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Lawinenreiche Winter werden nicht zur Norm
Aus Tagesschau vom 21.04.2019.
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192 Personen erfasst Trend zu Lawinenwinter?

Im Winter 1999 erfasste eine Lawine das Walliser Dorf Evolène und kostete zwölf Menschen das Leben. Solche aussergewöhnlichen Lawinenwinter gibt es statistisch gesehen nur alle 20 bis 30 Jahre.

Doch nun gab es gleich zwei Winter mit überdurchschnittlich vielen Lawinen. Christine Pielmeier vom Schnee- und Lawinenforschungsinstitut SLF relativiert aber: «Die Häufung, dass es letztes Jahr ein grösserer Lawinenwinter war und dieses Jahr ist Zufall, von einem Trend können wir noch nicht sprechen.»

Insgesamt kam es laut SLF in diesem Winter zu 126 Unfällen durch Lawinenniedergänge, 192 Personen wurden von ihnen erfasst, 15 Menschen mussten ihr Leben lassen. Trotz den vielen Lawinen liegt die Anzahl der Todesopfer in diesem Jahr jedoch deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt.

Daten zum Lawinenwinter 2018/2019
Legende: SRF

Auslöser für die vielen Lawinen war der überdurchschnittlich viele Neuschnee. Grossschneefälle gab es vor allem in den zentralen und östlichen Alpen, erklärt Lawinenwarnerin Pielmeier: «Besonders betroffen war Graubünden. Zum Beispiel St. Antönien, wo Mitte Januar innert 10 Tagen 308 cm Neuschnee gemessen wurden. So viel wie noch nie. In diesen Gebieten gab es dann auch die meisten grossen Staublawinen, die bis in die Täler vorgestossen sind.»

Crans-Montana und Schwägalp

Besonders in Erinnerung bleiben diesen Winter die beiden Ereignisse in Crans-Montana und auf der Schwägalp. Am 19. Februar donnerte eine Lawine in Crans-Montana über eine präparierte Skipiste und erfasste mehrere Wintersportler. Eine Person bezahlte mit ihrem Leben.

Nur einen Monat zuvor traf es die Schwägalp am Fusse des Säntis. Das Hotel Säntis wurde völlig unerwartet von einer Lawine getroffen, die Schneemassen drückten die Fensterscheiben ein. Der Sachschaden war immens. Die Menschen kamen mit dem Schrecken davon.

Skigebiete beenden die Saison

Noch ist die Wintersaison nicht abgeschlossen. Das Institut für Schnee- und Lawinenforschung veröffentlicht weiterhin täglich ein aktuelles Lawinenbulletin. Dies bis die letzten grossen Skigebiete wie Engelberg-Titlis oder die Ski Arena Andermatt-Sedrun Ende Mai ihre Saison beenden. Die meisten Gebiete ziehen mit diesem Osterwochenende jedoch Bilanz und schliessen Morgen ihre Tore.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Beat Reuteler  (br)
    Der WInter ist noch lange nicht fertig, leider viel zu früh für die Bilanz. Da normalerweise die meisten Unfälle Tourengänger betreffen, hat es mit der Schliessung von Skigebieten nichts zu tun.
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  • Kommentar von Norbert Zehner  (ZeN)
    Nach Jahren des (An)Klagens, mit der Klimaerwärmung gäbe es bald keinen Schnee mehr in den Bergen und Wintersportorte würden ihres wirtschaftliches Auskommen verlieren, scheint man nun dazu rüber zu schenken, mit Klimaerwärmung würde es zu mehr Lawinen kommen. Dass dafür aber überdurchschnittlichen Schneemengen nötig sind, bleibt im Kleingedruckten. Fakten so zurecht legen, dass sie zu den Schlüssen passen, und nicht umgekehrt, ist ein Phänomen des heutigen Zeitgeistes.
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    1. Antwort von M. Gall  (Galli)
      Ihnen ist schon bewusst, dass die Gleichung nicht einfach ist mehr Lawinen=mehr Schnee?

      Die Temperatur spielt da ebenfalls eine wichtige Rolle.
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  • Kommentar von Markus Gasser  (Markus Gasser)
    Grosse Schneehöhen begünstigen auch Lawinenniedergänge. Besteht infolge der Klimaerwärmung nicht die Tendenz zu mehr Schneefällen (Temperatur, Luftfeuchtigkeit)?
    Zudem, nichts Irdisches ist unabhängig von der Klimaerwärmung - alles hängt zusammen. Insbesondere ist auch die je lokale Wetterentwicklung kein klimaunabhängiges Phänomen.
    Natürlich, wenn mal die winterliche Temp. im allg. über 0 Grad Celsius ist, wird auch nicht mehr viel Schnee fallen - also auch keine Lawinen (höchstens Murgänge)
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    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Die Folgerungen stimmen fast durchwegs nicht. Ob es viele Lawinen gibt, hängt oft viel mehr an der Reihenfolge von Wetterereignissen (z.B. vorübergehende Warmperioden im Winter) als an der Brutto Schneemenge. Es liegt auf der Hand dass wir im Mittel über mehrere Jahre viel weniger Schnee im Voralpengebiet haben als früher. Hochlapin sieht das vermutlich anders aus, weil die Schneefallgrenze im Winter ja trotz Klimaerwärmung selten über 3000 m steigt.
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