Zum Inhalt springen

Header

Audio
Interview mit Flughafenchef Stephan Widrig
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 18.08.2019.
abspielen. Laufzeit 17:20 Minuten.
Inhalt

Wochengast Stephan Widrig «Eine CO2-Abgabe auf Flugtickets wäre wirkungslos»

3'149'819 Personen sind im Juli über den Flughafen Zürich geflogen. So viele, wie noch nie – trotz Klimadebatte. Flughafenchef Stephan Widrig nimmt als «Regionaljournal Wochengast» Stellung zu seinem Flugverhalten und einer CO2-Abgabe auf Flugtickets.

Stephan Widrig

Stephan Widrig

CEO Flughafen Zürich AG

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Stephan Widrig arbeitet seit 1999 am Flughafen Zürich. Seit 2008 ist er Mitglied der Geschäftsleitung und seit Anfang 2015 amtet er als Geschäftsführer. Widrig ist 46 Jahre alt und hat Politik- und Wirtschaftswissenschaften an der HSG studiert.

SRF: Wie häufig fliegen Sie?

Stephan Widrig: Ich fliege geschäftlich fünf bis sechs Mal pro Jahr und privat ein- bis zweimal.

Verspüren Sie manchmal Flugscham?

Nein, im Gegenteil. Ich finde es schön, dass unsere Welt immer mehr zusammenwächst. Das Klima ist ein globales Problem, welches wir nur global lösen können.

Gestern wurde bekannt, dass die Umweltkommission des Ständerats eine Flugticketabgabe von 30 bis 120 Franken fordert. Das finden Sie keine gute Idee, oder?

Ich würde sagen, es ist gut gemeint. Die Lösung, die jetzt auf dem Tisch liegt, ist aber sicherlich das falsche Instrument. Sie wird auch keine Auswirkung auf das Klima haben. Der Flughafen Basel zum Beispiel wird von dieser Abgabe wahrscheinlich nicht betroffen sein. Wir brauchen übergeordnete Lösungen, nicht nationale Alleingänge.

Alle unsere Nachbarländer, abgesehen von Liechtenstein, kennen aber eine solche Abgabe.

Ja, aber auf viel tieferem Niveau. In Frankreich sind es ein paar wenige Franken, in Deutschland ist es eine rein fiskalische Abgabe. Wenn die aktuell geforderte Lösung in der Schweiz eingeführt wird, wäre das mit Abstand die höchste Flugticketsteuer im Vergleich mit unseren Nachbarländern.

Die Schweiz könnte aber auch eine Vorbildrolle einnehmen?

Das Klima ist ein Umweltproblem, welches global funktioniert. Wenn die Schweiz eine Vorreiterrolle einnehmen will, mit welcher sie ihren Wohlstand untergräbt, dann überlassen wir das Feld schlussendlich denjenigen Ländern, die diesbezüglich nicht sehr vorbildlich sind. Das kann nicht das Ziel sein.

Das Gespräch führte Nadine Markwalder. Das ganze Interview finden Sie im Audiofile.

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

27 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Aktuell sind keine Kommentare unter diesem Artikel mehr möglich.

  • Kommentar von Roland Amsler  (rAm)
    Netter Versuch vor den Wahlen. Voll im Trend. Bin auch für Maßnahmen in Sachen Klima und frage mich, wie denn die CO2 Abgabe zielgerichtet eingesetzt wird. Geht sie z.b in die AHV, oder wird für die Unterstützung von sozial schwächeren eingesetzt, oder auch für den Bau von Radwegen, so ist es für mich keine CO2 Abgabe mehr, sondern eine weitere Steuer mit dem Beigeschmack einer Abzocke. Denn 100 Franken werden kaum jemanden am Fliegen hindern.
  • Kommentar von Sepp Rüegsegger  (SeRu)
    Eine Abgabe wäre nur sinnvoll, wenn sie abhängig vom Einkommen des Fluggastes erhoben wird. Wenn nicht, bezahlen die unteren Einkommensschichten mal wieder die Zeche für die mit Privatjet und Vielflieger Bonus.
    1. Antwort von Jürg Brauchli  (Rondra)
      Das ist so. Nur stinkts mir, mit der Steuererklärung ins Reisebüro oder an die Tankstelle zu gehen...
  • Kommentar von Jürg Brauchli  (Rondra)
    Auch hier wird man später sagen, gebracht hats nichts, aber immerhin haben wir uns selbst geschädigt...