismuskanton, aber auch für die Bevölkerung vor Ort», sagt der Walliser CVP-Ständerat Beat Rieder. Die Linie müsse offen bleiben, um die Nord-Süd-Verbindung sicherzustellen.

Bereits im Dezember verlangte Rieder im Ständerat, dass im Raum Mitholz eine zweispurige Strasse gebaut wird. Der Ständerat nahm seine Motion an – gegen den Willen des Bundesrats. Dieser meinte, die Sicherstellung der Verkehrsverbindungen hätten sowieso oberste Priorität.

Gleiche Forderung auf Berner Seite

Eine zweispurige Strasse und keine Unterbrüche auf der Strasse und der Schiene fordert auch Urs Weibel, Gemeinderatspräsident von Kandersteg: «Der Tourismus muss weiterhin zu uns hinauf und unsere Bürger weiterhin hinab zur Arbeit können.» Das sei besonders in den Sommermonaten wichtig, wenn zu den 1300 Kanderstegerinnen und Kanderstegern rund 5000 Touristinnen und Touristen hinzukämen.

Wir rechnen mit allem.
Autor: Urs WeibelGemeinderatspräsident Kandersteg

Urs Weibel geht jedoch davon aus, dass es zu Unterbrüchen kommen wird. «Wir rechnen mit allem.» Darum müsse man die nächsten zehn Jahre nutzen, um eine Lösung zu finden, die für Kandersteg und Kandergrund, wie auch für das Lötschental und das Wallis passe. Alle müssten sagen können: «Mit dem kann ich leben», so Weibel. Auch die Tourismusbranche müsse für sich klären, was sie zur Lösung des Problems beitragen könne.

Keine Garantie

Sie könnten nicht garantieren, dass es keine Unterbrüche gebe, sagt der Projektleiter des VBS, Hanspeter Aellig: «Unterbrüche von ein paar Stunden oder Tagen erachte ich aber als machbar.» Er habe absolutes Verständnis für die Forderungen aus dem Wallis und aus Kandergrund, «aber wir sprechen hier von Munition, von Sprengstoff und eine hundertprozentige Sicherheit kann ich nicht unterschreiben.»

Damit künftig gleich viel Verkehr durch das Kandertal rollen kann, prüft das Bundesamt für Strassen (Astra) derzeit drei Varianten. In der Ersten wird die Strasse geschützt, indem eine Galerie darüber gebaut wird. In der zweiten Variante wird der Mitholztunnel verlängert und in der dritten wird die Strasse auf die andere Talseite verlegt. «Weniger Platz für Autos gibt es nur, wenn es während den Arbeiten zu einer Explosion kommt», sagt Mark Siegenthaler vom Astra. Dann käme eine Notumfahrung zum Einsatz, um Kandersteg zu erschliessen.

Schutzbauten für die Bahn

Damit auch weiterhin Züge durch das Kandertal rollen können, plant der Bund umfassende Schutzbauten. Damit ist der Infrastrukturchef der BLS, Daniel Wyder, zufrieden. «Der Personen- und Güterverkehr wird somit weitgehend gewährleistet.» Weitgehend – weil der Bahnbetrieb laut Konzept des Bundes stunden- oder tageweise eingestellt werden kann. Das gelte auch für die Strasse.

Das würde einen Verkehrskollaps geben.
Autor: Beat RiederWalliser CVP-Nationalrat

Das dürfe aber auf keinen Fall passieren, heisst es von beiden Seiten. «Wenn man sieht, wie viele Autos da durchfahren, würde es einen Verkehrskollaps geben,» meint etwa der Walliser Ständerat Beat Rieder. Der Bundesrat müsse Massnahmen treffen, damit die Strasse und die Bahn durchgehend offen bleiben.

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Wird Mitholz zum Geisterdorf?
Aus Schweiz aktuell vom 26.02.2020.
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