Zum Inhalt springen

Header

Audio
Reportage vom Treff des Vereins Maihof-Zürichstrasse
Aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 20.11.2020.
abspielen. Laufzeit 04:02 Minuten.
Inhalt

20 Jahre Integrationsförderung Einwandern ist schwierig: «Ich war ganz alleine»

Wie können sich Zugewanderte besser integrieren, wenn sie in der Schweiz ankommen? Luzern arbeitet daran seit 20 Jahren.

Sie habe kaum Kontakte zu anderen Menschen gehabt, erzählt die Äthiopierin Messeret Alem von der Anfangszeit vor neun Jahren, als sie in die Schweiz kam: «Ich war alleine.»

Inzwischen hat sich das für die zweifache Mutter geändert: «Ich habe hier so viele Freunde gefunden.» Mit «hier» meint die junge Frau den Stadtluzerner Verein «Zusammen leben Maihof-Löwenplatz». Es ist eines von vielen Integrationsprojekten, die in den vergangenen zwanzig Jahren in Luzern entstanden sind.

Messeret Alem mit einem ihrer zwei Kinder.
Legende: «Ich habe hier viele Freunde gefunden.» Messeret Alem mit einem ihrer zwei Kinder. Beat Vogt/SRF

Die Jahrtausendwende war in vielen Städten der Schweiz der Startpunkt für organisierte Integrationsförderung. Das sei kein Zufall, sagt Sibylle Stolz. Sie ist seit den Anfängen vor zwanzig Jahren Integrationsbeauftragte der Stadt Luzern und erklärt: «In den 1990er-Jahren gab es eine Wirtschaftskrise und die Kriege im Balkan.» In den Städten realisierte man, dass man die Geflüchteten nicht sich selbst überlassen konnte. Sondern das Zusammenleben aktiv gestalten musste.

Denn die Lage sei anders gewesen als noch in den 1970er-Jahren, als man die ausländischen Arbeitskräfte nach Hause schickte: «Das ging nicht mehr, weil die Menschen mittlerweile über eine Aufenthaltsbewilligung verfügten.»

Audio
Sibylle Stolz, was macht eine gelungene Integration aus?
05:55 min, aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 20.11.2020.
abspielen. Laufzeit 05:55 Minuten.

In ihren zwanzig Jahren Integrationsarbeit habe sich einiges entwickelt, sagt Sibylle Stolz. Am Anfang habe man sich vor allem um Neuzugezogene gekümmert, «später dann schaute man mehr auch auf die Frühförderung der Kinder, damit diese schon vor dem Schuleintritt die Sprache lernen können.» Und dann sei auch noch die Quartierpolitik hinzugekommen: «Wir merkten, dass es ganz wichtig ist, dass sich die Menschen in ihrem Wohnumfeld wohlfühlen und integrieren können.»

Den Beweis dafür liefert der Verein Maihof-Löwenplatz, wo inzwischen bis zu fünfzig Freiwillige mitarbeiten, Zugewanderte und auch Schweizerinnen und Schweizer. Der Verein bietet ein breites Angebot: Ein Treff, um erste Kontakte zu knüpfen, aber auch Aktivitäten wie Yoga, Nähen oder Singen stehen auf dem Programm.

Co-Geschäftsleiterin Silke Busch
Legende: «Ich bin so gut aufgenommen worden hier in Luzern, dass ich dachte, dass ich das gerne weitergeben möchte.» Silke Busch, Co-Geschäftsleiterin des Vereins Maihof-Löwenplatz. Beat Vogt/SRF

Der Verein bietet zudem Sprachkurse an. Von diesen habe sie stark profitiert, sagt Sara Zahid, die von Pakistan in die Schweiz gekommen war: «Ich habe viel, viel gelernt. Sehr gut, die Schule!» Unterrichtet hat sie die Deutsche Silke Busch, die seit über zehn Jahren im Verein aktiv ist und die selber auch erfahren hat, was es heisst, sich zu integrieren: «Ich bin so gut aufgenommen worden hier in Luzern, dass ich dachte, dass ich das gerne weitergeben möchte.»

Regionaljournal Zentralschweiz, 20.11.2020, 17:30 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

24 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Aktuell sind keine Kommentare unter diesem Artikel mehr möglich.

  • Kommentar von Steve Meier  (smeier)
    1)
    letzthin im SRF Kulturplatz: Prof. Ibrahim Afsah Uni Wien:
    "Es gibt definitiv ein Klima der Einschüchterung. Wir haben es mit einem engstirnigen Ghetto-Islam zu tun. Es ist kein kleines Radikalisierungsproblem von wenigen Extremisten. Wir haben es in der grossen Breite mit Leuten zu tun, die den liberalen Verfassungsstaat, die säkulare Gesellschaftsordnung zutiefst ablehnen.”
  • Kommentar von Steve Meier  (smeier)
    2)
    Integration hat ihre Grenzen, qualitativ und numerisch.
    Es ist an der Zeit, eine offene und ehrliche Diskussion zu führen, ohne kritische Sachverhalte auszublenden oder klein zureden.
    Es geht nicht nur um die Spitze des Eisberges. Und dieser Eisberg schmilzt leider nicht, er wächst.

    Es müssen wirksame Massnahmen gefunden und implementiert werden, die unseren Verfassungsstaat und liberale Gesellschaftsordnung langfristig vor Fehlentwicklungen schützen.
    1. Antwort von Margot Helmers  (Margot Helmers)
      Eine offene ehrliche Diskussion setzt neutrale Medien voraus, das aber ist Wunschdenken. Eine dänischen Studie hatte 2018 untersucht, welche die politischen Einstellungen von Medienschaffenden in 17 entwickelten Ländern haben. In der Schweiz wurden dazu 332 Journalisten von Marktagent.com befragt. Am häufigsten stehen die Journalisten grünen Ideologien nahe, gefolgt vom Feminismus. Es gibt in den Redaktionen durchschnittlich drei Mal so viele Grüne und Feministen wie im Rest der Bevölkerung.
  • Kommentar von Hanspeter Flueckiger  (Hpf)
    In Griechenland muss ich mich auch alleine zurecht finden. Habe noch niemanden getroffen, der Ambitionen hat, mich zu hätscheln.