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Zürich Schaffhausen Fall Mörgeli: Riklin behält sich Weiterzug des Urteils vor

Die Zürcher CVP-Nationalrätin Kathy Riklin ist in der Affäre Mörgeli verurteilt worden. Nun stellt Christoph Mörgeli deren Rücktritt bei der Universität in den Raum. Anders als die erste Instanz, sah es das Berner Obergericht als erwiesen an, dass Riklin Geheimnisse verraten habe.

Legende: Video Kathy Riklin schuldig wegen Amtsgeheimnisverletzung abspielen. Laufzeit 03:32 Minuten.
Aus Tagesschau vom 19.05.2015.

Schuldig wegen Amtsgeheimnisverletzung. Dies ist das Verdikt des Berner Obergerichtes. Nationalrätin Kathy Riklin (CVP/ZH) wird deshalb zu einer bedingten Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu 380 Franken verurteilt.

Damit kippt das Obergericht ein erstinstanzliches Urteil vom vergangenen Herbst: Anders als die erste Instanz, sah es das Berner Obergericht als erwiesen an, dass sie im Zusammenhang mit der Entlassung von Professor Christoph Mörgeli durch die Universität Zürich Geheimnisse verraten habe.

Mörgeli stellt Riklin als Universitätsrätin in Frage

In der «Tagesschau» zeigte sich Mörgeli zufrieden mit dem Urteil. Er sieht sich auf der ganzen Linie bestätigt und hinterfragt gleichzeitig Kathy Riklin als Zürcher Universitätsrätin: «Ich kann mir schwerlich vorstellen, dass eine verurteilte Universitätsrätin weiterhin in diesem Gremium mitmacht. Wenn man nicht weiss, ob sie Amtsgeheimnisse nach aussen trägt oder nicht», sagte er.

Riklin dagegen ist überrascht und enttäuscht über diesen Entscheid: «Ich weiss, dass ich mir nichts habe zu Schulden kommen lassen», schreibt sie in einer Mitteilung. Sie warte nun zusammen mit ihrer Anwältin die schriftliche Begründung des Urteils ab. Ob Riklin das Urteil ans Bundesgericht weiterzieht, ist noch nicht klar.

Geheime Informationen verraten?

In die Haare gerieten sich Christoph Mörgeli und Kathy Riklin im Zuge der inzwischen weit verzweigten Affäre Mörgeli. Am Rande der Herbstsession 2013 hatte sich Riklin gegenüber Journalisten in der Wandelhalle des Bundeshauses über Mörgeli geäussert. Sie soll Informationen über einen damals noch unveröffentlichten Bericht der Universität Zürich geäussert haben.

In diesem Bericht ging es um die wissenschaftliche Betreuung von Dissertationen an der Universität Zürich und damit auch um die Arbeitsleistung von Mörgeli, der als Leiter des medizinhistorischen Museums in die Kritik geraten war

Mörgeli sah das Amtsgeheimnis verletzt und zeigte Riklin an. In erster Instanz wurde die Zürcher Nationalrätin im vergangenen November freigesprochen. Mörgeli zog den Fall ans das Obergericht Bern weiter und erhielt nun recht.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von theo camenzind, gersau
    Die angeblichen Fliegen in Herr Mörgelis Zimmer waren gar nicht in seinem Zimmer, sondern im Zimmer jener, die ihn zu Fall brachten. Frau Riklin muss sich ja unglaublich sicher gefühlt haben. Ich als Steuerzahler möchte eine Schweizer UNI. Und wenn die Schweiz keine schweizerischen Dozenten zu stellen vermag, dann soll es auch keine UNI mehr geben. Ich bin für 'Made in switzerland'. Das hatte uns weitergebracht. Alles andere brauchen wir nicht und ist Filz.
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  • Kommentar von H. Frühling, Bern / Zürich
    Zur Erinnerung: Die Klage beruht darauf, dass in den Tagen damals die schlechten Leistungen des Herrn Mörgeli in der "geschützen Werkstatt Uni ZH" bekannt wurden. Notabene schlechte Leistungen über Jahre unter Führung eines Parteigänger Profs. Da ist es natürlich ganz schlimm, wenn das Journalisten möglicherweise einige Tage vor der offiziellen Bekanntgabe erfahren. (Für den Sitznachbarn abstimmen ist da gar nichts dagegen!). Und Mörgelis Leistungen werden auch durch dieses Urteil nicht besser.
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  • Kommentar von Lukas Löffler, Basel
    Auch wenn es Mörgelis gutes Recht ist, sich zu wehren, sollte er seine Niederlage akzeptieren. Denn er ist schliesslich als ursprünglicher Verlierer aus der Affäre gegangen. Jetzt versucbt er einfach noch, im Nachhinein Rufschädigung zu bewirken. Schwach.
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