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70 Jahre «Echo der Zeit» «Wir machen eine Reise durch die Zeit»

Das «Echo der Zeit» feiert heute seinen 70. Geburtstag. Die politische Hintergrundsendung von Radio SRF dauert deshalb heute nicht 45 Minuten wie üblich, sondern zwei Stunden. Redaktionsleiterin Isabelle Jacobi zur heutigen Sondersendung.

SRF News: Was bietet die heutige Sondersendung?

Isabelle Jacobi: Wir bieten viel Archivmaterial, das wir aus der Geschichte des «Echo der Zeit» aufbereiten konnten: Originaltöne, Zitate von historischen Momenten. Wir beschäftigen uns aber auch selbstkritisch mit unserer Geschichte und unserer Gegenwart. Dann werden zwei Punkte thematisiert, denen wir in kritischen Hörer-Mails begegnen: Wie nahe sind wir dem Bundeshaus in der Inlandsberichterstattung. Und der zweite Punkt, den wir immer wieder hören, ist: Dass wir russlandfeindlich sind. Dies wollen wir anschauen anhand von Archivmaterial, aber auch mittels der heutigen Debatte.

Stichwort Inlandsberichterstattung: Das ist der Schwerpunkt im ersten Teil der Sendung. Was genau erwartet die Hörer da?

Wir machen eine Reise durch die Zeit. Und während dieser Reise stellen wir fest, dass früher – also bis Ende der 1970er Jahre – die Inlandsberichterstattung eine Hofberichterstattung war. Interviews mit Bundesräten gab es nicht. Die Politiker konnten sagen, was sie dachten. Fragen wurden kaum gestellt. Das änderte sich drastisch in den 1980er Jahren, als eigentlich der Journalismus Einzug hielt. Heute gibt es eine ganz andere Problematik, nämlich die unglaublich starke Public-Relations-Branche. Mit deren Einfluss die Journalisten mehr oder weniger gut umgehen. Und gleichzeitig erleben Social Media einen Boom. Mit anderen Worten: Wir haben eine extrem aktive Medienwelt, die sich über jede Kleinigkeit aufregt und «Shit Storms» über Politiker hereinbrechen lässt. Dies diskutiere beispielsweise mit Bundesrätin Doris Leuthard und «Echo»-Moderatorin Ursula Hürzeler. Sie war früher Inland-Chefin und Redaktorin und ist heute wieder Moderatorin. Hinzu kommen diverse andere Personen aus dem Medien-Umfeld im Bundeshaus.

Im zweiten Teil der Sendung geht es dann um die Auslandsberichterstattung. Dies ist ja seit jeher ein gewichtiger Bestandteil der Sendung. Wen haben Sie dazu eingeladen?

Wir haben Jürg Bissegger eingeladen. Er war der erste Korrespondent in der damaligen Sowjetunion. Ein weiterer Gesprächsteilnehmer ist Peter Gysling, der aktuelle Korrespondent in Moskau. Ebenfalls mit diskutieren wird Eva Maurer, die Leiterin der Osteuropa-Bibliothek in Bern. Und last but not least: Anna Rose, Korrespondentin einer staatsnahen russischen Zeitung. Sie vertritt also die russische Sicht in dieser Diskussion. Wir freuen uns auf eine kontroverse Diskussion – zum Beispiel über den Umgang mit Propaganda.

Sprechen wir zum Schluss noch kurz über die Produktion der Sendung. Normalerweise wird das «Echo der Zeit» aus dem Studio in Bern gesendet. Für die Jubiläumssendung wechseln Sie nach Zürich und senden zwei Stunden lang live vor Publikum. Ist dies nervenaufreibend für das Team?

Wir fiebern schon den ganzen Vormittag. Die Kurve wird noch steigen bis zum Anfangssignet der Sendung. Wir haben ein Live-Publikum von 200 Personen mit Rang und Namen. Zwar ist sich unser Moderationsteam Live-Situationen gewöhnt. Es ist nicht das erste Mal, dass sie so etwas machen. Aber: Diese Jubiläumssendung ist natürlich etwas ganz besonderes.

Das Gespräch führte Susanne Schmugge

Isabelle Jacobi

Isabelle Jacobi
Legende: SRF

Sie arbeitet seit 1999 beim Schweizer Radio. Bis 2006 war sie Redaktorin und Moderatorin bei «DRS2aktuell». Im November 2008 stieg sie als Produzentin beim «Echo der Zeit» ein, die Leitung der Sendung übernahm sie vier Jahre später. Studiert hat sie Journalismus und Wirtschaft in den USA und Anglistik, Geschichte und Theaterwissenschaften in Bern.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Charly Ball, Zürich
    Zum "Echo der Zeit" wurde eigentlich schon alles mehrfach gesagt - darum ganz kurz: macht so weiter !
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  • Kommentar von Rolf Zimmermann, Bern
    Vorerst herzliche Gratulation zum 70-Jahr-Jubiläum. Ich bin mit dem Echo aufgewachsen (Hans O. Staub, Heiner Gautschi etc.) und höre es auch heute noch regelmässig. Das Echo gehört zu meiner Demokratieschule. Wegen dem Echo war mein zweiter Kinderberufswunsch 'Auslandkorrespondent'. Gut, dass die Seriosität nie beliebigen Modernismen weichen musste und die sachliche möglichst vollständige Information weiterhin oberstes Ziel ist und meist auch erreicht wird. Ein Super-Service-Public. Danke!
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  • Kommentar von Roland Erni, Mühlau
    Ich bin jetzt 62 und verfolge ihre Sendung seit Kindsbeinen. Gratuliere, für mich ist Echo ein der besten Hintergrundberichtersttatung im deutschspachigen Raum, fundiert nicht zu einseitig. Ich kann in vielen politischen Diskussionen von diesen Berichten profitieren. Macht weiter so! Freundliche Grüsse Roland Erni
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