Unispital und Triemlispital spannen bei Krebstherapien zusammen

Konstruktive Zusammenarbeit statt gegenseitiges Hickhack. Nach Jahren des Streits ist zwischen dem kantonalen Unispital und dem städtischen Triemlispital Kooperation angesagt. Nach positiven Erfahrungen mit dem Herzzentrum wollen die beiden nun auch bei Krebstherapien zusammenarbeiten.

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Bildlegende: Ein Patient wird vorbereitet für eine Strahlentherapie. Keystone

Für die sogenannte Radio-Onkologie – die Behandlung von Krebspatienten mit Strahlen – muss das Triemlispital neue Linearbeschleuniger anschaffen (siehe Kasten). Aber auch zwei der vier Geräte des Unispitals müssen demnächst ersetzt werden. Deshalb sei eine Zusammenarbeit naheliegend gewesen. Dadurch, dass sich die Spitäler gegenseitig aushelfen, könne allein das Triemli gegen sechs Millionen Franken sparen, erklärte Triemli-Direktor Erwin Carigiet.

Das Unispital könnte seine Linearbeschleuniger ohne Zusatzkosten ersetzen. Dennoch mache die Zusammenarbeit auch für ihn Sinn, sagt Jürg Hodel, ärztlicher Direktor des Unispitals. «Es kann immer wieder vorkommen, dass ein solches Gerät ausfällt.» Nun habe man mit den Geräten im Triemli eine Ausweichmöglichkeit.

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Strahlentherapie

Bei einer Strahlentherapie oder Radiotherapie werden energiereiche Strahlen auf den Tumor gerichtet. Diese Strahlen – zum Beispiel Gammastrahlung oder Elektronenstrahlung – schädigen die Erbsubstanz der Krebszellen. Diese können sich nicht mehr teilen und sterben ab.

Streit war gestern

Stadt und Kanton Zürich lieferten sich einen jahrelangen Streit um das kantonale Unispital und das städtische Triemlispital. Ursprung des Streits waren die Herzbehandlungen.

Seit zwei Jahren arbeiten die Spitäler jedoch in einer Allianz in der Herzchirurgie zusammen. Auch im Bereich der Altenpflege sind das Universitätsspital und die städtischen Spitäler – in diesem Fall vor allem das Waidspital – eine Kooperationen eingegangen, die noch ausgebaut werden soll.

«Wichtig für wirtschaftliches Überleben»

Für Martin Waser – ehemaliger Zürcher Stadtrat und nun Präsident des Spitalrates des Unispitals – zahlt sich diese neue Freundschaft aus. «Um wirtschaftlich überleben zu können, brauchen wir einen Partner», sagte er im Interview mit dem Regionaljournal Zürich Schaffhausen. Beim Herzzentrum habe sich die Zusammenarbeit bereits bewährt. Die Fallzahlen seien auf beiden Seiten gestiegen. Zudem profitierten beide Seiten auch vom fachlichen Austausch.

Zusammenarbeit soll ausgebaut werden

Weitere Kooperationen seien für ihn deshalb möglich. Sowohl im logistischen Bereich (z.B. gemeinsame IT-Lösungen, gemeinsame Wäscherei) als auch im medizinischen Bereich.