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Skywork-Grounding Was bedeutet das Ende für den Kanton Bern?

Wirtschaftsvertreter bedauern das Grounding. Doch eine Umfrage zeigt: Sie sind kaum auf das Angebot angewiesen.

Der bernische Volkswirtschaftsdirektor Christoph Ammann bedauert das Grounding von Skywork. «Dadurch wird das Angebot in der Region geschwächt.» Viele Unternehmen hätten von der Fluggesellschaft profitiert und das Angebot auch genutzt, so Christoph Ammann. Doch bei vielen Unternehmen klingt es anders.

Berner Wirtschaft nur selten Kunde von Skywork

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Eine Umfrage bei Berner Unternehmen zeigt: Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fliegen nur selten ab Bern-Belp. «Der Flughafen Zürich bietet viel mehr Destinationen an», sagt Ingrid Carstensen vom Solarzulieferer Meyer-Burger. Es gebe auch zu wenig internationale Unternehmen, welche hier angesiedelt sind, sagt Adrian Haas vom Handels- und Industrieverein des Kantons Bern. «Es ist kein Geheimnis: Zürich und Basel sind wesentlich stärker.»

Eindrücklich sind die Zahlen der Bundesverwaltung: Auch wenn die meisten Bundesangestellten in der Region Bern arbeiten, für Dienstreisen wählen sie nur selten den Flughafen Bern-Belp als Abflugort. Nur gerade 4 Prozent starten von hier. 75 Prozent der Flüge gehen über Zürich.

Der Regierungsrat gibt zu bedenken, dass rund 100 Stellen von Skywork wegfallen. «Zudem sind auch indirekt Arbeitsplätze betroffen, beispielsweise am Flughafen», so Ammann.

Der Kanton kann der Airline nicht helfen.
Autor: Christoph AmmannRegierungsrat

Der Kanton baut nun eine Stelle auf, um die betroffenen Angestellten zu betreuen. Für die Airline selber gibt es vom Kanton Bern aber keine Unterstützung. «Wir haben keine Rechtsgrundlage, um Betriebsbeiträge zu zahlen.» Er und die Kantonsregierung versuchen nun, den Flughafen Bern-Belp bei der Suche nach neuen Kunden zu unterstützen.

Der Berner Regierungsrat Christoph Ammann wurde von der Nachricht über das Grounding überrascht. Trotzdem komme das Ende nicht ganz unerwartet: «Wir wussten, dass das Umfeld für die kleine Fluggesellschaft schwierig ist.»

Schon letzten Herbst befand sich Skyguide in ökonomischen Turbulenzen. «Wir waren zuversichtlich, das mit neuen Geldgebern und Anpassungen beim Flugplan der Betrieb gesichert werden kann.»

Skywork: Bereits 2017 in finanzieller Schieflage

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  • Skywork wurde 1983 gegründet. Sie bot zunächst Lufttaxi- und Charterflüge an.
  • Zuletzt hatte die Airline Linienflüge in Nachbarländer und Feriendestinationen im Angebot.
  • Skywork geriet vor knapp einem Jahr in finanzielle Schieflage. Im Oktober 2017 mussten die Flugzeuge drei Tage lang am Boden bleiben.
  • Dann gelang es Skywork, beim Bund den verlangten Finanzierungsnachweis für den künftigen Betrieb zu erbringen. Wie dieser zustande kam, blieb unbekannt.
  • Erst noch am 23. August teilte das Unternehmen mit, es nehme mit Beginn des Winterflugplans am 28. Oktober neu die Strecke Genf-Lugano in sein Angebot auf.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Adrian Flükiger (Ädu)
    Das ist wieder ein Gejammer der schlimmen Art. Für die Berner Wirtschaft ist ein Linienflugangebot ab Belp irrelevant, weil nicht die richtigen Destinationen angeflogen wurden (Zitat Uwe Jocham). Selber schuld. Wichtig ist deshalb, dass es vom Kanton auch für einen Nachfolgebetrieb künftig keine "Kohle" gibt, obwohl die Aussage von Jocham gerade den Schluss zulässt, dass bisher Quersubventionierung erfolgt ist. Was auch nicht geht ist ein Ausbau dieses Flughäfelis...
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  • Kommentar von Pierre Bourquin (noergeli)
    Die Politiker Berns wetteifern mit Amsterdam als Velostadt und vergessen, dass zu Amsterdam auch Schipol gehört.
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  • Kommentar von Marco Stucki (Marco Stucki)
    Eine längere Piste. das größere Flugzeuge landen können. die wenigsten fracht gut mitnehmen können wo die fluggesellschaft auch geld verdienen kann weil nur mit passagieren überlebt mann nicht. und vorallem die größeren flugzeuge machen 10 mal weniger lärm als die kleinen propellermaschinen... und ich glaube die Berner fändens auch super wenn einmal pro woche ne maschine direkt new york macht...
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