Zum Inhalt springen

Header

Video
Italien wird zur Sperrzone
Aus SRF News vom 10.03.2020.
abspielen
Inhalt

Rom im Zeichen des Coronavirus Nach der Panik folgt der Alltag

Schlangestehen ohne zu drängeln und weniger Hamsterkäufe: Die Italiener verhalten sich umsichtig in dieser Krise.

«Mi dispiace – es tut mir leid: Sie bekommen nur eine Packung Schutzmasken!» Die Dame im orangen T-Shirt und weisser Gesichtsmaske hinter der Kasse dieses Haushaltswarengeschäfts ist bestimmt. Die neue Lieferung Mundschutze soll für so viele Kunden wie möglich reichen.

Wir sind im Westen Roms, wo der Corona-Notstand neue soziale Regeln geschaffen hat: keine Hamster-Käufe, kein Vordrängeln. Jede und jeder kommt zu seiner Zeit an die Reihe. Es hat sich viel geändert in jener Stadt, in der zu Normalzeiten sofort die Hupe tönte, wenn an der Ampel das erste Auto nicht schon bei Gelb-Grün losfuhr!

Es funktioniert – ohne Diskussion

Jetzt stehen die Römer geduldig an – draussen auf dem Trottoir vor den wenigen noch geöffneten Geschäften: seien es Supermärkte, Metzgereien, Fischgeschäfte, Wäschereien, Apotheken oder eben die sogenannten Casalinghi – jene Detailhändler, die in diesen Zeiten leider viel zu selten Desinfektionsmittel, Gummihandschuhe und eben Mundschutze verkaufen.

Überall herrscht die gleiche Regel: In die Geschäfte dürfen gleichzeitig nur wenige Kunden, damit der Sicherheitsabstand eingehalten wird. Am Boden kleben deshalb bunte Streifen zur Orientierung, damit an der Kasse oder an der Schinken- und Käsetheke der nötige Abstand herrscht. All das funktioniert ohne Diskussion oder gar offizielle Ordnungshüter. Die Belegschaft in den Geschäften wechselt sich ab, um den Einlass zu kontrollieren. Derweil warten Frau und Mann auf der Strasse.

Geht es ums Wohlergehen, werden Vorschriften eingehalten

Auf der Strasse kann man auch beobachten, dass Lieferwagen regelmässig Nachschub liefern. Hamsterkäufe gibt immer weniger. Die meisten Italiener haben verstanden: auch während der Corona-Krise wird die Versorgung nicht ausgehen. Schon jetzt kalkulieren Ernährungsmediziner: durch den künstlichen Hausarrest wird das Gewicht bei vielen zulegen. Denn es wird gekocht und gebraten, Nonnas Rezepte ausprobiert. Gutes Essen für die Seele. Auch das hilft!

Die Italiener werden immer gerne als Individualisten und ganz besondere Ausleger von Regeln gescholten. Der Corona-Notstand zeigt aber: Wenn es um das Wohlergehen geht, können Vorschriften ohne Murren und Diskussion akzeptiert werden. Das passierte zuletzt im Jahr 2005, als Italien von einem Tag auf den anderen das europaweit strengste Anti-Raucher-Gesetze in Kraft gesetzt hatte und die Einhaltung von Tag Eins an im Unterschied zu anderen Ländern später kein Problem war!

Die Italienerinnen und Italiener werden vielleicht auch diesmal wieder Schule machen – mit umsichtigem Verhalten und dem hoffentlich richtigen Weg, der sie aus dieser Krise wieder hinausführt!

Tagesschau, 14.03.2020, 19.30 Uhr

Schliessen

Jederzeit top informiert!

Wir informieren laufend über die aktuelle Entwicklung und liefern Analysen zum Coronavirus. Erhalten Sie alle wichtigen News direkt per Browser-Push. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

40 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Rolf Künzi  (Unbestimmt)
    Zahlen, wie kriegen keine wirklichen Zahlen über Corona, in China, immerhin ein 1,4 Milliardenvolk gibt es plötzlich keine toten mehr. Ich nenn mal eine Zahl die den Irrsinn wie wir mit Zahlen umgehen aufzeigt. Die WHO wohlgemerkt, sagt, das pro Minute 5 Menschen an Behalndlungsfehler sterben. Pro Minute, also 60 mal 12 ergibt einen Tag. 720 mal 5 gibt 3600 Behalndlungstote pro Tag. Da ist Corona ein Waisenkind. Bitte Leute beginnt mal ein wenig zu rechnen. Nur so zum Spass. Ein Tag hat 24 Std.P
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Simon Badertscher  (Cotillion)
      Es geht darum, dass das Gesundheitssystem nicht überlastet wird, wenn man die Nachrichten ein wenig verfolgen würde, sollte man das doch langsam begriffen haben.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Allerdings nicht nachvollziebar ist, dass gerade jetzt wieder, die industrialisierte LW, tonnenweise gesundheitsbelastende chemisch-pharmazeutische Dünge- und Spritzmittel aktiv Natur, Tier und damit auch den Menschen zumuten... Die Frage ist doch auch, wie und wodurch entstand das Corona-Virus?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Maria Barossi  (Girasole)
      Das Corona-Virus ist in China entstanden in Wuhan. In ländlichen Gegenden gibt es viele Märkte, die lebende Tiere verkaufen, vor allem Hühner. Diese Märkte sind scheusslich unhygienisch. So ist das Corona-Virus vom Tier zum Mensch rübergesprungen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von SRF News editor
      Die ersten Infektionen werden tatsächlich mit einem Fischmarkt in Wuhan in Verbindung gebracht, auf dem auch Wild- und exotische Tiere verkauft wurden. In einer Studie wurden Schlangen als wahrscheinliche Überträger genannt, andere Experten halten Fledermäuse oder Zibetkatzen für wahrscheinlicher.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Jede Epidemie, hat meist auch etwas Positives. Die Menschen stehen still im Leben und das wiederum gibt Zeit zum Nachdenken. Und dann besinnen sich die meisten Menschen generationenübergreifend, dass ein Miteinander, effektiv ist und auch Entlastung, Bereicherung bringt. Die Menschen sind auf einander angewiesen.....
    Ablehnen den Kommentar ablehnen