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Kritik von Berner Täxelern an tiefen Uber-Tarifen – und was das Unternehmen dazu sagt
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 27.02.2020.
abspielen. Laufzeit 03:46 Minuten.
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Taxiwesen im Umbruch «Mit Uber-Tarifen könnte ich unmöglich überleben»

Der Fahrdienstvermittler Uber kommt nach Bern, er will mit selbstständigen Taxifahrern arbeiten. Wollen sie das auch?

Auf keinen Fall würde er mit Uber arbeiten, sagt ein selbstständig erwerbender Taxifahrer beim Berner Bahnhof. Die Uber-Tarife seien viel zu tief. «So könnte ich nicht überleben, unmöglich!» Ein anderer pflichtet ihm bei: Die Uber-Tarife seien sehr billig. «Das bringt nichts.» Das würde vielleicht als Nebenerwerb funktionieren, aber davon leben könne man nicht.

Strengere Vorgaben in Bern als anderswo

In Bern arbeitet die Vermittlungsplattform Uber nur mit professionellen Fahrerinnen und Fahrern zusammen, die eine Bewilligung als Taxihalter haben. So kommt das Unternehmen den gesetzlichen Vorgaben in Bern nach.

«Ich gehe davon aus, dass Uber die Bestimmungen des Berner Taxireglements einhält», sagt der zuständige Gemeinderat Reto Nause. «Das kann und wird man auch kontrollieren.»

Andreas Hinterberger vom Uber-Leitungsteam widerspricht der Kritik, die Tarife seien zu tief zum Überleben. Im Gegenteil helfe ein Mitmachen bei der Plattform den Taxifahrerinnen und -fahrern, Leerzeiten zu füllen: «Sie können ihre Auslastung erhöhen, neue Kundschaft gewinnen und letztlich damit auch einen höheren Umsatz erzielen.» Mit Gebrauch der Uber-App komme ein Taxifahrer im Durchschnitt auf einen höheren Umsatz pro Stunde als auf herkömmliche Weise.

An mehr Aufträgen dank der neuen Plattform zweifelt ein Taxifahrer beim Bahnhof Bern – und zwar wegen der grössten Konkurrenz der privaten Fahrdienste: «Wir haben in Bern einen ausgezeichneten öffentlichen Verkehr.» Damit ist Andreas Hinterberger von Uber einverstanden. Es gebe aber zu Randzeiten oder in ländlichen Gebieten durchaus Bedürfnisse, die durch den ÖV nicht abgedeckt würden.

Billiger als angeschrieben

Gemäss dem Berner Taxireglement müssen Taxis als solche gekennzeichnet sein und die Tarife pro Kilometer müssen am und im Fahrzeug angeschrieben werden. Wenn aber jemand über die Uber-Plattform bucht, wird für die Fahrt im Voraus ein Pauschalpreis festgelegt. Dieser kann laut Uber tiefer sein als das, was die Fahrt gemäss den angeschriebenen Tarifen kosten würde.

Wie viele Taxifahrerinnen und -fahrer sich bisher bei Uber für die Region Bern registriert haben, will das Unternehmen nicht sagen. Man habe in den letzten Wochen mehrere Informationsveranstaltungen durchgeführt und sei durchaus auf Interesse gestossen.

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 12:03/17:30 Uhr; haee;liec

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Andy Gasser  (agasser)
    Uber bietet mir als Kunden nur Vorteile gegenüber dem klassischen Taxi. Ich kann ein Taxi in Sekunden via App buchen und weis auch gleich was es auf den Rappen genau Kostet. Ich werde Pünktlich abgeholt und am ende der Fahrt kann ich eine Bewertung hinterlassen. Der Preis für die Fahrt ist nicht entscheidend. Die Schweizer Taxifahrer hätten vor dem Markteintritt von Uber eine Nationale Lösung mit vergleichbarem Service entwickeln können. Haben Sie nicht, somit sind sie ganz alleine Schuld.
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  • Kommentar von Philipp Moreno  (HOC)
    Zitat, "Mit Gebrauch der Uber-App komme ein Taxifahrer im Durchschnitt auf einen höheren Umsatz pro Stunde als auf herkömmliche Weise.", diese Zahlen und diese Berechnungsmethode würden mich interessieren, ansonsten ist das Statement nichts wert.
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  • Kommentar von Heiner Zumbrunn  (Heiner Zumbrunn)
    Als Kunden haben wir es einfach. Wir nehmen keine Uber Taxis - und der Spuk ist weg. Das ist fair gegenüber den taxifahrenden Mitmenschen, die eine wichtige Dienstleistung erbringen und ihre Familien in der Schweiz damit ernähren wollen. Alles Andere ist fehl am Platz.
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    1. Antwort von Andy Gasser  (agasser)
      Uber ist für mich als Kunde aber viel bequemer, schneller, einfacher und sicherer als ein Konventionelles Taxi. Es liegt also nicht am Kunden den schlechteren Service zu nutzen, sondern an den Täxeler ein besseren Service anzubieten und Uber somit zu verdrängen.
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    2. Antwort von Dominik Nussbaum  (dnussbaum)
      Prinzipiell gebe ich Ihnen Recht, Herr Zumbrunn – Leider wird es aber dasselbe Problem wie z.B. mit Billigfleisch oder den vielen umwelt- und menschenunfreundlich hergestellten Elektronika: Es wird sich immer eine Masse finden, die die billgiste und/oder bequemste Option wählen wird, ungeachtet, ob das «fair gegenüber den Mitmenschen ist».
      Und wenn dann Regulationen gefragt wären, werden sich Politik und Wirtschaft an dieser Masse aufhängen und behaupten, der Konsument habe halt so entschieden.
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