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Regionaljournal unterwegs Reisetagebuch Velotour

Ein Team des Regionaljournals Zentralschweiz von Radio SRF ist vom 1. – 5. Oktober mit dem Velo in der Zentralschweiz unterwegs. Miriam Eisner und Philippe Weizenegger suchen in den sechs Kantonen Geschichten, die Sie so noch nicht gehört haben. Geschichten von Menschen, die ihre Sache anders machen; die im Leben vom vorgespurten Weg abgebogen sind oder anders leben, weil sie es bewusst so wollen.

Wohin es unser Veloteam geführt hat - die Tour im Überblick.

Legende: Regionaljournal unterwegs: Die Stationen der Velotour srf

Tag 5: Von Unterschächen nach Luzern

Der Tag beginnt ziemlich easy, mit einer rasanten Talfahrt von Unterschächen Richtung Urner Talboden nach Altdorf. Aber dann passiert es: Das E-Bike von Miriam ruckt, blinkt und macht schliesslich keinen Wank mehr. Ein Besuch beim Velomech in Altdorf bringt nichts - er führt diese Marke nicht im Sortiment. Ein Anruf beim Velohändler in Luzern bringt keine schnelle Lösung. «Es hat den Motor verblasen, wahrscheinlich durch Überstrom während der Talfahrt», meint der Velomech am Telefon. Die Tour Richtung Luzern geht weiter, jetzt einfach ohne Velo.

Als Alternative zum Rad peilen wir das Schiff an. Ohne Motor strampelt Philippe, der Miriams Velo übernommen hat, nach Flüelen. Vorne weg gleitet Miriam mit Philippes starker Maschine - nun ist auch sie mal endlich richtig motorisiert unterwegs!

Gerade rechtzeitig kommen wir beim Schiffssteg an und erwischen das Schiff nach Luzern. Schade, dieses abrupte Ende! Aber ganz ohne eine spezielle Geschichte möchten wir nicht nach Luzern zurückkehren. In Brunnen machen wir darum einen Zwischenhalt und werweissen, wie weiter.

Miriam braucht etwas vom Kiosk und kommt einige Minuten später mit einem strahlenden Gesicht zurück: Der Kioskverkäufer sei höchst interessant und er sei bereit, seine Geschichte im Radio zu erzählen. Die Story handelt von Housi Denz, 59 Jahre alt, gebürtiger Berner und seit 15 Jahren in Brunnen. Ihn hat die Liebe in den Kanton Schwyz gebracht: Sein Mann, Herbert, kommt aus Brunnen. Doch Housi hatte Bedenken: Als schwules Paar in der konservativen Innerschweiz leben? Dieses Vorurteil musste er aber gleich über Bord werfen, wie er uns erzählt.

Von Brunnen reisen wir weiter auf dem Seeweg. In der Ferne erscheint Luzern und damit ist das Ende unserer Reise in Sicht. Fünf Tage voller schönen Begegnungen, Abwechslung und Überraschungen - bis zum Schluss.

Legende: Video Miriam Eisner und Philippe Weizenegger sind wieder zurück. abspielen. Laufzeit 00:28 Minuten.
Aus News-Clip vom 05.10.2018.

Tag 4: Von Schwyz nach Unterschächen

Nur ungern verabschieden wir uns von unserer wunderbaren Gastgeberin Charlotte Siegwart in Schwyz. Herzlichen Dank Charlotte! Heute gehts bei prächtigstem Herbstwetter in den Kanton Uri, genauer nach Unterschächen im Schächental. Der Weg dorthin ist zwar kein Katzensprung, aber wir steigen mit den Velos für einen Teil der Strecke wieder an Bord eines Schiffs: Beine strecken auf dem Sonnendeck statt strampeln auf der schattigen Axenstrasse!

Von Flüelen geht's wieder per Velo weiter Richtung Altdorf. Dort treffen wir auf dem Campingplatz Moosbad Eveline Moser. Die 70-jährige Zürcherin lebt seit acht Jahren das ganze Jahr auf dem Campingplatz. Sie findet es praktisch hier zu leben, es sei alles in der Nähe und man komme problemlos überall hin. Die Atmosphäre sei kameradschaftlich, man sei untereinander per Du. In eine Wohnung zu ziehen, sei vorläufig kein Thema, meint sie lachend.

Legende: Video Das wichtigste beim Velofahren ist das richtige Dress abspielen. Laufzeit 00:22 Minuten.
Aus News-Clip vom 04.10.2018.

Dann gehts via Bürglen wieder bergauf in Richtung Klausenpass. Unser Ziel ist Unterschächen, das letzte Dorf im Tal: Laut einem Bericht der Urner Regierung von 2016 steht dem Schächental bis 2030 eine starke Abwanderung der Bevölkerung von 18 Prozent bevor. Das Schächental sei zudem das einzige im Kanton, in welchem die Bevölkerung abnehmen werde.

Sind also alle Jungen auf dem Sprung raus aus dem Tal, runter ins Unterland? Das wollen wir vor Ort erfahren. Und hören genau das Gegenteil. Viele Junge wollten hier bleiben oder zurückkommen. Bloss gebe es nicht genügend freie Wohnungen. Das sagen Leute, die wir im Restaurant oder auf der Strasse ansprechen.

Vor allem aber sagen das auch zwei junge Unterschächner, die wir zum Gespräch treffen: Die 19-jährige Fachangestellte Betreuung Flavia Arnold, die in Altdorf arbeitet. Und der 26-jährige Jonas Arnold, der im Winter als Metallbauer im Urner Talboden arbeitet und im Sommer als Älpler auf dem Urnerboden. Beide wollen in ihrem Dorf bleiben und schwärmen vom Leben im Schächental.

Tag 3: Von Stans nach Schwyz

Der Wetterbericht stimmt froh, wir packen unsere Regenkleidung weg. Heute erwartet uns keine grobe Strecke: Wir starten mit einer Aufwärm-Tour von Stans nach Beckenried. Dort verschiffen wir unsere E-Bikes und fahren mit der Autofähre nach Gersau.

Legende: Video Seit 90 Jahren tuckert die Fähre von Beckenried nach Gersau abspielen. Laufzeit 00:38 Minuten.
Aus News-Clip vom 03.10.2018.

Das Schiff ist gemächlich unterwegs, entspannte Stimmung, nur ein Auto und eine andere Velofahrerin leisten uns Gesellschaft. Schnell kommen wir mit der Fähr-Crew ins Gespräch.

In Gersau wieder an Land, geht's dem See entlang Richtung Brunnen. Von dort radeln wir in den Hauptort des Kantons. Höchste Zeit für einen Besuch beim Velomech: Bei Miriam Eisners Velo ist eine Speiche locker - Spätfolge des Ausflugs zu Familie Murpf im Entlebuch.

Mit repariertem Velo peilen wir die Riedstrasse 10 an. Dort ist der Treffpunkt des Asylnetzes «Mitenand Schwyz», in dem sich Freiwillige für Flüchtlinge einsetzen. Uns treibt die Frage um, wie es um die Integration in Schwyz steht.

Wie man Fremde in Schwyz integriert, zeigt Charlotte Siegwart gleich an uns gestrandeten Velofahrern. Sie offeriert uns kurzerhand einen Schlafplatz bei ihr zu Hause. Und wir sind miteingeladen beim Znacht im «Mitenand Schwyz».

Tag 2: Von Sarnen nach Oberdorf

Nach einer erholsamen Nacht und üppigem Frühstück im Kurhaus Sarnen wieder bei Kräften. Und die Sonne kommt! Der Tag verspricht entspannter zu werden, keine üble Bergstrecke steht bevor und nur ein kurzer Weg: Es geht via Kerns nach Oberdorf im Kanton Nidwalden.

Miriam Eisner und Philippe Weizenegger begeben sich auf Spurensuche nach dem Lieblingsgetränk aus Philippes Kindheitstagen, dem Beckenrieder Orangenmost. Dieser wird in Oberdorf bei der Getränkefirma Lussi AG hergestellt. Die Idee ist, über die Geschichte des Traditionsbetriebes zu berichten, der jetzt grad Hochsaison beim Mosten hat.

Im Betrieb an der Hauptstrasse nach Engelberg wartet die erst 27 Jahre alte Chefin, Alexandra Lussi. Sie erzählt von viel Arbeit und einer imposanten Apfel- und Birnenernte: 78 Tonnen Äpfel aus Ob- und Nidwalden hat die Mosterei dieses Jahr schon zu Saft gepresst - zehn Mal mehr als letztes Jahr. Bei den Birnen sind es sogar 250 Tonnen. Interessant. Aber viel interessanter ist Alexandra Lussi selber: Wie die junge Frau letzten Frühling Knall auf Fall den Betrieb übernehmen musste, weil ihr Vater, der Firmenchef Remigi Lussi, krank geworden war, erzählt sie im Gespräch.

Der Tag hat nicht zuviel versprochen. Der Regen macht den ganzen Tag Pause - und selbst die Technik funktioniert tadellos - sogar bei der Live-Schaltung in die Abendsendung vom Dorfplatz in Stans.

Tag 1: Los geht's! Start in Luzern - weiter Richtung Entlebuch

Start der Velotour in Luzern bei strömendem Regen. Gut eingepackt Richtung Entlebuch. In der Rengg gibt es einen ersten Halt und ein spontanes Treffen mit Mitgliedern der Jagdgesellschaft Entlebuch-Ebnet-Rengg. Es ist der erste Jagdtag. Weidmannsheil! Die Uhr zeigt Mittag, einem Fuchs hat die letzte Stunde geschlagen.

Über Finsterwald geht's weiter Richtung Aeschitannen auf den abgelegenen Bergbauernhof der Familie Murpf. Der Weg, den die Karte anzeigt, ist zwar der kürzeste. Der Abzweiger von der Glaubenbergstrasse entpuppt sich aber als steiler Wanderweg. Die E-Bikes müssen geschoben werden. Und ein Akku droht schlapp zu machen...

Nach dem Gespräch mit Stefan und Astrid Murpf geht's gleich weiter. Bevor die Nacht einbricht, will die Veloequipe über den Glaubenberg Richtung Sarnen. Für die Radiosendung um 17.30 Uhr gibt es erste technische Probleme: Schwache Mobilverbindung, das Interview kommt nur wenige Minuten vor der Sendung im Studio an. Die Liveschaltung vom Strassenrand der Glaubenbergstrasse gerät einseitig: Reporterin Eisner hört keine Fragen und antwortet entsprechend...

Um 19 Uhr endlich auf dem Glaubenberg. Der erste Schnee fällt. Von da an gehts leicht, per Schussfahrt, runter nach Sarnen. Übernachten im Pflegebett - gebucht sind Zimmer im Kurhaus.

SRF 1, Regionaljournal Zentralschweiz, laufende Berichterstattung

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