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Sonderjagd-Initiative Grosser Rat lehnt die Abschaffung der Sonderjagd deutlich ab

Legende: Audio Kritik an der Initiative aber auch Forderungen an den Kanton abspielen. Laufzeit 03:49 Minuten.
03:49 min, aus Regionaljournal Graubünden vom 04.12.2018.
  • Mit 96 zu 1 Stimme und 13 Enthaltungen lehnt das Bündner Parlament die Sonderjagd-Initiative ab.
  • Die Initiative will die Sonderjagd in den Monaten November und Dezember verbieten. Sie sei «unethisch und verwerflich» (siehe Beitrag vom 5.3.2013)
  • Die Volks-Abstimmung ist voraussichtlich in der ersten Hälfte 2019.

Das Initiativ-Komitee rund um Initiant Christian Mathis verfolgte die Debatte auf der Tribüne «Klar, ich bin ein bisschen enttäuscht», sagt Mathis nach der Debatte. Gewisse Argumente seien nicht stichhaltig.

Besonders die Jäger im Parlament warnten davor, dass bei einer Abschaffung der Sonderjagd künftig eine sogenannte Regie-Jagd nötig sei, um die nötigen Abschusszahlen zu erreichen. «Doch dies wäre viel kostspieliger», erklärte Kommissionspräsident Emil Müller (BDP).

Zu viele Hirsche im Wald

Wichtigstes Argument quer durch alle Parteien war, dass die nötigen Abschusszahlen ohne die Sonderjagd nicht erreicht werden können. Dies sei eine Gefahr für den Schutzwald, da zu viele Hirsche im Winter zu viele Jungbäumchen fressen und damit den Schutzwald gefährden würden. Mehrere Votanten betonten, dass die Hirsche erst geschossen werden können, wenn sie für ihr Winterquartier in Graubünden eingetroffen sind – und dies sei erst ab November der Fall.

Die Initianten zweifeln beide Punkte an, sowohl die Erhebungen zu den Hirschwanderungen wie auch die Kosten einer Regie-Jagd.

Kampf bis vor Bundesgericht

Bereits zum zweiten Mal debattierte der Bündner Grosse Rat über die Sonderjagd-Initiative. 2015 hatte der Rat sie für ungültig erklärt, weil sie im Konflikt mit dem eidgenössischen Waldgesetz stehe. Diesen Entscheid hob das Bundesgericht 2017 einstimmig auf (Beitrag vom 8.11.2017)

Mit dem Entscheid des Grossen Rats ist der Abstimmungskampf eröffnet. Die Bündner Stimmberechtigten können voraussichtlich im ersten Halbjahr über die Initiative abstimmen.

SRF1, Regionaljournal Graubünden, 17:30 Uhr; habs

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Patrik Müller (P.Müller)
    Ich frage mich woher das viele Wild kommt, dass überall geschützt werden muss auf teufel komm rau, da es doch kaum mehr Ruhe findet! Da braucht es noch Wildschutzgebiete? Die Jäger kommen ja (neben Bär, Wolf und Luchs) jetzt schon nicht mehr nach mit abknallen. Lasst die Tourenfahrer im Winter durch die Berge ziehen, so schlimm mit dem Stress für das Wild kann es nicht sein. Ich befürchte anderes das Wild stressig macht. Und das findet alle Jahre immer wieder statt und ist grün angezogen.
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Soviel Egoismus und Unvermögen bei der Jägerschaft! Fakt ist: für die Erhaltung des sensiblen Ökosystems, sind einzig und allein die Wild- und Raubtiere kompetent/fähig! Der Mensch ist ein klarer Zerstörer der gesamten Welt!
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  • Kommentar von Adi Berger (Adi B.)
    Ist nur zu wünschen, dass die Stimmenden dies korrigieren und die Sonderjagd abschaffen
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