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2. Säule für alle Bauernfrauen «Bäuerinnen sind nicht nur ein Anhängsel des Betriebs»

Soziale Absicherung ist ebenso wichtig wie Maschinen: Die Landfrauenpräsidentin begrüsst das neue Agrarkonzept.

Legende: Audio Soziale Absicherung aller Bauernfrauen – ein wichtiger Schritt abspielen. Laufzeit 02:11 Minuten.
02:11 min, aus HeuteMorgen vom 15.11.2018.

Bauernfrauen sind oft sozial schlecht abgesichert. Im Fall einer Scheidung, Krankheit oder Invalidität droht ein finanzielles Loch. Im Konzept für die Agrarpolitik 2022-2025 verlangt der Bundesrat nun, dass auf dem Hof mitarbeitende Frauen eine Zweite oder Dritte Säule erhalten sollen.

Das sei ein Schritt in die richtige Richtung, sagt Christine Bühler, Präsidentin des Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverbandes (SBLV): «Damit wird anerkannt, dass Bäuerinnen selbständige Personen und nicht nur ein Anhängsel des Betriebs sind.»

Noch immer aber gibt es in Teilen der Bauernschaft Widerstand gegen eine ausreichende soziale Absicherung der Frauen. Bühler stellt aber fest, dass schon viele Bauern auf freiwilliger Basis gehandelt haben. Ein entsprechendes Modell könne seit längerem gewählt werden. Es werde von vielen in Anspruch genommen und sei auch steuerlich interessant. Die Bauern wehrten sich ja auch nicht dagegen, dass sie sich selber absichern müssen, betont Bühler.

Die Bauern wehren sich ja auch nicht dagegen, dass sie sich selber absichern müssen.
Autor: Christine BühlerPräsidentin des Bäuerinnen- und Landfrauenverbands SBLV

Eine zwiespältige Argumentation

Und was ist mit all jenen Bauern, die ihr Geld lieber in den Betrieb investieren als in die 2. oder 3. Säule der Frau? Laut Bühler hat sich schon oft gezeigt, dass sie besser in die Altersvorsorge investiert hätten, wo sie über das Splitting auch einen gewissen Anspruch haben – «anstatt in Maschinen und teure Anschaffungen, die sich schlussendlich dann auch nicht so lohnen, wie sie sich das vorgestellt haben».

Das nächste Ziel

Bühler stellt fest, dass es einen Lohn braucht, wenn man von beruflicher Vorsorge und gar überobligatorischer Vorsorge für Bäuerinnen spricht. Der Lohn garantiere dann auch den Anspruch auf eine Mutterschaftsversicherung, was bei den Bäuerinnen im Moment nicht der Fall sei. «Und das wäre dann unser nächstes Anliegen», schliesst SBLV-Präsidentin.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Arthur Loosen (Looar)
    Die zweite Säule für Bäuerinnen ist sicherlich gut, aber wer finanziert das? Werden die Direktzahlungen erhöht oder gibt es eine Abstimmung, die Bäuerinnen öffentliche Zahlungen zusichert? Werden dann Frauen generell gleichgestellt oder gibt es lediglich priviligierte?
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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    OK, aber bitte nicht einmal mehr auf dem Puckel der zu Fleissigen, sondern mit einer ausgebauten AHV, die verfassungskonform von den zu Reichen mit bis zu 50 statt nur laeppischen 20 Prozent finanziert wird....
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    1. Antwort von Daniel Bucher (DE)
      Herr Dupond, sie vergessen, dass gerade die Besser Verdienenden einen viel grösseren Beitrag leisten. Sie bezahlen nämlich auch auf Einkommen von über 100´000 Franken AHV Beiträge, ohne, dass sich ihre AHV dadurch erhöht. Gerade die Fleissigen bezahlen überproportional - ohne entsprechende Gegenleistung.
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    2. Antwort von Susanne Saam (Biennoise)
      @Daniel Bucher: nicht die Fleissigen bezahlen mehr über Lohnprozente an die AHV, sondern jene, die in gut bezahlten Berufen arbeiten. Fleissig ist nämlich auch wer an der Kasse eines Grossverteilers arbeitet, Reinigungspersonal oder Pflegende.
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