Ansturm auf den roten Pass Starker Anstieg der Einbürgerungsgesuche im Kanton Zürich

Ein Mann hält einen Schweizer und einen Italienischen Pass vor sein Gesicht. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Wirbel um den Einladungsbrief der Stadt Zürich dürfte zum Ansturm auf den Pass beigetragen haben. Keystone

Die Sommermonate sind in der Abteilung Einbürgerungen auf dem Gemeindeamt des Kantons Zürich normalerweise ruhig. Wegen der Ferien gehen in diesen Monaten auf dem Amt jeweils weniger Gesuche ein. Dieses Jahr war es anders: Im Juli und August registrierte das Gemeindeamt fast doppelt so viele Gesuche, wie im Jahr zuvor. Hintergrund sind die höheren Hürden für den Schweizer Pass, die ab nächstem Jahr gelten.

Keine Überraschung

So ein Anstieg sei normal, wenn die Richtlinien für die Einbürgerung verschärft werden, erklärt Sarah Notter, die Leiterin der Abteilung. Schon als 2015 der obligatorische Deutschtest für Einbürgerungswillige eingeführt wurde, stiegen im Jahr zuvor die Einbürgerungsgesuche stark an.

«  Es haben sich Leute gemeldet, die schon 40 Jahre und mehr in der Schweiz leben. »

Sarah Notter
Leiterin Abteilung Einbürgerungen

Die neuen Verschärfungen betreffen vor allem Jahresaufenthalter und Ausländer mit dem Status F, also abgewiesene Asylbewerber, die nicht in ihre Heimat zurückkehren können.

Die überwiegende Mehrheit der Einbürgerungesuche werde aber von Leuten mit einer C-Bewilligung gestellt, die schon lange in der Schweiz leben, stellt Notter fest. Nun werde sorgfältig geprüft, ob die Gesuchsteller die Kriterien für eine Einbürgerung erfüllen.