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Kandidaturen für den Bundesrat Was bringt eine Zentralschweizer Vertretung? Und wer will?

Viele möchten eine Vertretung aus der Region. Das zeigen Umfragen auf den Strassen. Doch punkto Bekanntheit schneiden die drei Kandidierenden schlecht ab.

Am Freitag wird das Geheimnis gelüftet, welche Kandidatinnen und Kandidaten von ihren Parteien ins Rennen um die Bundesrats-Nachfolge am 5. Dezember geschickt werden. Die Bundeshaus-Fraktionen von CVP und FDP werden dann den definitiven Entscheid zuhanden der Bundesversammlung fällen.

Aus der Zentralschweiz stellen sich ein Mann und eine Frau für die Nachfolge von CVP-Bundesrätin Doris Leuthard zur Verfügung: Der Zuger Ständerat Peter Hegglin und die Urner Justizdirektorin Heidi Z'graggen. In der parteiinternen Ausmarchung treten sie am Freitag gegen Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter (BL) sowie die Walliser Nationalrätin Viola Amherd an. Insgesamt vier Kandidierende also innerhalb der CVP.

Bei der FDP ist das Feld etwas kleiner: Einziger Zentralschweizer Bewerber ist hier der Nidwaldner Ständerat Hans Wicki. Er tritt gegen die St. Galler Favoritin, Ständerats-Präsidentin Karin Keller-Sutter sowie den Schaffhauser Regierungsrat Christian Amsler an.

Immerhin wurde die Eidgenossenschaft in der Zentralschweiz gegründet.
Ein Passant auf die Frage, warum es einen Zentralschweizer Bundesrat brauche.

Kein Zentralschweizer Bundesrat seit 2003

Zwei Männer und eine Frau wollen also dafür sorgen, dass die Zentralschweiz wieder im Bundesrat vertreten ist. Ginge es nach der Bevölkerung in ihren Wohnkantonen, hätten die drei gute Chancen gewählt zu werden. Das zeigen nicht repräsentative Strassen-Umfragen.

«Immerhin wurde die Eidgenossenschaft in der Zentralschweiz gegründet», sagt beispielsweise ein Passant im Urner Hauptort Altdorf. Eine Frau fügt hinzu: «Unsere kleine Schweiz hat sehr viele Kulturen, von Kanton zu Kanton verschieden. So gesehen fände ich eine Zentralschweizer Vertretung im Bundesrat wichtig.»

Gleich klingt der Tenor in Stans, dem Nidwaldner Hauptort. Doch ob in Stans oder in Altdorf: Die Befragten sind sich einig, dass nicht in erster Linie die regionale Verankerung eines Bundesrats-Kandidaten zählt. Viel wichtiger seien deren Kompetenzen.

Die Frauenfrage polarisiert

Ein weiteres Kriterium, welches im Vorfeld der Bundesratswahlen immer wieder ins Feld geführt wird, ist das Geschlecht der Kandidierenden. Muss Bundesrätin Doris Leuthard durch eine Frau und muss Johann Schneider-Ammann durch einen Mann ersetzt werden? Hier sind sich meisten Passantinnen und Passanten in Altdorf einig: Der Anteil Frauen im Bundesrat müsse konstant bleiben.

Dem gegenüber klingt es in Stans anders: Von «Mann oder Frau, das ist unwichtig» über «die Frauen-Frage ist nicht die Wichtigste» bis hin zu «es wäre sehr wichtig, noch mehr Frauen im Bundesrat zu haben».

Bekanntheit lässt zu Wünschen übrig

Auch in Luzern fühlte Radio SRF der Bevölkerung auf den Zahn. Mit dem Ziel herauszufinden, wie bekannt die drei Zentralschweizer Kandidierenden in der Bevölkerung sind. Die Passantinnen und Passanten mussten die immer gleichen drei Fragen beantworten: «Wer ist Peter Hegglin? Wer ist Heidi Z'graggen? Wer ist Hans Wicki?»

Das Resultat: Lediglich eine einzige Antwort war vollständig korrekt – nach Partei, Herkunft und Funktion. Hören Sie selbst:

SRF1, Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr

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