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100 Leistungskilometer auf Ski Neue Chance für die Patrouille des Glaciers

  • Nach monatelangem Streit zwischen dem Verein zur Unterstützung und Förderung der Patrouille des Glaciers (ASPdG) und der Schweizer Armee (VBS) zeichnet sich offenbar eine neue Lösung ab.
  • Der Bund und der Kanton Wallis wollen das Skitourenrennen Patrouille des Glaciers langfristig sichern. Dazu soll die Organisation mit den notwendigen Mitteln und Strukturen ausgestattet werden.
  • Das teilten das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) sowie der Kanton Wallis mit. Bundesrätin Viola Amherd und der Walliser Staatsrat Frédéric Favre wollen am Montag in Sion/Sitten (VS) über die Details informieren.
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Archiv: Kritik an Organisatoren der Patrouille des Glaciers
Aus Schweiz aktuell vom 12.04.2021.
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Der Streit um die Organisation und Durchführung der Patrouille des Glaciers, Link öffnet in einem neuen Fenster, dem seit 1995 weltweit grössten Skitouren-Wettkampf, schwelte seit Monaten.

Bereits im November vergangenen Jahres hatte die Schweizer Armee ihre Zusammenarbeit mit der ASPdG ausgesetzt und den Verein aufgefordert, seine «internen Probleme zu regeln». Immer wieder wurden Vorwürfe in Bezug auf die Finanzverwaltung des Lenkungsausschusses, ausbezahlte Boni und damit der Umgang mit Sponsoring-Geldern laut. Der Kanton Wallis schaltete sich daraufhin als Vermittler ein.

Im Februar gab das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) nach einer externen Prüfung der Finanzen und des Managements der ASPdG dann bekannt, dass es die Zusammenarbeit mit der Organisation wieder aufnehme.

Abfahrt an einer beleuchteten Strecke
Legende: Die Abfahrten, teilweise in der Nacht, betragen rund 4000 Höhenmeter. SRF

Das Finanzinspektorat des Kantons Wallis kam in einem Bericht zum Schluss, dass Vorstandsmitglieder beim ASPdG «unsensibel» hohe Vergütungen kassierten, und dass es Interessenkonflikte gab und es insgesamt an Transparenz fehle. Strafbare Handlungen wurden aber keine festgestellt.

Bund und Kanton Wallis wollen informieren

Laut dem VBS sind inzwischen die Arbeiten für die Vorbereitung der Patrouille des Glaciers 2022 plangemäss vorangekommen.

Am Samstag informierte die Staatskanzlei des Kantons Wallis, dass am Montag das VBS und der Kanton die Zukunft der militärischen Sportveranstaltung sichern wollen. An einer Medieninformation in Sion/Sitten (VS) am Montag informieren Bundesrätin Viola Amherd (VBS) und der Walliser Staatsrat Frédéric Favre gemeinsam mit Divisionär Yvon Langel, Kommandant der Territorialdivision 1.

Erste Gletscher-Patrouillen liefen 1943

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Dreier-Patrouille beim Aufstieg

Die Patrouille des Glaciers, Link öffnet in einem neuen Fenster geht auf die Grenzbesetzung im Zweiten Weltkrieg zurück und fand 1943 zum ersten Mal statt. Mit dem alpinen Skitourenrennen sollten die Ausdauer und Widerstandskraft der Soldaten getestet werden. Bei diesem ausserordentlichen Gebirgswettlauf mit Patrouillen bestehend aus Dreier-Teams kann eine lange Strecke (grande patrouille) von Zermatt bis Verbier und eine kürzere Distanz von Arolla nach Verbier (petite patrouille) absolviert werden – jeweils in einer einzigen Etappe.

Die Grande Patrouille umfasst mehr als 100 Leistungskilometer mit rund 4000 Höhenmetern Aufstieg und etwas mehr als 4000 Höhenmetern Skiabfahrten. Die Strecke ab Arolla ergibt etwa 50 Leistungskilometer. Die Wettkampfstrecke der Patrouille des Glaciers verläuft teilweise über die bekannte hochalpine «Haute Route».

2018 nahmen 1600 militärische und zivile Patrouillen aus dem In- und Ausland teil. Die Durchführung 2020 musste wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. Das nächste Skitourenrennen soll 2022 stattfinden.

Für die Planung, Durchführung und Logistik des Skitourenrennes ist die Schweizer Armee verantwortlich. Der 1995 gegründete private und zivile Verein ASPdG verhandelt dabei mit Sponsoren. Die Organisation für das Sponsoring wird von verschiedener Seite subventioniert, darunter vom Bund und vom Kanton Wallis.

Kartenausschnitt Walliser Alpen mit der Streckenführung der Patrouille des Glaciers
Legende: Die Patrouille des Glaciers führt auf der langen Strecke (grande patrouille) von Zermatt bis Verbier und in der kürzeren Distanz von Arolla nach Verbier (petite patrouille). Swisstopo , Link öffnet in einem neuen Fenster

SRF 4 News, 19.06.2021, 20:00 Uhr;

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Florentin Bucher  (Bucher)
    Liebe Walliserinnen & Walliser - vielleicht hättet ihr vor einer Woche doch besser zum CO2-Gesetz ja gestimmt. So wird das ganz bestimmt nichts mit langfristiger(!) Sicherung der "Patrouille des Glaciers"! ... oder geht es da nicht um Schnee, Gletscher und Skifahren?
  • Kommentar von Peter Berger  (Bergi)
    Man sollte auch mal reflektieren wieviel Helikopterstunden und damit CO2 produziert wird für diesen Anlass. Oder heiligt der Zweck die Mittel?
    1. Antwort von Bernhard Meile  (Augenzwinkerer)
      Prestige, Tradition und Geld rechtfertigen zuweilen jede (Umwelt) Sünde.
    2. Antwort von Sam Meier  (tsam39947)
      Noch viel überflüssiger sind die zig Flugreisen, die Herr und Frau Schweizer sich gönnen, wenn nicht gerade eine Pandemie herrscht. Die Menschheit kann es sich einfach aus ökologischen Gründen nicht leisten, dass jeder die ganze Welt gesehen haben muss.
  • Kommentar von Walter Matzler  (wmatz)
    Ich habe als Skitourengänger trainierende für die Patrouille gesehen und nur den Kopf über diesen Unsinn schütteln können.
    1. Antwort von Sam Meier  (tsam39947)
      Wieso denn? Können sie ihr Kopfschütteln erläutern? Es ist ein Sportwettkampf. Dass die Teilnehmer dabei anders unterwegs sind als ein normaler Skitourengänger, ist verständlich. Da könnten sie auch bei vielen anderen Sportwettkämpfen den Kopf schütteln.