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Zeiten des Coronavirus Leere Gassen in Zürichs Partymeile

Bars und Restaurants spüren die neuen Regeln klar. Die Langstrasse ist nicht viel mehr als eine lange, leere Strasse.

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Aus dem Archiv: Am Freitag war Langstrasse noch belebt
Aus Tagesschau vom 14.03.2020.
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Keine Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen, höchstens 50 Leute in Bars und Restaurants – diese Einschränkungen gelten seit Freitagnachmittag in der Schweiz wegen des Coronavirus.

Nur noch wenig Partyvolk unterwegs

Es sind einschneidende Massnahmen für die Vergnügungsbranche. Das zeigt sich zum Beispiel an der Langstrasse in der Stadt Zürich. An normalen Samstagabenden vergnügen sich dort jeweils tausende Besucherinnen und Besucher in den Bars, Klubs und Restaurants. Nun hat sich Zürichs Partymeile geleert. In Feierlaune sind nur noch Unverbesserliche.

Tafel mit der Zahl 50.
Legende: Maximal 50 Personen dürfen in die Bar. Alle anderen werden abgewiesen. SRF/Christoph Brunner

In der «Lambada»-Bar befinden sich 50 Leute. Damit gilt die Bar als voll, niemand darf mehr rein. «Wir wären gerne reingegangen», sagt ein junger Mann, der vom Türsteher abgewiesen wurde. «Aber es dürfen nicht mehr als 50 Leute drin sein. Wir respektieren das und gehen weiter.»

Die drei wollen an diesem Abend feiern – trotz der Bitte der Behörden, man sollte in diesen Tagen darauf verzichten. Es sind vor allem junge Leute, die um 22 Uhr an der Langstrasse unterwegs sind. Doch viele sind es nicht. «Es ist sehr leer und langweilig, aber auch gemütlich», sagt eine junge Frau. Ein Kollege fügt hinzu: «Ich hatte zuerst eigentlich kein gutes Gefühl dabei. Aber wir machen heute eine Ausnahme, da wir einen Geburtstag feiern.»

Die Gesundheit ist das Wichtigste, wir müssen nun alle schauen. Ich bin auch dafür, dass wir nun zumachen und besser daheim bleiben sollten.
Autor: GianGeschäftsleiter «Piranha»-Bar

Daheimgeblieben sind aber viele andere, das ist offensichtlich. In der «Piranha»-Bar sagt Geschäftsleiter Gian, am Freitag habe es noch ein paar Gäste gehabt. Nun aber überlege sein Chef, ob es sich überhaupt noch lohne, den Club zu öffnen. «Die Gesundheit ist das Wichtigste, wir müssen nun alle schauen. Ich bin auch dafür, dass wir nun schliessen und besser daheimbleiben sollten» sagt Gian.

Ein Zettel an einer Eingangstüre weist auf die Solidarität hin, die man nun mit Risikogruppen haben sollte.
Legende: SRF

Andere Zürcher Clubs haben schon seit Freitag geschlossen: Plaza, Kanzlei, Kaufleuten, Exil, Gonzo, Zukunft – bei ihnen und vielen mehr ist die Party für die nächsten Wochen vorbei. Mit der Vorgabe, dass sich höchstens 50 Leute im Lokal aufhalten dürfen, lohnt sich der Betrieb für sie nicht.

Wirtschaftlich nicht einfach

Die Regel gilt auch für die Restaurants. Viele haben zwar noch geöffnet, bedienen aber deutlich weniger Leute. Im grossen Volkshaus-Restaurant sind nur wenige Tische besetzt. Mit-Besitzer Koni Frei sagt: «Normalerweise ist bei uns am Freitag und Samstag immer ausgebucht.» Jetzt könne man mit dem Abstand von zwei Metern weit auseinander sitzen, was ja noch angenehm sei.

Das ist eine ernste Sache und das Leben der älteren Personen – wie alle sagen – ist mehr wert als ein bisschen Gewinn.
Autor: Koni FreiMit-Besitzer des Volkshaus-Restaurants

Weniger angenehm ist es aus wirtschaftlicher Sicht. Gewinn mache das Restaurant an solchen Abenden keinen, sagt Frei. Die Einführung von Kurzarbeit sei deshalb eine Option – und vielleicht auch die temporäre Schliessung des Lokals. «Das ist eine ernste Sache und das Leben der älteren Personen – wie alle sagen – ist mehr wert als ein bisschen Gewinn. Daher muss man alles tun, um das zu bekämpfen», findet Koni Frei.

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Aus Schweiz aktuell vom 17.03.2020.
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SRF 4 News, 15.03.2020, 15 Uhr

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Leere Gassen in Zürichs Partymeile. Die verwöhnte Wohlstandsgesellschaft muss jetzt halt mal auf etwas verzichten was vorher Alltag war. Wird vielen Jungen schwer fallen wenn sie nicht jeden Abend in den Bars herum hängen können. Muss denn immer Feierlaune sein? Das Leben besteht aus mehr als Barbesuche und immer Party. Lernt das Leben mal von einer ruhigeren Seite kennen. Die Gesundheit von uns allen ist jetzt wichtiger.
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  • Kommentar von Eva Werle  (Eva Werle)
    Das ist schrecklich und sollte auf jeden Fall geändert werden. Genauso wie Kriege und sonstige Katastrophen. Das eine tun ohne das andere zu lassen!
    Und dabei dringend einmal überdenken, wie anders wir auf diesem Planeten zusammenleben könnten, wenn wir grundsätzlich falsche Strukturen und Glaubenssätze verändern würden.
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    1. Antwort von Urs Dupont  (udupont)
      Sorry, aber Sie scheinen keine Ahnung zu haben, was Krieg bedeutet und was wirkliche Katastrophen sind! Wahrscheinlich gab es noch kaum ein Jahr, in welchem wir bis Mitte März so wenig Grippekranke und Grippetote hatten, auch wenn natürlich jeder Tote einer zu viel ist. Ich hoffe sehr, dass wir in den kommenden Jahren bei anderen Grippewellen, die so sicher kommen werden wie das Amen in der Kirche, einen effektiveren Weg zwischen Panik (was heute der Fall ist) und Verschlafen finden werden.
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  • Kommentar von Franz Giger  (fjg)
    Mitte nächster Woche werden sowieso schweizweit alle Restaurants, Cafes, Bars und Läden (ausser Lebensmittel und Apotheken) geschlossen. Anschliessend folgt dann eine allgemeine Ausgangssperre.
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