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Vladimir Petkovic Zwischen Misstrauen und Harmonie

Die Schweiz schaffte es unter Petkovic bis in den WM-Achtelfinal. Auch in Bern war er als YB-Trainer nahe am Triumph.

Geboren wurde Vladimir Petkovic 1963 in Sarajevo, der Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina. In den 1980er-Jahren kam er durch den Fussball in die Schweiz. Nach seiner Karriere als Spieler machte er den Weg an die Seitenlinie, wo er einer der grössten Trainer der Schweiz werden sollte.

YB als erste grosse Station

Nach Bellinzona, Agno, Lugano und nochmals Bellinzona führte der Weg von Vladimir Petkovic nach Bern. Dort wurde er 2008 als Cheftrainer angestellt. Sportchef war damals Alain Baumann. Er sagt heute über Petkovic: «Vlado hat uns in den Gesprächen überzeugt. Er war unverbraucht, das heisst, man kannte ihn, aber nicht extrem gut.» Baumann, der später bei YB entlassen wurde, erinnert sich noch gut: «Er wollte immer offensiv spielen, Vlado gewann lieber 4:3 als 1:0.»

Sozialarbeiter mit Drang zur Kontrolle

«Vladimir Petkovic forderte immer Harmonie. Er wollte, dass wir es untereinander gut hatten», erinnert sich Mario Raimondi, der bei den Young Boys unter Vladimir Petkovic spielte. Etwas mochte der Trainer aber gar nicht: «Wenn einige Spieler in einer Gruppe etwas besprachen, hatte Vladimir Petkovic immer das Gefühl, etwas stimme nicht, etwas sei negativ.» Dieses Misstrauen ging recht weit, erinnert sich Mario Raimondi: «Der Trainer hat auch seinen Assistenten dafür eingesetzt um herauszufinden, ob wirklich alles in Ordnung sei und im Team wirklich alles stimme.»

An solche Momente erinnert sich auch Marco Wölfli. Der Torhüter war unter Vladimir Petkovic Kapitän: «Petkovic war einer, der gerne alles kontrolliert hat, er wollte immer wissen, was in der Mannschaft läuft und wie ich als Kapitän denke.»

Mit Selbstvertrauen impfen

Alle, die bei YB mit Vladimir Petkovic zusammengearbeitet haben, sind sich einig: der Trainer war ein lieber Mensch. «Man spürte immer wieder, dass er als Sozialarbeiter gearbeitet hat. Seine Sozialkompetenz war hoch», sagt Marco Wölfli.

Und Mario Raimondi weiss noch genau: «Er konnte einem eine grosse Überzeugung mitgeben. Unter ihm erhielt man fast das Gefühl, dass nichts passieren kann, egal, welcher Gegner gegenüberstand.» Das Gefühl war damals aber anders als die Realität, denn unter Vladimir Petkovic verlor YB zum Beispiel den Cupfinal 2009 und die legendäre Finalissima 2010 gegen den FC Basel.

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