Zum Inhalt springen
Inhalt

Ab 65 Jahren Neuer Anlauf für höheres Frauenrentenalter

Legende: Video Neuer Anlauf für die Rentenreform abspielen. Laufzeit 01:51 Minuten.
Aus Tagesschau vom 20.12.2017.
  • Der Bundesrat hat die Eckpfeiler einer neuen Altersreform vorgestellt.
  • Das Frauenrentenalter soll dabei gemäss einer Mitteilung auf 65 Jahre erhöht werden. Ausgleichsmassnahmen will der Bundesrat prüfen.
  • Das flexible Rentenalter soll zwischen 62 und 70 Jahren möglich sein. Zudem soll die neue Reform Anreize bieten, über das Alter von 65 hinaus zu arbeiten.
  • Gesundheitsminister Alain Berset will die AHV und die berufliche Vorsorge getrennt reformieren.

Er wolle die Reform der Altersvorsorge in zwei separaten Vorlagen vorantreiben, sagte Sozialminister Alain Berset. «Die Priorität liegt bei der AHV.» Die Eile hat finanzielle Gründe.

Loch in der AHV-Kasse

Nach Berechnungen des Bundes liegt 2019 weniger als eine Jahresausgabe im AHV-Fonds. 2029 ist die AHV teilweise zahlungsunfähig. Die Lücken in der obligatorischen beruflichen Vorsorge können hingegen noch lange auf Kosten der überobligatorisch Versicherten gestopft werden. «Der Handlungsdruck ist unterschiedlich», stellte Berset fest.

Vor diesem Hintergrund hat er vom Bundesrat den Auftrag erhalten, bis Ende Februar 2018 die Eckwerte einer AHV-Reform auszuarbeiten. Ein Vorentwurf soll im Sommer 2018 in die Vernehmlassung gehen. Ende 2018 will der Bundesrat eine Botschaft verabschieden. Eine Volksabstimmung ist frühestens 2020 möglich. Damit droht die AHV-Reform zum Spielball im Wahlkampf 2019 zu werden.

Die gescheiterte Reform der Altersvorsorge hatte bei AHV und obligatorischer beruflicher Vorsorge gleichzeitig angesetzt. Das Frauenrentenalter sollte auf 65 Jahre angehoben und die Mehrwertsteuer für die AHV schrittweise um 0,6 Prozent erhöht werden. Als Kompensation sollten zusätzliche Lohnprozente einen Zuschlag von 70 Franken auf neuen AHV-Renten sowie höheren Ehepaar-Renten finanzieren.

Einschnitte bei der beruflichen Vorsorge

Die Reform sah weiter vor, den Umwandlungssatz in der obligatorischen beruflichen Vorsorge ab 2019 schrittweise von 6,8 auf 6 Prozent zu reduzieren. Künftige Renten wären dadurch um 12 Prozent gesunken. Der Koordinationsabzug sollte leicht gesenkt, die Beiträge hingegen leicht erhöht werden.

Am 24. September 2017 haben 52,7 Prozent der Stimmbevölkerung und die Mehrheit der Stände aber Nein gesagt zur Reform der Altersvorsorge. Diese war von SVP und FDP bekämpft worden. Nach Einschätzung des Bundesrats ist die Vorlage in der Volksabstimmung wegen einer Kumulation verschiedener Einzelfaktoren abgelehnt worden, wobei keiner dieser Faktoren schwergewichtig entscheidend war.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

28 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Ueli Hodel (Zibu)
    Das ist die logische Konsequenz der Gleichberechtigung. GUT so!! Jetzt fehlt nur noch die Wehrpflicht für die Frauen oder die Abschaffung für die Männer sowie der Elternurlaub befindet Geburt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Deborah Crabtree (D. Crabtree)
    Irgendwo müssen ja die Millarden reinkommen für die x 100'000 die lebenslang von der Soz leben, und danach weiter gratis AHV mit Erziehungsgutschriften für die 2. Generation Soz, und EL und finanzieren. Die Schweiz ist das einzige Land, das via Soz noch Rentenleistungen bezahlt. Wir bezahlen wohl heute schon Milliarden jährlich, vorallem ins Ausland, für AHV-Renten die via Soz ergattert wurden. Erziehungsgutschriften sollten nur für Kinder bezahlt werden die Steuern bezahlen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von max baumann (phönix)
    Wer Gleichberechtigung fordert soll auch das Gleiche Rentenalter akzeptieren !!!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      ...und gleiche Löhne...
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Daniel Fuchs (Daniel Fuchs)
      Gleiche Löhne gibs schon (da hat auch keiner ein problem mit) und wer gegenteiliges behauptet soll es auch belegen. Und nein, die komischen Zahlen vom BfS sind definitiv kein Beleg.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Franz-Dominik Imhof (FDI)
      Sehr geehrter Herr Fuchs Die Zahlen des Bundesamtes für Statistik sind einiges zuverlässiger als ihre völlig unfundierten Behauptungen. Aber wenn Sie lieber anderen glauben, wie wärs mit Urs Rohner und Brady Dougan, VP und CEO von Credit Suisse, der folgenden Report als Herausgeber verantwortet: https://publications.credit-suisse.com/tasks/render/file/index.cfm?fileid=8128F3C0-99BC-22E6-838E2A5B1E4366DF Ab Seite 35 wird der enorme Lohnunterschied in der Finanzindustrie in längen bearbeitet.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen