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Nach langer Berechnung Mehr schützenswerte Trockenwiesen und Flachmoore in Graubünden

Laut der Bündner Regierung hat in Graubünden die Zahl der Trockenwiesen und Flachmoore von nationaler Bedeutung zugenommen. Eine detaillierte Überprüfung habe jedoch gezeigt, dass die vom Bund 2015 errechnete Fläche zu gross gewesen sei.

Vor drei Jahren präsentierte der Bund das überarbeitete Inventar der Biotope von nationaler Bedeutung. Dazu gehören besonders schützenswerte Moore, Auengebiete, Trockenwiesen und Amphibienlaichgebiete.

Was eine simple Aktualisierung veralteter Daten aus den 1990er-Jahren hätte sein sollen, wurde in Graubünden zum Politikum. Der Bund wollte nämlich statt 2 Prozent der Kantonsfläche neu 2,6 Prozent als Biotop von nationaler Bedeutung schützen. Dagegen wehrten sich bürgerliche Politiker, weil sie negative Folgen für die Wirtschaft befürchteten.

Detaillierte Überprüfung mit kleiner Abweichung

2016 erreichte die Bündner Regierung beim Bund, dass der Kanton die besonders umstrittenen Inventare von nationaler Bedeutung zu den Flachmooren und Trockenwiesen und -weiden nochmals überprüfen konnte.

Das Ergebnis, nun von der Regierung mitgeteilt:

  • Auch der Kanton ist der Ansicht, dass in Graubünden im Vergleich zu den 1990er-Jahren mehr Flachmoore und Trockenwiesen die Bedingungen für das Inventar von nationaler Bedeutung erfüllen.
  • Über den ganzen Kanton gesehen, müssen laut Kanton neu 2,4 Prozent als Biotopflächen von nationaler Bedeutung definiert werden. Das sind 0,2 Prozent weniger als vom Bund errechnet.

Die erhobenen Daten seien nun jedoch detaillierter, heisst es beim Amt für Natur und Umwelt. Ausgewertet wurden laut Mitteilung der Regierung auch über 800 Anträge. Knapp die Hälfte davon sei berücksichtigt worden, sagt Andreas Cabalzar, Leiter der Abteilung Natur und Landschaft.

Kritik von Umweltschutzorganisation

Nicht zufrieden mit dem Ergebnis ist Pro Natura-Geschäftsführerin Jacqueline von Arx. Sie sei erschrocken, als sie die neuen Berechnungen gesehen habe. Von Arx kritisiert, dass beispielsweise im Unterengadin manche Trockenwiesen nicht mehr von nationaler Bedeutung sind. Diese seien in der Vergangenheit zu wenig gepflegt worden und bräuchten darum besonderen Schutz.

Nun ist der Bundesrat am Zug. Er entscheidet abschliessend, welche Flachmoore und Trockenwiese in Graubünden von nationaler Bedeutung und damit besonders geschützt sind.

SRF1, Regionaljournal Graubünden, 17:30 Uhr; habs

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2 Kommentare

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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Jeder Bauer sollte ein Areal von schützenswerter Trockenwiese bereitstellen, damit sie uns gequälte, ausgebeutete Natur wieder ein Stück erholen kann. Die Wirtschaft darf nicht immer allem stehen. Trockenwiesen und -weiden sind Lebensraum einer Vielzahl von gefährdeten Tier- und Pflanzenarten und so eigentliche Hotspots für die Biodiversität. Seit 1900 sind rund 95 % der artenreichen Wiesen und Weiden in der Schweiz verschwunden. Diesem wertvollen Lebensraumschwund gilt es entgegenzuwirken.
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    1. Antwort von Lungile Gyger (Lu Gyger)
      Trockenwiesen benötigen einen speziellen Standort. D.h. nur unter bestimmten Umständen gibt es solche und deswegen sind sie rar und als seltenes Biotop schützenswert. Folglich kann nicht jeder Bauer eine Trockenwiese anlegen. Um Bundesbeiträge erhalten bewirtschaften die meisten Bauern sogenannte ökologische Ausgleichsflächen. Diese sind dem jeweiligen Standort angepasst.
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