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Legende: Audio Maurer will einen Kompromiss, obwohl der Entscheid von Rapperswil schon lange steht abspielen. Laufzeit 03:17 Minuten.
03:17 min, aus Regionaljournal Ostschweiz vom 14.05.2019.
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Rapperswil Thema in Warschau Duda macht Druck wegen Polenmuseum

Beim offiziellen Empfang von Bundespräsident Ueli Maurer in Warschau ging es nicht lange, und Präsident Andrzej Duda brachte das Gespräch auf das Polenmuseum in Rapperswil, das vor der Schliessung steht.

Das Museum aus dem 19. Jahrhundert sei ein wichtiges Symbol zur Bewahrung des Polentums, sagte er. Er wünsche sich ein entschiedenes Eingreifen des Bundes bei der Gemeinde Rapperswil gegen die beabsichtigte Schliessung. Bei Maurer stiess er auf offene Ohren.

Polenmuseum Rapperswil

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  • 1870 wurde im Schloss Rapperswil ein polnisches Nationalmuseum im Exil gegründet. Regelmässig wird es von polnischen Diplomaten und Staatspolitikern besucht.
  • 2013 machte sich die Ortsgemeinde Rapperswil an die Erneuerung des Schlosskonzepts.
  • 2014 erteilte die Ortsgemeinde den Auftrag zur Erarbeitung eines Konzepts für das Schloss – ohne Polenmuseum. Polen soll allenfalls eines von weiteren Themen im Schloss sein.
  • Im Mai 2018 macht sich nebst dem Trägerverein des Polnischen Museums auch der polnische Botschafter für den Erhalt eines eigenständigen Polenmuseums stark – bei Gesprächen mit dem St. Galler Regierungsrat Fredy Fässler.
  • Im Herbst 2018 präsentierte die Ortsgemeinde Rapperswil das Siegerprojekt für das neue Konzept des Schlosses. Die Stadt betont weiterhin, dass der Entscheid gegen ein eigenständiges Polenmuseum unumstösslich sei.
  • 2022 soll die Umsetzung des neuen Konzepts abgeschlossen sein und das Polenmuseum geschlossen werden.

Schliessung steht fest

Die Ortsgemeinde Rapperswil als Besitzerin des Schlosses beabsichtigt, das Polenmuseum als eigenständiges Museum zu schliessen. Dies im Rahmen eines neuen Konzepts für das Schloss Rapperswil. Polen könnte weiterhin ein Thema im Schloss sein, aber nicht mehr ein eigenes Museum.

1994 war der polnische Staatspräsident Lech Walesa zu Besuch im Polenmuseum Rapperswil.
Legende: 1994 war der polnische Staatspräsident Lech Walesa zu Besuch im Polenmuseum Rapperswil. Keystone

Schon vor einem Jahr hatte der polnische Botschafter in der Schweiz in Gesprächen mit der St. Galler Kantonsregierung versucht, politischen Druck auf Rapperswil auszuüben, um das Museum zu erhalten. Die Antwort von Christoph Siegrist, Geschäftsleiter der Ortsgemeinde: «Am Entscheid gegen das Polenmuseum wird nicht gerüttelt. Es wird definitiv geschlossen.»

Die Gemeinde Rapperswil hat die Bedeutung dieses Museums für Polen und die Schweiz noch nicht vollumfänglich erkannt.
Autor: Ueli MaurerBundespräsident

Bei Bundespräsident Maurer scheint das Thema aber nun zu fruchten. «Die Gemeinde hat die Bedeutung dieses Museums für Polen und die Schweiz noch nicht vollumfänglich erkannt», sagte Maurer beim Staatsempfang in Warschau. Er wolle sich dafür einsetzen, dass ein Kompromiss zwischen Rapperswil und dem Staat Polen gefunden werde.

Am Entscheid gegen das Polenmuseum wird nicht gerüttelt. Es wird definitiv geschlossen.
Autor: Christoph SiegristGeschäftsleiter Ortsgemeinde

Gemäss aktuellem Plan wird bis im Jahr 2022 das Konzept des Schlosses Rapperswil erneuert und das Polenmuseum geschlossen.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Kari Raeschter  (K. Raeschter)
    Sorry, das sind Entscheidungen von Rapperswil, welche vom Bund zu akzeptieren sind. Wenn Polen das Museum erhalten will, dann sollen sie es doch nach Polen zügeln und im eigenen Land aufbauen und den Landsleuten vorführen. Es ist ja ihre Geschichte.
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  • Kommentar von Lothar Drack  (samSok)
    Ein Relikt politischer Wogen und Kämpfe des 19. Jh., in Folge derer es haufenweise politische Flüchtlinge gab, allenthalben. Einen polnischen Adligen hats nach Rapperswil verschlagen, wo er im Schloss ein Exilmuseum einrichten durfte. Und es auch wieder schliessen liess, als es sich erübrigte. Das hat sich inzwischen schon zweimal wiederholt. Man könnte ein Polenmuseumsschliessungs-Museum einrichten. Am besten NICHT im Schloss Rapperswil, denn so könnte man dieses grad auch noch thematisieren!
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  • Kommentar von Gerhard Fenner  (Gerhard Fenner)
    Die Stadt Rapperswil verstrickt sich in einen Konflikt mit der Republik Polen wegen der beabsichtigten Schliessung des Polenmuseums im Schloss Rapperswil.

    Typisch für die Schweiz und eine Schande für ein reiches Land; alles wird dem Sparstift geopfert!
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    1. Antwort von Jörg Frey  (giogio)
      Grüssen Sie die SVP und ihre Sparwut.
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    2. Antwort von Claudia Beutler  (Claudia)
      So wie die Polen wollen, dass andere ihnen nicht reinreden, gilt es wohl auch für die Gemeinde Rapperswil. Wenn sie kein Museum wollen, ist das ihre Sache und geht Herrn Duda nichts an.
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