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Robert Stocker: «Die jungen Männer hatten den Drang, in die Berge zu gehen»
abspielen. Laufzeit 10:07 Minuten.
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100 Jahre Alpenclub Gerliswil «Der Verein war schon in den 1930er-Jahren sehr modern»

Es war 1919, als 20 junge Männer aus dem Quartier Gerliswil in Emmenbrücke den gleichnamigen Alpenclub gründeten. «Der Verein hatte bereits in den Anfangjahren unterschiedlichste Mitglieder – ein buntes Gemisch aus Einwohnern Emmens», sagt der aktuelle Präsident des Vereins, Robert Stocker. Er leitet den Club seit bald 34 Jahren.

Die Serie «1919-2019 – 100 Jahre Geschichte und Geschichten»

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Ein schwarz-weisses Foto zweier Mädchen, in einer Hand gehalten.
Legende:Miriam Eisner / SRF

Als Ende 1918 der Erste Weltkrieg zu Ende geht, atmen die Menschen auf – auch in der Schweiz, die von den direkten Folgen des Kriegs verschont geblieben ist. Aufbruchstimmung macht sich breit in einer Gesellschaft, die die Entbehrungen der Kriegsjahre hinter sich lassen und in eine neue Zeit aufbrechen will.

Bemerkbar macht sich das auch bei der Gründung von Vereinen, Firmen und Klubs: 1919, im ersten Jahr nach Kriegsende, schiessen neue Institutionen und Unternehmen förmlich aus dem Boden. Das Regionaljournal Zentralschweiz stellt in einer Serie eine Auswahl davon vor.

Über die Links gelangen Sie zu sämtlichen Beiträgen und Artikeln der Serie. Sobald sie publiziert sind, werden sie hier verlinkt:

30.9. Stiftung Viscosuisse, Emmenbrücke

1.10. Viehzuchtgenossenschaft Wolfenschiessen

2.10. Veloclub Rothenburg

3.10. Die 100-jährige Helene von Flüe, Sachseln

4.10. Skischule Andermatt

6.10. Rückblick mit Historiker Markus Furrer

7.10. Möbelhaus Muoser, Schattdorf

8.10. Pro Senectute Kanton Schwyz

9.10. Alpenclub Gerliswil, Emmenbrücke

10.10. Frauengemeinschaft Cham

11.10. Pistolenclub Malters

Bereits 1930 hat der Alpenclub Gerliswil entschieden, dass auch Frauen dem Verein beitreten können, was für die damalige Zeit nicht üblich war. «Der Club war schon damals sehr modern», sagt Langzeitpräsident Robert Stocker.

Blick ins Archiv des Alpenclubs Gerliswil, Emmenbrücke.
Legende: Auch «wilde» Touren gehören seit jeher zum Jahresprogramm des Alpenclubs Gerliswil. Die Aufnahme stammt vom Juli 1926: 18 «Schwindelfreie» am Rand einer Spalte des Blüemlisalpgletschers. zvg / Alpenclub Gerliswil

Anders als es der Name vermuten lässt, ist der Alpenclub Gerliswil nicht dem Schweizer Alpenclub SAC angeschlossen. «Es war schon früher nie das Bedürfnis da, sich dem SAC anzuschliessen. Wohl auch darum, weil der SAC die Frauenmitgliedschaft damals nicht kannte», sagt Robert Stocker.

Heute zählt der Verein über 300 Mitglieder. Sie können aus jährlich über 60 Aktivitäten des Vereins wählen – von der einfacheren Wanderung bis zur Klettertour.

Mitglieder des Alpenclubs Gerliswil erklimmen einen Gletscher.
Legende: Aufstieg von der Coute-Hütte zum Gipfel des Mont Blancs (4807 Meter über Meer) im Rahmen der Hochtourenwoche 1976. zvg / Alpenclub Gerliswil

Ein wichtiger Ort für die Mitglieder des Alpenclubs Gerliswil ist das Berghaus Bonern am Pilatus. Es wurde in den 1930er-Jahren gebaut – es liegt 10 bis 15 Minuten Wanderzeit von der heutigen Bahnstation Fräkmüntegg entfernt.

«In der wilden Zeit während des Zweiten Weltkriegs war das Berghaus ein wichtiger Unterschlupf für die Clubmitglieder – um die Kameradschaft zu pflegen und abzuschalten», sagt Präsident Robert Stocker. Auch seien dort viele wichtige Versammlungen durchgeführt und Feste gefeiert worden. «Das Berghaus ist seit jeher der Dreh- und Angelpunkt für die Vereinsmitglieder.»

Das Berghaus Bonern in der Nähe der Fräkmüntegg am Pilatus.
Legende: Das Berghaus Bonern auf 1400 Metern über Meer. Unter anderem erreichbar über das Eigental oder in 15 Minuten von der Bahnstation Fräkmüntegg. Silvan Fischer / SRF

Das Berghaus bietet über 60 Schlafplätze und ist für einige Familien im Verein der Ort, wo sie ihre Ferien verbringen. Die Familien sind denn auch ein Grund, warum sich Präsident Robert Stocker keine Sorgen macht um den Mitgliederbestand.

Der Verein verzeichne aktuell einen Mitgliederzuwachs. Das habe auch damit zu tun, dass sie immer wieder neue Wanderleiterinnen und Wanderleiter für sich gewinnen könnten. Diese würden dann wieder neue Leute in den Verein bringen.

SRF 1, Regionaljournal Zentralschweiz, 06:32 / 17:30 Uhr

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