Der schwierige Umgang mit historischen Gebäuden in Schwyz

Die Kontroverse um die 700 Jahre alten Häuser im Dorfbachquartier von Schwyz zeigt, dass sich der Kanton mit seinem kulturellen Erbe schwer tut: Im Kanton Schwyz sind vergleichsweise viele alte Bauten erhalten. Die Denkmalpflege aber hat wenig Ressourcen. Das macht ihre Arbeit schwierig.

Kurz vor dem geplanten Abbruch von zwei unscheinbaren alten Häusern im Dorfbachquartier hat der Schweizer Heimatschutz interveniert. Er verlangt den Erhalt der Gebäude.

Denn im Innern wurden wertvolle Holz-Einbauten entdeckt. Trotzdem will die Schwyzer Regierung den Abbruch nicht verhindern. Heimatschützer werfen der Regierung darum einen unsensiblen Umgang mit historischen Schätzen vor.

Der emeritierte Professor für Kunstgeschichte und Archäologie an der Universität Zürich, Georges Descoeudres, sieht dies differenzierter.

Der Konflikt sei auch eine Folge von mangelnden Mitteln in der Denkmalpflege. Ausserdem zeige er eine widersprüchliche Haltung der Schwyzer Bevölkerung auf:

Rettungsversuch

6:39 min, aus Schweiz aktuell vom 29.10.2013

«Ihr Traditionsbewusstsein manifestiert sich vor allem in der Pflege von Bräuchen, aber nicht im Bewusstsein für den Wert von alten Gebäuden», so Georges Descoeudres gegenüber SRF.

Dennoch hat Descoeudres Verständnis für den Kompromiss der Regierung. Es sei sinnvoll, die Schätze wissenschaftlich dokumentieren lassen und die wertvollsten Bauteile zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.