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Legende: Audio Wie sich die heutige Führungscrew der Spitex Bern – vorab Therese Frösch – die Turbulenzen vor ihrem Antritt erklären abspielen. Laufzeit 05:50 Minuten.
05:50 min, aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 08.05.2019.
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Spitexaffäre Bern Therese Frösch: «Der Fisch stinkt vom Kopf her»

Die Turbulenzen bei der Spitex Bern waren vor allem eine Führungskrise, sagt die heutige Verwaltungsrats-Präsidentin.

Honorare und Spesen doppelt so hoch wie bei vergleichbaren Institutionen, fehlende vertragliche Grundlagen für Bezüge, finanzielle Abenteuer mit Beteiligungen - der Bericht der Wirtschaftsprüferin KPMG zur Spitex Bern zeigt zahlreiche Mängel auf.

Man hatte keinen Durchblick, wie es um die Finanzen steht.
Autor: Therese FröschVR-Präsidentin Spitex Bern seit 2018

Die heutige Verwaltungsratspräsidentin der Spitex Bern, Therese Frösch, sagt über die Zeit vor ihrem Amtsantritt: «Es war vor allem eine Führungskrise. Der Fisch stinkt vom Kopf her.» Der Durchblick habe gefehlt, wie es um die Finanzen stand.

Die Basis arbeitete

Die Angestellten der Spitex hätten trotz der Führungskrise ihr Bestes gegeben, sagt Therese Frösch. «Die Basis hat jeden Tag gearbeitet, obwohl sie sicher täglich auf diese Krise angesprochen wurde.» Die neue Leitung habe schnellstmöglich wieder Vertrauen und Normalität schaffen müssen.

So etwas habe ich in meinem ganzen Berufsleben nie erlebt.
Autor: Therese FröschVR-Präsidentin Spitex Bern seit 2018

Die Leute an der Basis waren ständig unter Spardruck, während die Spitex-Spitze hohe Saläre bezog. Wie konnte es bei einer gemeinnützigen Genossenschaft so weit kommen? Die heutige VR-Präsidentin Therese Frösch sagt: «Da bin ich so ratlos wie Sie.» Im früheren Verwaltungsrat seien verschiedene kompetente Leute gewesen. «Darum kann ich mir das gar nicht vorstellen. So etwas habe ich in meinem ganzen Berufsleben nie erlebt.»

So eskalierte das Problem bei der Spitex Bern

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Der Gesamterneuerung im Jahr 2018 ging bei der Spitex Bern ein grosser Knall voraus. Wegen personeller Engpässe fragte die Spitex Bern den damaligen Geschäftsführer der Spitex Seeland um Hilfe. Er arbeitete im Mandatsverhältnis und kam bald einmal zum Schluss: Die Spitex Bern ist an ihrer Spitze aufgebläht.

In der Folge wurde bekannt, dass die Verwaltungsratspräsidentin für ihr Engagement bei der Spitex Bern einen für die Branche unüblich hohen Lohn bezog. Auf Druck von aussen, unter anderem auch durch die kantonale Gesundheits- und Fürsorgedirektion, musste die damalige Verwaltungsratspräsidentin ihren Posten räumen.

Vor knapp einem Jahr hat die ehemalige Nationalrätin der Grünen und Berner Gemeinderätin Therese Frösch bei der Spitex Bern das Verwaltungsratspräsidium übernommen. Mit ihr wurde bis auf ein Mitglied der gesamte Verwaltungsrat neu besetzt.

Auch neu ist seit Anfang 2019 die Geschäftsführerin der Spitex Bern, Claudine Bumbacher. Sie sagt, das Aufräumen sei längst noch nicht abgeschlossen: Anstellungsreglemente und Spesenreglemente müssten überarbeitet, die ganze Organisationsentwicklung angegangen werden. «Wir sind daran, alles weiter zu stabilisieren.»

Mehr Transparenz

Die Spitex Bern soll transparent werden, die Leute sollen sehen, was mit ihrem Geld geschieht. Neu orientiert sich die Organisation an den Vorgaben von Good Governance. Zum Aufräumen gehörte auch, dass die Spitex Bern bis diesen Monat regelmässig beim Kanton antraben musste, mit Rechnung und Geschäftsbericht. Als der Kanton sah, dass es besser läuft, hat er die Spitex Bern wieder von der Leine gelassen.

Administration und Organisation konnten mit den Entwicklungen nicht Schritt halten.
Autor: Gundekar GiebelSprecher der bernischen Gesundheits- und Fürsorgedirektion

Der Kanton hat also hingeschaut bei der Spitex, das hat er vorher jahrelang nicht getan. Gundekar Giebel ist Sprecher der bernischen Gesundheits- und Fürsorgedirektion. Er hat für die Entwicklungen bei der Spitex eine allgemeine Erklärung: «Spitex-Organisationen sind aus lokalen Zusammenschlüssen entstanden, aus viel Goodwill heraus.» Dann habe sich ihr Aufgabenbereich erweitert, sie wurden zur Leistungserbringerin. In vielen Fällen hätten Administration und Organisation mit der Entwicklung nicht Schritt halten können. «Das führte zu unklaren Situationen.»

Der Spitex-Bericht – Publikation erkämpft

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Der Bericht des Büros KPMG über die Finanzen der Spitex Bern ist vertraulich. Das «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF hat ihn aufgrund des Öffentlichkeitsprinzips von der Berner Gesundheits- und Fürsorgedirektion eingefordert und in anonymisierter Form erhalten.

Nach dem Bericht des Regionaljournals über den externen Spitex-Berichts reagierte auch die Geschäftsprüfungskommission des Berner Kantonsparlaments. Sie fordert, dass die Vergütungen von Verwaltungsratsmitgliedern und Geschäftsleitungen der Spitex in den Leistungsverträgen mit dem Kanton geregelt werden. Und durch eine bessere Überwachung sollen Exzesse künftig vermieden werden.

Auch die Beteiligungen der Spitex-Organisationen sollen flächendeckend überprüft werden.

(SRF 1, Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 6:32/17:30 Uhr; haee;liec)

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Wo waren/sind die zuständigen "Kontrollorgane", welche gesamtschweizerisch, alle Organisationen regelmässig und genau überprüfen/kontrollieren müssen, welche Volks-Steuergelder kassieren??
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  • Kommentar von Wolfgang Bortsch (a2b3c4d5)
    Das Sprichwort : " Der Fisch beginnt
    am Kopf zu stinken " hat so in einigen
    Bereichen des Lebens seine Berechtigung , nicht nur in der Berner
    Angelegenheit !
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  • Kommentar von Hans König (Hans König)
    Das ist blanker Betrug an der Gesellschaft zum Schaden der Steuerzahler und der Öffentlichkeit. Unsere Justiz findet schon Wege, damit den Verantwortlichen und der Abzockerin nichts passiert. Es wäre noch von Interesse, welcher Partei diese Person angehört - wegen: Wasser predigen und Wein trinken! Vorbilder sind natürlich die Kriminellen der Konzerne.
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