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«Es wäre falsch, die Löhne von Jungprofis um 20 Prozent zu senken.»
Aus Regionaljournal Ostschweiz vom 14.05.2020.
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Kredite für Fussballclubs «Wir versuchen, es mit eigenen Mitteln zu stemmen»

Der Präsident des FC St. Gallen, Matthias Hüppi, sieht grosse Einschränkungen und auch Risiken in den Bundeskrediten.

Die Fussball- und Hockeyligen erhalten vom Bund Unterstützung von 350 Millionen Franken, wie der Bundesrat gestern bekannt gab. Dies in Form von Darlehen. Die Gelder sind aber auch an Bedingungen geknüpft. So müssen unter anderem die Durchschnittslöhne um 20 Prozent gesenkt werden.

Matthias Hüppi, der Präsident des FC St. Gallen, ist skeptisch, ob solche Darlehen in Kombination mit diversen Auflagen für seinen Verein tatsächlich hilfreich wären.

Matthias Hüppi

Matthias Hüppi

Präsident FC St. Gallen

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Seit Januar 2018 ist Matthias Hüppi Präsident des FCSG. Der gebürtige St. Galler (1958) wurde bekannt als Moderator beim Schweizer Fernsehen. Er moderierte unter anderem das Sportpanorama. Zusammen mit Bernhard Russi war er über Jahre die Stimme am TV bei den Herren im Skialpin.

SRF News: Gestern hat der Bundesrat 350 Millionen Franken Soforthilfe für den Profisport gesprochen. Ist das nützlich oder vielleicht sogar gefährlich für die Clubs?

Matthias Hüppi: Es ist sicher positiv, dass sich die Landesregierung jetzt intensiv mit den Problemen im Spitzensport befasst. Gleichzeitig müssen aber für einen Kredit sehr viele Bedingungen erfüllt werden, ein Kredit ist schliesslich kein Geschenk, deswegen müssen wir das ganz genau prüfen.

Heisst das, der FC St.Gallen nimmt so einen Kredit in Anspruch oder eher nicht?

Momentan sind wir eher skeptisch. Wir haben unseren Haushalt in Ordnung gebracht. Wir haben ein vernünftiges Lohnniveau, welches mit anderen Vereinen wie Basel oder YB nicht zu vergleichen ist. Eine der Bedingungen wäre ja, dass die Löhne um 20% gesenkt werden müssen. Ein Jungprofi beim FCSG verdient jetzt schon einen relativ bescheidenen Grundlohn, diesen noch tiefer anzusetzen wäre falsch.

Ein Jungprofi beim FCSG verdient jetzt schon einen relativ bescheidenen Grundlohn.

Vorher müsste sich etwas an den Millionengehältern im Schweizer Fussball ändern.

Es ist absehbar, dass andere Vereine so einen Kredit beantragen. Wo sehen Sie die Gefahr dabei?

So einen Kredit aufzunehmen, ist keine Einbahnstrasse, sondern eine mit Gegenverkehr. Ein Kredit ist nicht gratis. Ein grosser Punkt, der uns stört, ist die geplante Solidarhaftung unter den Vereinen, die so ein Darlehen beziehen. Wir haben keine Lust, einen Verein aus dem Sumpf zu ziehen, der schlecht wirtschaftet und deswegen untergeht. So was werden wir beim FCSG keinesfalls zulassen. Wir haben unser Defizit abgearbeitet und waren auf dem Weg zu einem sehr guten Finanzergebnis. Dazu kommt der sportliche Höhenflug, der uns wirtschaftlich neue Möglichkeiten eröffnet. Trotz Corona haben wir eine Basis geschaffen, um diese Zeit zu überstehen und tun alles dafür, dass das klappt. Besonders erfreulich ist die grosse Solidarität der Fans, die mich persönlich sehr bewegt. Wir haben bereits fast 4500 Saisonabonnenten, die ihr Ticket für die nächste Saison verlängert haben, ohne Geld zurückzufordern.

Wie lange reicht das Geld ohne die bitter benötigten Einnahmen noch aus?

Das ist schwierig zu sagen und hängt von der weiteren Entwicklung ab. Wir versuchen, möglichst lange alles mit eigenen Mitteln zu stemmen. Dabei spüren wir eine starke Unterstützung aus der Region, haben ein ausgezeichnetes Einvernehmen mit den Behörden im Kanton St.Gallen und es scheint Vertrauen da zu sein. Wir versuchen zusammen mit den Aktionären und allen Beteiligten, möglichst unbeschadet durch die Krise zu kommen, aber eine Garantie gibt es nicht. Genauso wenig gibt es einen Termin dafür, wie lange wir noch Geld in der Kasse haben.

Das Gespräch führte Fabian Monn.

Regionaljournal Ostschweiz; 17:30 Uhr;

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