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Paukenschlag in der Berner Spitallandschaft
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 10.01.2020.
abspielen. Laufzeit 00:51 Minuten.
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Spitäler Berner Jura Jetzt steigt eine private Spitalgruppe in Moutier ein

Der Kanton Bern verkauft 35 Prozent an Aevis Victoria. Die Berner Regierung ist zufrieden. Der Kanton Jura wartet ab.

Die Privatklinik- und Hotelgruppe Aevis Victoria expandiert weiter im Kanton Bern. Ihre Tochter Swiss Medical Network kauft für 27 Millionen Franken einen Anteil von 35 Prozent am kantonalen Spitalunternehmen Hôpital du Jura bernois. Der Kaufvertrag sieht zudem eine Option für eine Mehrheitsbeteiligung innerhalb von drei Jahren vor.

Investitionen in Moutier und Saint-Imier

Swiss Medical Network werde in den kommenden drei Jahren 25 Millionen Franken in Projekte der Hôpital du Jura bernois (HJB) an den Standorten Moutier und Saint-Imier investieren, teilten Aevis Victoria und der Berner Regierungsrat am Freitag gemeinsam mit. Es ist das erste Mal, dass sich eine Privatgruppe an einem Spital, das dem Kanton Bern gehört, beteiligt.

Das Ziel ist, dass wir die Grundversorgung und die Arbeitsplätze sichern können.
Autor: Pierre Alain SchneggGesundheitsdirektor Kanton Bern

Pierre Alain Schnegg, Gesundheitsdirektor des Kantons Bern, ist zufrieden mit dem Verkauf. Das Ziel sei, dass die medizinische Grundversorgung im Berner Jura gesichert ist und die Arbeitsplätze in der Region erhalten werden können. Die Befürchtung, dass private Investoren die Rendite höher gewichten als die Grundversorgung, sei unbegründet. «Das ist hier nicht möglich. Es handelt sich um Grundversorgungsaufträge, die in der Spitalliste definiert sind», so Schnegg.

Die Spitalgruppe im Berner Jura

Zum Hôpital du Jura bernois gehören die Spitäler von Moutier und Saint-Imier, der psychiatrische Stützpunkt mit der Klinik Bellelay sowie das Medizentrum in Tavannes. HJB hält ebenfalls Beteiligungen am Medizentrum in Moutier, an der interjurassischen Zentralapotheke, am Röntgeninstitut des Berner Juras sowie am Radio-Onkologie-Zentrum Biel-Seeland-Berner Jura.

Mitte Juli hatte der Verwaltungsrat des Hôpital du Jura bernois bekannt gegeben, dass er eine Schweizer Grossbank beauftragt habe, einen Käufer für das Spital in Moutier zu finden. Aevis Victoria meldete kurz darauf bereits Interesse an einer Zusammenarbeit an.

Jurassische Regierung erst kürzlich informiert

Mit Blick auf einen möglichen Kantonswechsel gab es in den letzten Jahren immer wieder Diskussionen um den Spitalstandort Moutier. Der Kanton Jura, der im Falle eines Kantonswechsel für das Spital Moutier zuständig wäre, wurde über den Verkauf der Aktien am Abend vor der öffentlichen Ankündigung informiert. «Wir sind überrascht», sagt Regierungsrat Jacques Gerber.

Ob der Verkauf gut oder schlecht ist, kann ich jetzt noch nicht sagen.
Autor: Jacques GerberGesundheitsdirektor Kanton Jura

Ob der Verkauf aus der Sicht des Kantons Jura positiv oder negativ sei, könne er zu diesem Zeitpunkt nicht sagen. Zuversichtlich stimme ihn, dass Swiss Medical Network 25 Millionen Franken in die Standorte Moutier und Saint-Imier investieren will. «Wir haben möglicherweise nun einen Privatinvestor, der Geld geben kann, um eine nachhaltige Zukunft des Spital Moutiers zu gewährleisten», so Gerber.

Gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA hatte die Aevis Victoria-Gruppe bereits signalisiert, dass sie an einer Zusammenarbeit mit dem Kanton Jura interessiert sei.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Susanne Saam  (Biennoise)
    Eigenartig. Unser Gesundheitswesen (man könnte auch Krankenwesen oder Gesundheitsunwesen sagen), ächzt unter den Kosten, alle jammern und Private investieren in Spitäler - würden sie es machen, wenn es sich nicht lohnen würde?
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