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Kaiseraugst will Krähen mit Drohne verscheuchen
Aus Schweiz aktuell vom 23.02.2021.
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Aargau Kaiseraugst will Krähen mit Drohne verscheuchen

300 Krähen stören die Bevölkerung in Kaiseraugst. Alle Verscheuchungsversuche scheiterten. Nun soll eine Drohne helfen.

Die Aargauer Gemeinde Kaiseraugst hat ein Problem: Eine Kolonie von rund 300 Krähen nistet auf mehreren Bäumen bei der Überbauung Liebrüti. Die Vögel sorgen im Dorf für Lärm und Dreck, die Bevölkerung fühlt sich gestört. Die Gemeinde hat den Krähen schon länger den Kampf angesagt. «Wenn sich die Krähen punktuell an einem Ort im Dorf aufhalten, ist das Gekrächze kaum aushaltbar», sagt Gemeinderat Jean Frey über die Situation in Kaiseraugst.

Das Gekrächze ist kaum aushaltbar.
Autor: Jean FreyGemeinderat Kaiseraugst

Die Krähen sind allerdings hochintelligent und äusserst schwer zu verjagen. In den letzten Jahren hat sich die Gemeinde schon viel einfallen lassen, hat diverse Verscheuchungsmassnahmen ausprobiert und sich das auch einiges kosten lassen. Unter anderem sollte ein Roboter-Falke namens «Robird» Abhilfe schaffen. Der topmoderne Vogelroboter einer holländischen Firma sieht aus wie ein Raubvogel. Er schlägt richtig mit den Flügeln und kann im Sturzflug sinken – er sollte die Krähen einschüchtern und dauerhaft vertreiben.

Falken-Roboter
Legende: Erfolglos im Kampf gegen die Krähen von Kaiseraugst: Der Roboter-Raubvogel «Robird». SRF

Im Sommer 2019 wurde der ferngesteuerte Falke «Robird» als schweizweit neue Lösung in Kaiseraugst getestet. Trotz grosser Erwartungen und hoffnungsvoller Versprechen der holländischen Anbieter ist der Versuch aber gescheitert. Die Krähen haben schnell gemerkt, dass der Vogel nicht echt ist und sind an ihre Plätze zurückgekehrt.

Auch frühere Versuche die Krähen mit einem Falkner mit richtigem Raubvogel, einem Wüstenbussard, zu verjagen, führten nicht zum Erfolg. Die klugen Krähen liessen sich entweder nicht beeindrucken oder kehrten kurz nach Ende des Falkner-Einsatzes einfach wieder zurück.

Eine angriffige Drohne soll es nun richten

Nun setzt Kaiseraugst im Kampf gegen die Krähen auf ein neues Mittel, eines das den Tieren nicht nur Angst machen soll, sondern sie richtig «angreift». Eine Drohne mit einer Greifvorrichtung stiehlt den Krähen die Nester, damit die Vögel vergrämt werden und weiterziehen.

Das Ziel ist, dass es den Krähen in Kaiseraugst verleidet.
Autor: Jean FreyGemeinderat Kaiseraugst

Seit Mitte Februar wird die Drohne eingesetzt. «Das Ziel ist, dass es den Krähen in Kaiseraugst verleidet», sagt Gemeinderat Jean Frey. Ob es funktioniert, weiss man allerdings noch nicht.

Drohne mit 6 Rotoren
Legende: Eine spezielle Drohne soll die Krähenkolonie in Kaiseraugst nun endgültig vertreiben. SRF

Die Drohne darf die Nester aber nur entfernen, solange sich keine Eier darin befinden. Danach ist es verboten, es gilt nämlich die Schonfrist. Weil diese Frist im Aargau eigentlich bereits läuft, musste Kaiseraugst beim Kanton eine Sonderbewilligung für die speziellen Drohneneinsätze einholen und hat diese auch erhalten.

Ausnahmebewilligung trotz Schonzeit

Man sei mit solchen Bewilligungen wie in Kaiseraugst sehr zurückhaltend, betont Erwin Osterwalder, Leiter der Sektion Jagd beim Kanton Aargau: «Man muss zuvor schon verschiedene andere Massnahmen getroffen haben. Zuerst muss zum Beispiel mit Laser oder mit dem Robird versucht werden, die Tiere zu vergrämen».

Drohne in der Luft neben Bäumen
Legende: An der Drohne ist per Kabel eine Greifvorrichtung befestigt, damit werden die Krähennester aus dem Baum gepflückt. SRF

In Kaiseraugst spielte bei der Erteilung der Bewilligung auch eine Rolle, dass etwas ausserhalb des Dorfes ideale Nistplätze für die Krähen vorhanden wären. Hier würde niemand von einer grösseren Kolonie gestört.

Die Tiere müssten also nicht weit wegziehen, damit in Kaiseraugst wieder Ruhe und Krähenfriede einkehren würde. Das würde nicht nur die lärmgeplagte Bevölkerung, sondern auch das Gemeindebudget entlasten. Für die Bekämpfungsmassnahmen hat die Gemeinde im Budget mittlerweile mehrere zehntausend Franken bereitgestellt.

Regionaljournal Aargau Solothurn, 17.02.2021, 06:32 Uhr;

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Olaf Schulenburg  (freier Schweizer)
    Schlagt doch die Bäume um, stellt nette Beton - Kunststoff Sachen auf, ein Tonbändchen mit nettem Vogelgezwitscher und die Welt in Kaiseraugst ist wie sie sein soll, Krähenfrei und tod.
  • Kommentar von Bruno Bär  (Wahrheitssucher)
    Die Krähen sind einer der wenigen Vogelarten, die sich rasch an die Veränderungen der Umwelt durch den Menschen anpasst und deshalb im Gegensatz zu fast allen anderen Arten sich stark vermehrt, während andere Arten aussterben. Im Fall von Kaiseraugst sollte es erlaubt sein, die Nester auch mit Eiern zu entfernen. Es wird trotzdem weiterhin viele Krähen in der Schweiz haben.
  • Kommentar von Alex Volkart  (Lex18)
    Ich wohne auf dem Land und hier hat es immer wieder grosse Mengen von Krähen. Vor allem wenn der Bauer in der Nähe wieder Gülle oder Mist auf der Wiese verteilt hat. Das gehört zum Leben auf dem Land, aber in der Stadt hat man ja verlern was Natur ist.
    1. Antwort von Christa Wüstner  (Saleve2)
      Ich wohne auch auf dem Land und kenne diese Schreier sehr gut. Nur was sich in Kaiseraugst abspielt, hat die Grenzen der Toleranz überschritten. Die Bäume sind schwarz von diesen Besuchern.