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Zürich Schaffhausen «Wir brauchen besseren Kontakt zur muslimischen Gemeinschaft»

Unter der Führung von Justizdirektorin Jacqueline Fehr hat eine Delegation des Kantons Zürich die belgische Stadt Vilvoorde besucht. Dort holten sich die Zürcher Tipps, wie der Kanton besser mit der Radikalisierung von Jugendlichen umgeht. Zürich könne sich noch verbessern, so Jacqueline Fehr.

Legende: Audio «Jacqueline Fehr im Interview (15.07.2016)» abspielen. Laufzeit 13 Minuten.
13 min

Vilvoorde in Belgien galt lange als Hochburg für junge Männer, die sich dem Islamischen Staat anschlossen - bis die Stadt die Notbremse zog. Die Behörden richteten ein breitgefächertes Frühwarnsystem ein. So suchten sie zum Beispiel den direkten Kontakt zu den gefährdeten Jugendlichen. Innerhalb von zwei Jahren konnte Vilvoorde die Zahl der Dschihad-Reisenden massiv senken.

Von den Erfahrungen in Vilvoorde will nun der Kanton Zürich profitieren, nachdem besonders die Stadt Winterthur wegen Dschihad-Reisenden in die Schlagzeilen geraten ist. Eine Zürcher Delegation um Justizdirektorin Jacqueline Fehr traf sich diese Woche mit dem Bürgermeister von Vilvoorde zum Erfahrungsaustausch. Im Interview mit SRF-Korrespondent Oliver Washington sagt Jacqueline Fehr: «Die Reise hat sich gelohnt.»

Muslime zu Partnern machen

Es habe sie beeindruckt, wie die Verantwortlichen in Vilvoorde mit der muslimischen Bevölkerung zusammenarbeite, so Fehr: «Hier geht man davon aus, dass auch die muslimische Bevölkerung sehr besorgt ist wegen der Radikalisierung der Jugendlichen. Die Muslime wurden so zu Partnern der Behörden, denn schliesslich sind es ihre Kinder, die in den Krieg ziehen wollen. Das hat mich recht überzeugt.»

Die Präventionsarbeit von Vilvoorde habe sie sehr an die Zürcher Drogenpolitik der 90er-Jahre erinnert: «Es ist eine Politik mit verschiedenen Säulen wie Prävention, Deradikalisierung und Repression.» In Vilvoorde gebe es viele niederschwellige Angebote. Ausserdem werde intensiv mit den gefährdeten Jugendlichen gearbeitet.

Zürich hat noch zu lernen

Jacqueline Fehr sieht sich nach dem Treffen in Vilvoorde in vielem bestätigt: «Ich habe gesehen, dass wir grundsätzlich auf einem guten Weg sind.» Aber Zürich könne auch noch viel verbessern: «Wir haben immer noch ein Problem mit dem Einbezug der muslimischen Gemeinschaften. Unsere Kontakte sind noch nicht weit genug entwickelt. Das Vertrauen ist noch nicht da.»

4 Kommentare

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  • Kommentar von Ruedi Lais (Ruedi Lais)
    Sie verleumden Frau Fehr als jemanden, der mit militanten Islamisten einen vertieften Dialog pflegen wolle. Als Justizdirektorin ist sie dafür verantwortlich, dass militante Islamisten nach dem Gesetz verfolgt werden. Sie ist aber als Innenministerin auch dafür verantwortlich, dass Kanton, Gemeinden und Religionen den Dialog mit Muslimen fördern. Weder müssen sich Muslime von Mödern in Paris oder Nizza abgrenzen noch die christliche Mehrheit von christlichen Straftätern in Utöya oder Mexiko.
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  • Kommentar von Ruedi Lais (Ruedi Lais)
    Von Ihnen liest man "robo"-terhafte, aggressive Kommentare ohne den geringsten Lösungsansatz. Es muss doch darum gehen, mit den Hunderttausenden von unbescholtenen Muslimen gut zusammenzuleben und ihnen zu helfen, in ihren Reihen frühzeitig extremistische Tendenzen zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken. Nur so kann die Schweiz so friedlich bleiben, wie wir alle ungeachtet der Religion es so schätzen. Ihr Hass, Herr Bolliger, ist das Gegenteil davon!
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    1. Antwort von Rolf Bolliger (robo)
      Für die linken Gutmenschen sind andere Meinungen, reale Fakten, die sie einfach nicht hören wollen, immer aggressive und hasserfüllte Kommentare! Solange sich die meisten der "Hundertausenden" angekommenen Muslimen nicht klar und deutlich gegen den "IS-Terror" abgrenzen und Frau Fehr ja mit den militanten Islamisten "einen vertieften Dialog" fördern will, habe ich obigen Kommentar geschrieben, Herr Lais! (Meinungsfreiheit!) Für Sie sind solche Fakten bloss "robo-Hass", ohne Lösungsansätze!
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Der letzte Satz verdeutlicht die bestehende "linke Träumerei", wenn es um den militanten Islamismus geht: "Unsere Kontakte sind noch nicht weit genug entwickelt. Das Vertrauen ist noch nicht da!" (Zitat Fr. Fehr). Solange sich die eingedrungenen neuen Religionen und Kulturen nicht an unsere Gepflogenheiten und die rechtsstaatlichen Gesetze und Pflichten halten (wollen), spielen wir als falschhumanistische "Gutmenschen" für die Islamisten weiterhin ein reines Lachfiguren-Kabinett!
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