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Littering – Nebeneffekt der Corona-Krise
Aus HeuteMorgen vom 25.05.2020.
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Abfall bleibt liegen Mehr Littering in Zeiten von Corona

Weil sonst nichts los ist, stehen Aktivitäten in der Natur hoch im Kurs. Das hinterlässt oft unschöne Spuren.

Die Natur sei die grosse Gewinnerin der Covidkrise, heisst es immer wieder. Weil wir nicht mehr reisen können, stossen wir weniger C02 aus. Doch die Natur leidet trotzdem: Im Tessin gibt es deshalb gar politische Vorstösse gegen Littering.

Gesichtsmasken landen nicht im Kübel

Der Tessiner SP-Grossrat Henrik Bang ist als gelernter Forstingenieur regelmässig in der Natur unterwegs. Und was er sieht, gefällt ihm gar nicht. «Die Situation ist alarmierend. Mit dieser Krise gibt es nämlich eine neue Art Abfall: Gesichtsmasken und Handschuhe werden einfach überall hingeschmissen», schildert er seine Eindrücke.

«Noch gravierender aber ist, dass die Menschen jetzt mehr in die Natur gehen, dort aber viel Abfall liegen lassen.» Bachbetten drohten zur Müllhalde zu verkommen. Damit das nicht passiert, lanciert Bang politische Vorstösse, mit denen er für das Thema sensibilisieren will und nach Lösungen sucht.

«Sozialkontrolle fehlt»

Littering nimmt in der Coronakrise zu – auch auf der anderen Seite des Gotthards. Weil viele herkömmliche Freizeitaktivitäten im Moment nicht durchgeführt werden könnten, seien viel mehr Leute am Wasser, im Wald oder in den Bergen, sagt, sagt Nora Steimer, Geschäftsleiterin der Interessengemeinschaft saubere Umwelt. «Darum fällt dort teilweise auch mehr Abfall an.» Zudem fehle bei kleineren Gruppen Leuten die Sozialkontrolle. «Man fühlt sich eher unbeobachtet bei der Abfallentsorgung.»

Littering, also Umweltverschmutzung, ist ein Nebeneffekt der Covidkrise. Steimer appelliert an die stärkere Eigenverantwortung der Konsumenten. Von den sonst so typischen Massnahmen gegen das Littering, nämlich Sensibilisierungskampagnen, hält sie wenig. Denn die Menschen hätten in dieser Gesundheitskrise langsam genug von Vorschriften.

SRF 4 News, Heute Morgen, 25. Mai 2020, 06:00 Uhr

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84 Kommentare

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  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Der Förster vom Allschwiler Wald bei Basel (SRF berichtete) tönte so als müsse er einen letzten Urwald vor den Toren einer Grossstadt vor den Besucher retten. In anderen Städten würde man einen solchen Ort als Stadtpark bezeichnen und auch so managen.
    Aber hier müssen jahrlich tausende Einwohner mehr, immer den gleichen Flecken teilen!
    Wen wundert es denn?
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  • Kommentar von Markus Hunziker  (MH1)
    Wenn Leute ihren Abfall nicht richtig entsorgen, finde ich das eine Schweinerei. Und ich bin ganz klar dafür, dass das bestraft wird. Ich bin viel in der natur unterwegs (nicht nur während Corona), kann dieses Problem bei uns allerdings nicht so erkennen wie im Beitrag beschrieben.
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    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Markus Hunziker: Verstehe ich! Im Lötschental oder einem ähnlich abgelegenen Gebiet der Schweiz ist es schwierig, sich vorzustellen, wie es in den Städten und den Agglos aussieht. Dort tramplen sich die Leute sogar im Wald auf den Füssen rum und Biker, Jogger, Spaziergänger, Familienausflügler, Senioren und Hündelermachen sich gegenseitig den Platz. Von den Wildtieren, die nirgendswo mehr ihre Ruhe finden, reden wir schon gar nicht.
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  • Kommentar von Beppie Hermann  (Eine rechte Grüne)
    H-U Rechsteiner "das Ebenbild der heutigen Gesellschaft in der CH" Möchte daran erinnern, dass meine Generation 40er Jahre od.früher, ihren Müll, ja gar ganze Haushalte ums Haus od.in der Natur hemmungslos beerdigten, das war damals so normal wie Abwasser direkt in die Gewässer. Früher war es in Zügen/Trämli sogar nötig, Schildchen anzubringen "Bitte nicht auf den Boden spucken".Der saubere Mensch präsentiert so seit jeher seine schmutzige Seite, heute allerdings miaschwer u.nicht nur in der CH.
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    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Beppie Hermann: Das stimmt. Drei Unterschiede zu früher möchte ich aber hervorheben: 1. Es gibt viel mehr Menschen mit höheren Einkommen, welches direkt positiv mit dem Abfall korreliert ist. 2. Der höhere Konsum und die Essensmöglichkeiten an jeder Ecke münden direkt in höhere Abfallmengen. 3. Flaschenpfand und Wiederverwertung von Verpackungen sind heute praktisch inexistent. Weshalb auch! Es geht den meisten gut und man schmeisst lieber weg, statt zu reparieren oder wiederzuverwenden.
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    2. Antwort von Hans-Ulrich Rechsteiner  (Rechi)
      @Hermann, Ich habe keine Ahnung wie und wo Sie aufgewachsen sind. Bei uns war das nie so. Zuhause hatten wir einen Abfallkübel und unterwegs haben wir den Abfall im Rucksack nach Hause genommen.
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    3. Antwort von Beppie Hermann  (Eine rechte Grüne)
      H-U Rechsteiner, wir hatten auch einen Mistkübel, bin jedoch nicht wirklich auf dem Land grossgeworden. Aber dort war es tatsächlich bis vor kurzem gang u.gäbe. Jedes Bauernhaus, das wir bewohnten, hatte seine Hinterlassenschaften irgendwo auf dem Land vergraben. Das geben Landleute auch offen zu. Sowas merkt man natürlich nur, wenn man Veränderungen vornimmt, zB Baggerarbeiten. Im ZH Unterland entsorgten wir 2Mulden, im Outback AUS füllten wir eine 15x3x2m pit u.hier in der Region BE 42Mulden.
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    4. Antwort von Beppie Hermann  (Eine rechte Grüne)
      T.Leu, kann da erfahrungsgemäss nicht ganz einverstanden sein. Abfallproduktion hängt einerseits heutzutage auch mit der Verpackungsindustrie zusammen. die mit vielen neuen EInfällen übergrosse Abfälle generiert. Denken Sie nur an Weihnachten, das Fest der Scheinheiligkeit u.des Abfalls. Andererseits verbinde ich Abfall nicht zwingend mit höherem Einkommen, sondern mE eher mit Intelligenz. Der eine Wanderer begegnet zB der Natur mit Ehrfurcht, der andere halt eben achtungslos mit Abfall u.Lärm.
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    5. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Beppie Hermann: Das Einkommen ist der wichtigste Treiber der Abfallmenge. Sie können alle Länder der Welt nehmen und vergleichen. Je ärmer die Menschen, desto weniger Abfall. Das sehen Sie auch in der Schweiz im Zeitablauf. Ihre Eltern produzierten einen Bruchteil des Abfalls den Sie heute produzieren. Die Einführung der Abfallsackgebühr hat die Kurve ein wenig abgeflacht, da sie die Menschen dazu gebracht hat, den Abfall immerhin zu trennen (Glas, Pet, Metall, etc.), weil man so sparen kann.
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    6. Antwort von Beppie Hermann  (Eine rechte Grüne)
      Nein, T.Leu, meine Eltern u.iA ihre Generation aus gutem Hause lebten BEWUSST nachhaltig, obwohl sie sich manches mehr hätten leisten können. Fleisch an Sonn-+Feiertagen, keine weggeschmissenen Essensreste, keine unnötigen Käufe, Geschenke/Päckli wurden sorgfältig geöffnet, damit das Papier wiederverwendet werden konnte, Abfall in der Natur tabu usf. Daraus lernte ich, vermittelte es meinen beiden Kindern weiter. Von Junior mit Familie u.von mir nebenan landet alle 4-6W 1 35l Sack am Sammelort.
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