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Mr. Lotto: «Die meisten Gewinner bleiben auf dem Boden»
Aus 10vor10 vom 09.01.2020.
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50 Jahre Zahlenlotto So vernünftig sind Schweizer Lotto-Millionäre

Ferrari und Privatjet – oder die Hypothek abzahlen? Zum runden Geburtstag des Zahlenlottos nehmen wir Schweizer Lotto-Gewinner unter die Lupe.

Was würden Sie mit einer Million machen? Kaum einer, der diesen Gedanken nicht schon durchgespielt und wieder verworfen hat. Doch es gibt sie, die Lotto-Spieler von nebenan, die auf einen Schlag Millionen gewinnen. Vor 50 Jahren wurde das erste Mal Zahlenlotto in der Schweiz gespielt. 769 neue Millionäre hat es so dank des Schweizer Zahlenlottos gegeben. Auch wenn die Gewinnchancen gering sind, erfreut sich das Lotto-Spiel in der Schweiz grosser Beliebtheit. 26 Millionen Lottoscheine wurden allein letztes Jahr ausgefüllt.

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Aus dem Archiv: Erste Lottoziehung im Schweizer Fernsehen 1970
Aus News-Clip vom 08.01.2020.
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Doch anders als häufig dargestellt, kaufen sich die Millionäre nicht gleich eine Südseeinsel. Und die grosse Mehrheit ist auch nicht nach einigen Jahren pleite.

Die allermeisten Millionäre bleiben anonym – und das ist gut so.
Autor: Willy MesmerMediensprecher Swisslos

«Doch die Tragödien vom verspekulierten Geldsegen halten sich hartnäckig in der Öffentlichkeit, seit der erste Lottogewinner der Schweiz 1979 sechs Jahre später pleite war», sagt Willy Mesmer, Mediensprecher von Swisslos. Von den meisten Gewinnern sei kaum was bekannt. 2016 hat der Lotteriebetrieb darum begonnen, ihre Millionäre zu fragen, was sich in ihrem Leben fünf Jahre nach dem Gewinn verändert hat. Die Auswertung zeigt: Herr und Frau Schweizer haushalten auch mit dem Sechser im Lotto ganz vernünftig – und vieles bleibt beim Alten.

Vorsorgen statt verpulvern

Das ganz grosse Geld scheint den Grossteil der Schweizer Millionäre nicht zur Unvernunft zu treiben. Im Gegenteil: «Viele zahlen erst einmal die Hypothek ihres Hauses oder sonstige Kredite ab», so Willy Mesmer. Die Umfrage bestätigt, dass so auch fast alle Gewinner langfristig profitieren. Nur eine Person, die 2013 gewann, gab fünf Jahre später an, dass von ihrem Gewinn nicht mehr viel übrig ist. Im Dreijahresschnitt der befragten Personen zügelt indes rund die Hälfte an einen neuen Wohnort – wohl auch, um Steuern zu sparen.

Kaum Freunde verloren

Zurückhaltend sind die Millionäre, wenn es darum geht, Familie und Freunde in ihren Geldsegen einzuweihen. Eine grosse Mehrheit erzählt eher einem kleinen Kreis von ihrem Gewinn. Dies scheint sich positiv auf die Beziehungen auszuwirken, denn ebenfalls die grosse Mehrheit spürt diesbezüglich keine Veränderung in ihrem Umfeld.

Das Glück ennet dem Röstigraben

In der Westschweiz wird gerne gespielt – und auch häufig gewonnen. Genauso wie in Bern und Zürich, die im Verhältnis zu den grösseren Regionen viele Gewinner hervorbringen.

Trüffelpasta und Traumreise

Bescheiden sind die Schweizer auch bei übertriebenen Anschaffungen. Im Luxus schwelgen im Dreijahresschnitt nur etwas weniger als ein Drittel. Die anderen leisten sich dafür häufiger «kleine Annehmlichkeiten»: Beispielsweise geben viele an, vermehrt und gehobener auswärts zu essen, sich exotischere Feriendestinationen zu leisten oder das Auto anzuschaffen, das man schon länger wollte.

Weniger Gewinn, aber mehr Gewinner

Bildvergleich

Regler nach links verschieben Regler nach rechts verschieben
Legende:Höchste Einzelgewinne in der SchweizImago

Der höchste Euro Millions-Einzelgewinn, der in der Schweiz je ausgeschüttet wurde, ist um ein dreifaches höher als derjenige des Swiss Lotto – aber dafür auch einiges weniger wahrscheinlich. Durch Swiss Lotto (mit Plus) wurden bereits 769 Millionäre gezogen. Bei Euro Millions lediglich 55 Millionäre. Seit 1994 – seitdem auch anonym gespielt werden kann – haben vier Millionäre übrigens ihr Geld nicht abgeholt. Offen ist auch noch ein Gewinn über 20.5 Millionen vom November 2019 – vergessene Lose zu überprüfen, lohnt sich also vielleicht.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Schneider  (Alex Schneider)
    Da kämpfen wir politisch für eine gerechtere Einkommensverteilung. Dann bejubeln wir die Lotto-König*innen. Wir sollten die meist ärmliche Bevölkerung, welche Lotto spielt, aufklären, wie gering die Chancen für einen solchen Gewinn sind. Denken wir doch vor allem an die vielen Millionen enttäuschte Menschen, die die Ziehung der Lottozahlen verfolgen und nichts gewonnen haben. Sie fühlen sich einmal mehr als Verlierer.
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    1. Antwort von B. Moser  (moser.b)
      Eigentlich sehe ich dies nicht so, wenn ich im Lotto nicht gewinne.
      Denn eigentlich unterstütz man damit auch die Kultur (und Sport).

      Was man sich überlegen müsste, da ja das meiste Geld in die "Hochkultur" fliest, ob es nicht besser wäre das Geld eher in Soziales einfliessen zu lassen!
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  • Kommentar von Andreas Müller  (Hugh Everett)
    Einen Ferrari könnte man sich ja als einfacher Millionär noch kaufen (ab 150'000 Fr.) aber einen Privatjet sicher nicht (ab 3 Mio Fr.), insofern stellt sich die Frage nach dem Privatjet schon gar nicht.
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    1. Antwort von SRF News (SRF)
      @Andreas Müller Lieber Herr Müller, die Millionenbeträge im Jackpot sind oft bei weitem höher – insofern würde da bei einigen Gewinnern durchaus ein Privatjet drin liegen. Liebe Grüsse, SRF News
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    2. Antwort von Andreas Müller  (Hugh Everett)
      Das ist mir durchaus bewusst. Der Aufhänger des Artikels heisst doch aber "Ferrari oder Privatjet"... und der Artikel beginnt dann mit "Was würden sie mit einer Million machen". Das dürfte also viele Leser verwirren.
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