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Die Absage der Luzerner Herbstmesse – das sind die Reaktionen
Aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 06.09.2021.
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Absage der Messe in Luzern Kilbi-Betriebe kämpfen um ihre Existenz

Schaustellerinnen und Schausteller sind besonders stark von Corona-Absagen betroffen. Es bleibe nur «hoffen, hoffen, hoffen».

«Es war wie ein Hammer auf den Kopf.» So beschreibt Brigitte Jolliet den Moment, als ihr mitgeteilt wurde, dass die Herbstmesse Luzern abgesagt werde. Zum zweiten Mal in Folge.

Brigitte Jolliet und ihr Mann Jean-Marc führen ein Familienunternehmen - sie betreiben zwei grössere Bahnen und einen mobilen Schiessstand. Allerdings: In den vergangenen eineinhalb Jahren standen ihre Bahnen häufig ungenutzt im Lager im luzernischen Grosswangen. Zwar waren die Jolliets in den letzten Monaten wieder unterwegs - in der Westschweiz, in Chur oder im Moment gerade in Zürich - aber «immer nur an Kilbis ohne weitere Veranstaltungen», sagt Jean-Marc Jolliet.

Legende: Mussten ungewöhnlich viel Zeit untätig zu Hause verbringen: Jean-Marc und Brigitte Jolliet. SRF

Dass es nun mit der Herbstmesse in Luzern nichts wird, sei besonders enttäuschend. Denn kurz zuvor habe Basel mitgeteilt, dass die Messe dort stattfinden werde, sagt Brigitte Jolliet und fragt: «Und dann soll das in der eigenen Stadt nicht möglich sein?»

Die Verantwortlichen erklären den Unterschied zu Basel mit den örtlichen Gegebenheiten. Während die Herbstmesse in Basel auf mehrere einzelne Plätze verteilt ist, geht es in Luzern um ein zusammenhängendes Gebiet vom Bahnhof über den Platz vor dem KKL bis zum Inselipark am See. «Dort Kontrollmechanismen auffahren und die Plätze grossräumig absperren – das wäre ein Ding der Unmöglichkeit», findet Mario Lütolf, der bei der Stadt Luzern für Veranstaltungen zuständig ist.

Legende: Letztmals gab es dieses Bild 2019: Die Luzerner Herbstmesse. Keystone

Die Stadt sei deshalb zu folgendem Schluss gekommen: «Wenn wirs machen, dann machen wir etwas Richtiges. Und nichts Halbbatziges.» Den Entscheid mitgetragen hat die IG Luzerner Herbstmesse und Märkte. Dort mit dabei ist Sepp Moser, auch er ein alteingesessener Schausteller. Zwar hat er vor drei Jahren seine Bahnen aufgegeben («Heute muss ich sagen: zum Glück!»), doch er betreibt noch immer einen Süsswarenstand. Auch bei ihm fallen wichtige Einkünfte weg.

Trotzdem steht er hinter dem Entscheid. Er hätte seinen Stand nicht «hinter Gittern» betreiben wollen. Und er fragt sich auch, ob sich das überhaupt gelohnt hätte. «Nur zum Lüften muss ich nicht auf einen eingezäunten Kilbi-Platz gehen.»

Legende: Die Läden sind unten: Sepp Moser vor seinem Süsswarenstand. SRF

Mehr als die Absage der Luzerner Herbstmesse beschäftigt Sepp Moser die andauernde Unsicherheit in der Branche. «Deshalb haben wir vom Schaustellerverband aus dem Bundesrat einen Brief geschrieben», sagt er. «Es braucht jetzt endlich eine einheitliche Regelung dafür, was stattfinden kann und was nicht.»

Für das Familienunternehmen Jolliet hingegen ist klar, was stattfinden sollte: die Messen in den grösseren Städten. Denn auf diese seien sie angewiesen, dort generierten sie einen grossen Teil ihres Umsatzes. Dabei gehe es gar nicht in erster Linie um ihren Gewinn, erklärt Jean-Marc Jolliet, sondern darum, die fixen Kosten zu decken: etwa die Wartung der Bahnen und des Fuhrparks oder auch die Miete der Lagerhalle. «Die Hälfte der Einnahmen in Luzern wäre in den Unterhalt gegangen», sagt Jolliet. Das falle nun weg.

Wir sind eingefleischte Schausteller. Uns kann man nicht einfach abstellen.
Autor: Brigitte Jolliet Schaustellerin

Aufhören komme aber nicht infrage, gibt sich Brigitte Jolliet kämpferisch. «Das ist unser Leben. Wir sind eingefleischte Schausteller. Uns kann man nicht einfach abstellen.» Auch sie hätten, mit anderen Betrieben zusammen, einen Brief geschrieben. An die Stadt Luzern. Mit dem Vorschlag, einen kleineren «Luna-Park» zuzulassen. Auf eine Antwort warten sie noch, obwohl die Zeit drängt. Denn die Herbstmesse würde in Luzern traditionellerweise Anfang Oktober beginnen, also in weniger als einem Monat.

Einstweilen könnten sie nur «hoffen, hoffen, hoffen», sagt Brigitte Jolliet. Und dann fügt sie an: «Immer positiv bleiben, das ist wichtig.»

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Basel plant Herbstmesse – Luzern sagt ab
04:46 min, aus Regionaljournal Basel Baselland vom 31.08.2021.
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Regionaljournal Zentralschweiz, 06.09.2021, 17:30 Uhr;

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Werner Gerber  (Emmentaler)
    herr ambauen. ich finde das absolut erbärmlich, das israel die 4. impfung vorsieht, dabei gibt es arme länder in dieser welt, die noch nicht einmal die erste impfung bekommen haben
  • Kommentar von Claudius Luethi  (@claude)
    Ich bin kein GGG, darum geh ich nicht fremde Menschen gefährden. Somit verhalte ich mich solidarisch und spare das Geld für etwas anderes.
    1. Antwort von Sascha Ehring  (MountainmanSG)
      Genau, es soll doch jeder machen wie er es für richtig hält. Und so kann man auch den Ungeimpften nicht die Schuld geben das alles zu ist.
  • Kommentar von Stefan Huwiler  (huwist)
    Mit einheitlicher Zertifikatspflicht könnte das alles stattfinden.
    Und die "Unentschlossenen" wären nach ein paar Wochen auch zertifiziert. Ausserdem wären unsere IPS wieder normal ausgelastet, da fast alle geimpft
    1. Antwort von Peter Ambauen  (PA1)
      Und Israel bereitet sich bereits auf die 4. Impfung vor. Haben Sie wirklich das Gefühl, damit ists gemacht? Kurzfristig evtl.schon, aber auf längere Sicht wird sich noch zeigen, wieviel wir unserem Körper zumuten können. Vorallem hat Israel nun Studien herausgegeben, dass natürlich immunisiert langfristigeren Schutz aufzeigt, als mit Impfung.