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Gesalzene Rechnung für ein «Sorgentelefon»
Aus Espresso vom 26.09.2019.
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0900er-Mehrwertdienste Perfider Telefonberater zockt Seniorin ab

Der Anrufer gaukelt einer älteren Dame vor, er wolle sich nur ihre Sorgen anhören – doch das wird sehr teuer.

Die Enkelin einer 85-jährigen Frau aus dem Kanton Luzern schildert dem SRF-Konsumentenmagazin «Espresso», wie perfid man ihre Grossmutter über den Tisch gezogen hat: «Ein Mann rief sie an und bot ihr an, sich ihre Sorgen anzuhören und ihr zu helfen.»

Sätze aufschreiben und mehrmals vorlesen

Das muss er so überzeugend gemacht haben, dass die ältere Dame an die betreffende 0901er-Mehrwertdienstnummer zurückgerufen hat. Diese Nummern sind kostenpflichtig. Dort konnte der Anrufer die Frau über eine Stunde lang in der Leitung behalten. Unter anderem, indem er sie Sätze aufschreiben und mehrmals vorlesen liess. Zum Beispiel: «Ich führe die negativen Kräfte weg.» So verstrich die Zeit – und das führte zu einer gesalzenen Rechnung von über 200 Franken.

Mehrere ähnliche Fälle - Swisscom zahlt Geld zurück

Die Seniorin ist Kundin bei der Swisscom. Dort liess sie die Nummer in den Callfilter setzen, also für ihren Anschluss sperren. Die Rechnung bezahlte sie.

Bei der Swisscom ist die Masche bekannt: Man habe etwa zwei Dutzend solcher Fälle registriert, sagt Mediensprecherin Sabrina Hubacher. Das Vorgehen der Anbieter stufe man als «missbräuchlich» ein: «Die Betroffenen müssen diese Kosten also nicht bezahlen.»

Der Anbieter der betreffenden 0901er-Nummer wiederum hat aber keinen Vertrag mit der Swisscom, sondern mit der Firma Smartphone SA. Dort heisst es, für Beschwerden müssen man sich direkt an den Inhaber der Nummer wenden. Es handelt sich um einen Herrn in Lausanne, von dem man aber weder E-Mail-Kontakt noch Telefonnummer findet.

Vorsicht bei 0900er-Nummern

Um nicht in eine solche Kostenfalle zu tappen, rät die Swisscom-Sprecherin grundsätzlich zur Vorsicht bei Mehrwertdiensten mit 0900er-Nummern: «Im Zweifelsfall nicht zurückrufen.» Und gut hinhören, denn normalerweise müsste eine Ansage am Anfang auf den Minutentarif hinweisen. Im vorliegenden Fall ist es wohl so, dass die Seniorin dies überhört hat.

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